Fußball

So will der VfK wieder aufstehen

Ein Hauch Bezirksligaluft wehte zuletzt über den Sportplatz am Seilersee, als der VfK gegen Letmathe testete.

Ein Hauch Bezirksligaluft wehte zuletzt über den Sportplatz am Seilersee, als der VfK gegen Letmathe testete.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Die Fußballer vom Seilersee wollen auf allen Ebenen wieder neu angreifen.

Mitten in einer der schwersten Krisen, die die Fußballer des VfK Iserlohn zurzeit durchleben, ist er derjenige, der Verantwortung übernimmt und versucht, die Seniorenabteilung wieder auf Kurs zu bringen: Jörg Hafner (48) wurde Ende März zu ihrem Vorsitzenden gewählt – einstimmig. Ihm zur Seite stehen Geschäftsführerin Anja Bormann, Yavuz Edis als Sportlicher Leiter und Kassierer Matthias Fricker. So steht es auf dem Papier. „Wir bilden eher ein Gremium“, spielt Hafner seine eigene Rolle etwas herunter. Lieber betont er, dass im Vorstand nun ein neues Miteinander herrscht. „Ich brauche keine 15 Leute, die sich nach der Vorstandswahl zum Foto aufstellen, sondern drei, die anpacken.“

Im Gespräch mit der Heimatzeitung zur Lage der Fußballabteilung wollte er auf die sportliche Situation der beiden Seniorenmannschaften, die in den Kreisligen A und B auf Abstiegsplätzen stehen, nicht näher eingehen. Er verwies stattdessen auf Yavuz Edis und Trainer Liridon Kryeziu. „Ein guter Vorsitzender muss gar nicht viel machen. Der hat sein Team“, unterstreicht Hafner. Ziele, an deren Erreichung er hart arbeiten möchte, hat er sich selbstverständlich schon gesetzt. „Wir möchten das Vereinsleben wiederbeleben und ein Wir-Gefühl schaffen.“

Der Sportplatz am Seilersee soll ein Ort werden, an dem man sich gerne aufhält. Das gilt für die Spieler, egal welchen Alters, und zum Teil auch für deren Eltern. Hafner beobachtet, dass viele Jugendspieler zum Training gefahren und anderthalb Stunden später wieder abgeholt werden. „So kann kein Vereinsleben entstehen. Und es kann auch nicht sein, dass die Spieler den Vorsitzenden nicht kennen.“

Natürlich sind auch neue Mitglieder willkommen. Aber welche zu gewinnen, ist ein schwieriges Unterfangen. „Wir sind kein wirklich typischer Stadtteilklub, dessen Mitglieder alle aus einem Dorf kommen. Und die Nähe zum FCI macht es uns auch nicht leichter.“ Woher also sportliche und ehrenamtliche Verstärkung nehmen und nicht stehlen? Hoffnungen, dass die Jugendlichen, die eines Tages die in Schlagdistanz zum VfK-Platz gelegene Gesamtschule besuchen, den Verein für sich entdecken, hat der Vorsitzende nicht. „So gesehen müssten wir die gesamte Grundschule Wiesengrund hier haben. Das ist ja nicht der Fall.“

Planungen für neue Saison sind längst angelaufen

Hafner selbst ist inzwischen seit zehn Jahren im Verein, er trainierte die Minikicker und baute mit seinem Vor-Vorgänger als Vorsitzender, Martin Herr, das Damen-Team auf, das nach wie vor besteht und in der Kreisliga um Punkte spielt. Sportliches Aushängeschild ist die erste Herrenmannschaft, die sieben Spieltage vor Saisonende bei zwölf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer im Sommer wohl den Gang in die Kreisliga B antreten muss. „Dort werden wir einen kompletten Neuaufbau mit jungen Wilden starten“, kündigt Yavuz Edis an. Er ist dem Verein seit vier Jahrzehnten eng verbunden und hat eine Situation wie die aktuelle schon zweimal miterlebt. Auch Sportlicher Leiter ist er in der Vergangenheit schon einmal gewesen, zuletzt zu besseren Zeiten in der Bezirksliga. Nun ist er seit gut einem Jahr wieder an Bord. Er kündigt, ohne Namen zu nennen, acht bis zehn neue Spieler an, gleichzeitig habe bis auf eine Ausnahme das komplette Team seine Zusage für die kommende Saison gegeben, inklusive Trainer Liridon Kryeziu, auf den er große Stücke hält. Das riecht nach sofortigem Wiederaufstieg. So weit will Edis noch nicht gehen, er gibt vorsichtig eine Platzierung unter den ersten Dreien aus.

„Es muss wieder bergauf gehen. Und dazu müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, sagt er und kündigt an, sich wieder mehr um die erste Mannschaft zu kümmern. Der könnten nach derzeitigem Stand der Dinge in Kürze wieder Spieler aus der A-Jugend zugeführt werden. Aktuell ist der älteste Juniorenjahrgang zwar nicht besetzt, doch das werde sich seinen Kenntnissen zufolge zur kommenden Saison ändern.

In der Tat: 16 bis 17 Spieler haben bereits zugesagt. Das freut und verwundert Jugendleiter Volker Schumann. „Wir haben noch gar nicht richtig dafür geworben“, begründet er. Bei dem neuen Team handelt es sich um eine Jugendspielgemeinschaft, die auf Schumanns Initiative hin zur laufenden Rückrunde mit dem SC Tornado Westig eingegangen worden ist. Aktuell läuft ein „Probebetrieb“ im C- und B-Jugendbereich. Die Zahl aller Kinder, die sich das Trikot des VfK überstreifen, liegt derzeit bei 160, was auf eine recht ordentliche Basis schließen lässt. Doch je älter die Kinder und Jugendlichen werden, desto dünner wird die Spielerdecke.

Sonderveranstaltungen in den kommenden Wochen

Ohne die Zusammenarbeit mit den Westiger Nachbarn hätten die C- und B-Jugend wohl vom Spielbetrieb zurückgezogen werden müssen. „Ich denke, dass auch andere Vereine auf Dauer nicht um Spielgemeinschaften herum kommen“, vermutet Schumann, der darauf achtet, dass die Nachwuchsspielern auch abseits des regulären Spielbetriebes beschäftigt werden. Dazu gehört mit dem Heinz-Seewald-Cup ein Kleinfeld-Klassiker, der demnächst von Freitag, 26., bis Sonntag, 28. April ausgetragen wird. Am Sonntag, 12. Mai, präsentiert sich die Jugendabteilung mit Mitmach-Aktionen beim Kinderfest im Floriansdorf, und groß ist die Vorfreude auf das Fußballcamp vom 21. bis 23. Juni, das in Kooperation mit „Bravo Sport“ organisiert wird.

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