Basketball

Spätberufener, der Hobby zum Beruf macht

Martin Miethling mischt beim Training mit dem Nachwuchs aktiv mit.

Martin Miethling mischt beim Training mit dem Nachwuchs aktiv mit.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Lieber Trainer als Lehrer: Martin Miethling, seit dem Sommer neuer Nachwuchs-Koordinator bei den Kangaroos

In seiner Sportart ist er fraglos ein echter Spätstarter, denn erst mit 18 Jahren kam Martin Miethling zum Basketball. Heute startet der bald 40-Jährige Hagener in diesem Sport dagegen durch, hat ihn seit diesem Sommer sogar zum Beruf gemacht, und zwar als Jugend-Koordinator und Mini-Trainer bei den Iserlohn Kangaroos.

Beim Fußball, Tischtennis oder Ringen hatte sich der in Herdecke-Kirchende aufgewachsene Miethling versucht. „Meine Eltern haben mir alles ermöglicht, allerdings immer mit der Vorgabe, mindestens ein Jahr dabei zu bleiben. So richtig Spaß hat mir aber keine Sportart gemacht, ich war wohl auch zumeist talentfrei“, erinnert er sich. Anders war das beim Basketball. Da traf man sich in seinem Dorf auf dem Freiplatz, und dort wurde er von einem Trainer des TuS Ende angesprochen.

Als Spätberufener legte er von 1997 bis heute eine aktive Karriere hin, die ihn aus der 2. Kreisliga bis in die Regionalliga führte und die unlängst in den Reihen des SV Haspe 70 mit dem deutschen Meistertitel in der Altersklasse Ü35 gekrönt wurde. Nahezu parallel absolvierte Martin Miethling eine Trainerlaufbahn, die die ganze Palette im Basketball abdeckte. Breitensport, Leistungssport, Jugend, Senioren, Männer und Frauen: Alles war dabei.

Die größten Erfolge feierte er hier mit den Damen der BG Hagen, die er aus der Landes- in die Regionalliga führte. Den größten Spaß hatte er aber stets bei der Vermittlung der Inhalte an Kinder und Jugendliche. Das kann nicht verwundern, schließlich hat er ein Lehramtsstudium für die Sekundarstufe I (Mathematik und Sport) durchlaufen, bei dem ihm nur noch ein kleiner Teil des Weges zum examinierten Pädagogen fehlt, was sich aber jederzeit nachholen lässt.

„Derzeit sehe ich mich mehr im Trainerberuf als im Lehrerberuf“, sagt Martin Miethling und war sofort Feuer und Flamme, als er das Stellenangebot aus Iserlohn sah. Da befand er sich gerade in einem Lehrgang des Deutschen Basketball-Bundes zum Mini-Trainer, und genau den suchten auch die Iserlohn Kangaroos in ihrer Ausschreibung.

Seit diesem Sommer ist der 1,96 m große Hagener, der als Spieler als treffsicherer Werfer auf der Flügelposition zum Einsatz kam, für den jüngeren Nachwuchs bis hinauf zur U14 in der Waldstadt zuständig. „Zum Training kommen die Kinder freiwillig, in der Schule muss man die Hälfte der Klasse erst einmal dazu bringen, überhaupt mitzumachen“, nennt Miethling einen für ihn wesentlichen Grund, lieber im Verein zu arbeiten.

Bis vor kurzem war er als Jugend-Koordinator beim TSV Hagen 1860 zuständig, dort allerdings ehrenamtlich. Nun hat er sein Hobby zum Beruf gemacht, und mit 350 Mitgliedern ist die Herausforderung bei den Kangaroos mehr als dreimal so groß wie in Hagen. In Iserlohn hat er nach seiner Überzeugung einen gut organisierten Verein vorgefunden, der über ein ordentliches Einzugsgebiet verfügt – anders als in Hagen, wo viele Klubs um den Basketball-Nachwuchs buhlen.

Neben dem Training der Vereinsteams in Iserlohn kümmert er sich auch um die Schul-AGs, wo man Jahr für Jahr jeweils eine Mannschaft mehr als in der Vorsaison begeistern will. Als Trainer ist er da auch jeden zweiten Samstag bei den Profis in der Halle. Denn dort spielt in der Pause jeweils die Grundschulliga, wo er aktiv eingreift.

Der Spaß soll bei den Kindern im Vordergrund stehen

Seinen Arbeitsaufwand beziffert Martin Miethling auf 40 Stunden pro Woche. Drei Spiele des Nachwuchses übernimmt er pro Wochenende. „Ich habe ja in jedem Team einen Co-Trainer“, erklärt er.

Sich selbst bezeichnet der Basketballer, der noch aktiv in der Oberliga beim TSV Hagen spielt, als Mischung aus einem analytischen und einem emotionalen Menschen, aber er sagt auch: „Ich bin nicht der Typ, der 40 Minuten an der Linie brüllt.“ Gerade bis zur U10 ist es für ihn unerlässlich, dass die Kinder viel Spaß haben. Da kommt es ihm gerade recht, dass ab dieser Saison nur noch nach den Achteln gewechselt werden darf. „Es bringt überhaupt nichts, Kinder auszuwechseln, wenn sie einen Fehler gemacht haben“, so Miethling, der möglichst viele Kinder zum Basketball bringen will. „Erst in der U14 trennen sich die Aspekte Spaß und Leistung“, macht er deutlich. Bis dahin gilt es, eine möglichst große Breite hinzubekommen, damit am Ende ein paar Talente für den Verein dabei herauskommen.

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