Fußball

Spannung, Tore und großer Jubel

Nach dem Ligapokal-Krimi kannte der Sümmerner Jubel keine Grenzen mehr.

Nach dem Ligapokal-Krimi kannte der Sümmerner Jubel keine Grenzen mehr.

Foto: Dennis Echtermann

Dröschede.   Erfolgreicher Karsamstag für den Iserlohner Frauenfußball: Borussia Dröschede verteidigt den Kreispokal, zuvor holt Sümmern den Ligapokal.

Das war ein Festtag des Frauenfußballs auf der Emst: Am Karsamstag gewannen die Sportfreunde Sümmern vor toller Kulisse zunächst den Kreisliga-A-Ligapokal, im Anschluss zog Borussia Dröschede nach und verteidigte den Kreispokal. In beiden Spielen fielen Tore satt und an Spannung mangelte es auch nicht.

Ligapokal Iserlohn/Lüdenscheid/Arnsberg, Finale: SF Sümmern - TuS Vosswinkel 7:5 n.E, (3:3, 2:0). Nicht erst in dem Moment, als Sümmerns Torhüterin Vivien Lampe im entscheidungsbringenden Elfmeterschießen zum zweiten Mal Siegerin blieb, wurde sie zur Spielerin des Spiels. Auch in den 90 vorangegangenen Minuten hielt sie die Sportfreunde durch starke Paraden im Spiel, auch wenn es gar nicht soweit hätte kommen müssen. Denn nachdem es auf beiden Seiten jeweils eine gute Gelegenheit gab, brachte Yvonne Olgemann Sümmern in Führung. Sie setzte sich gegen zwei Verteidigerinnen durch und traf dann von der Strafraumgrenze.

TuS-Anhang sorgte für tolle Stimmung auf der Tribüne

Die Gäste wirkten keineswegs geschockt. Im Gegenteil: Angefeuert durch viele lautstarke Fans, die mit einem Sonderbus und mehreren Pkw nach Dröschede kamen, gewann der TuS die Oberhand. Mehrfach verhinderte Vivien Lampe den Ausgleich. Pech hatten die Sportfreunde dagegen, als Lea Schlender, die traumhaft von Angelina Weber in Szene gesetzt wurde, nur die Latte traf. Die Passgeberin war es zwei Minuten vor der Pause, die nach einem Doppelpass mit Nadine Maier auf 2:0 stellte.

Dann wurde es dramatisch: Die ohnehin starken Vosswinkelerinnen schafften in der 52. Minute durch Hanna Röhmer den Anschluss und trafen drei Minuten später nur die Latte. Und als Verena Giese einen indirekten Freistoß ins Sümmerner Tor drosch (67.), drohte das Spiel endgültig zu kippen, zumal ihre Mitspielerin Jana Stoltefaut vier Minuten später das leere Tor verfehlte. „Wir hatten uns etwas zu sehr auf das 2:0 festgesetzt“, analysierte Sümmerns Angelina Weber. Sie verwies aber darauf, dass das Team stets gekämpft habe. Genau so war’s. Der Ausgleich war wie ein Weckruf. Auf der Torlinie vereitelte eine TuS-Spielerin Sümmerns bis dahin beste Chance der zweiten Halbzeit durch Yvonne Olgemann (86.), nur eine Minute später schloss Angelina Weber ein Solo zum 3:2 ab. Es passte zu diesem verrückten Spiel, dass das immer noch nicht die Entscheidung war. Eine Minute vor Schluss bekam Sümmern den Ball nicht aus dem Strafraum, letztendlich landete er im Tor. Nach dem Spiel ging es direkt ins Elfmeterschießen, in dem Sümmern das nötige Glück und eben Vivien Lampe hatte. Der Vosswinkeler Anhang feierte das eigene Team trotzdem wie einen Sieger.

Kreispokal-Finale: Borussia Dröschede - LTV 61 Lüdenscheid 4:2 (0:1). Noch liegen zwei Spielklassen zwischen dem Team von Borussia Dröschede (Westfalenliga) und den Lüdenscheidern, die in der Bezirksliga von der Spitze grüßen. Von einem Klassenunterschied war auf dem Spielfeld allerdings zunächst nichts zu sehen. Die Lüdenscheiderinnen griffen früh an und lauerten auf Fehler der Dröschederinnen, die diese auch fleißig produzierten. Ob im Stellungs-, im Umschaltspiel oder bei der Ballannahme – der Favorit tat sich in fast allen Bereichen schwer und durfte sich nicht beklagen, in der 19. Minute in Rückstand geraten zu sein. Anna Teresa Schönenberg touchierte einen Freistoß, Melissa Luckenhardt im Dröscheder Tor war chancenlos.

Erst mit Beginn der zweiten Halbzeit führten die Dröscheder Offensivbemühungen, die dem Team auch vor der Pause nicht abzusprechen waren, zum Erfolg: Nach einem Warnschuss von Paulina-Sophie Stolz (47.), fasste sich Eda Ceren Gören ein Herz. Unhaltbar schlug ihr Schuss aus 20 Metern Torentfernung ein. Das war der Wendepunkt. In Führung ging die Borussia in der 59. Minute: Paulina-Sophie Stolz ließ zwei Gegenspielerinnen stehen und traf von der Strafraumgrenze. Auch das 3:1 durch Sina Schäfer (71.) fiel durch einen Distanzschuss.

Offensichtlich konnten die Lüdenscheiderinnen das hohe Tempo aus der ersten Halbzeit nicht halten. Das sah auch Dröschedes Spielführerin Vanessa Maggio so: „Wir haben das Spiel über unsere Kondition entschieden. Dass bei uns zunächst nicht viel zusammenlief, hatte mit Sicherheit auch damit zu tun, dass fünf Leute gefehlt haben.“ Doch es ging ja noch weiter: Waltraud Zöpke war bei einem Gören-Freistoß zur Stelle und erzielte das 4:1, Lüdenscheid bekam in der Schlussminute noch einen Elfmeter zugesprochen, der dann auch saß, aber den Dröschederinnen den Spaß nicht verdarb.

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