Eishockey

Spitzenreiter eine Nummer zu groß

Die Roosters (hier gegen Augsburg) verloren in München, enttäuschten aber nicht.

Die Roosters (hier gegen Augsburg) verloren in München, enttäuschten aber nicht.

Foto: Foto: Max Winkler

München.  Roosters halten zwei Drittel lang gut mit, doch dann setzt sich Münchens Qualität durch.

Es wäre ja auch zu schön gewesen, als erste den Münchnern einen Fleck auf der weißen Weste zu verpassen. Zwei Drittel lang war das für die Roosters gar nicht so abwegig, doch im Schlussabschnitt setzte sich die große individuelle Klasse des Spitzenreiters durch, der mit dem elften Drei-Punkte-Sieg im elften Spiel seinen Startrekord ausbaute.


Red Bull München - Iserlohn Roosters 5:2 (1:1, 2:1, 2:0). Eigentlich ist es eine dankbare Aufgabe, als krasser Außenseiter beim Seriensieger anzutreten. Echter Erfolgsdruck kann nicht aufkommen, man darf nur nicht in übergroßen Respekt verfallen und muss an seine Chance glauben. Das taten die Roosters, die forsch begannen und nur knapp vier Minuten bis zum ersten Ausrufezeichen brauchten. Erik Buschmann, der Jens Baxmann ersetzte, zog von der blauen Linie ab, und Marko Friedrich hielt die Kelle hin - das 0:1. Für den jungen Verteidiger war es der erste Scorerpunkt in seiner DEL-Karriere.

Erik Buschmann mit demersten Scorerpunkt in der DEL

Danach bekam Anthony Peters im Roosters-Tor zwangsläufig mehr zu tun, denn der Spitzenreiter war natürlich um die schnelle Antwort bemüht. Aber die Gäste spielten sehr gut mit, so dass der Ausgleich eher überraschend fiel. Peters sah dabei unglücklich aus, denn gegen Seidenberg bekam er die kurze Ecke nicht schnell genug dicht. Nach Strafen hüben wie drüben hätten die Sauerländer beinahe für den furiosen Schlusspunkt dieses Drittels gesorgt, aber Clarke und Friedrich ließen die Riesenchancen zum 1:2 ungenutzt. Dennoch: Mit starker Defensive und mutigen Offensivaktionen hatten die Roosters überzeugt.

Sie starteten in Unterzahl in den Mittelabschnitt und standen dicht vor dem Eröffnungspaukenschlag, als Mike Hoeffel die Scheibe an den Pfosten setzte (21.). Danach gewannen die Münchner aber mehr und mehr die Oberhand, Iserlohn geriet unter Druck und kam selten zu Entlastungsangriffen. Das 2:1 (25.) war die logische Folge, allerdings fälschte Daine Todd den Puck unfreiwillig zum Torschützen Abeltshauser ab.

Doch solche Rückschläge bringen die Roosters nicht aus dem Konzept. Ein blitzsauberer Angriff, Friedrichs schöner Pass auf Jake Weidner, und der nimmt ganz genau Maß. Danach schafften es die Gäste zwar nicht, dauerhaft auf Augenhöhe zu agieren, aber sie gestatteten dem Tabellenführer nur selten Drangperioden.

Schnell umschalten kann das Red-Bull-Team allerdings wirklich gut. So in der 38. Minute, als Peterka durchstartete, Peters zu einer Glanzparade zwang und im Nachsetzen Daubners erfolgreichen Torschuss vorbereitete (38.).

Aber vor dem Start des Schlussdrittels waren die Gäste noch im Rennen, nur änderte sich das zu ihrem Leidwesen ganz schnell. Gerade 67 Sekunden waren vorüber, als München einen gegnerischen Scheibenverlust nutzte, blitzschnell durchstartete und durch Gogulla auf 4:2 erhöhte. Und danach spielten die Hausherren ihre ganze Klasse aus. Sie kontrollierten das Geschehen, ließen sich überhaupt nicht mehr in Bedrängnis bringen und deuteten mehrfach an, dass sie bei Bedarf auch noch einmal hochschalten würden. Das war eindrucksvoll.

Nur der starke Peters und der Pfosten zögerten den Ausbau der Führung hinaus, die dann drei Minuten vor Schluss Kastner besorgte. Und unter dem Strich ging dieses Resultat auch in Ordnung, denn dieses Red- Bull-Team ist aktuell einfach das Maß aller Dinge in der DEL. Doch die Roosters können in Anspruch nehmen, sich zwei Drittel lang richtig gut verkauft zu haben.

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