24-Stundenlauf

Streckenrekord und sogar eine Weltbestleistung

Die Strecke um den Seilersee ist attraktiv, aber aufgrund des Anstieges in der Bilveringser Bucht auch sehr anspruchsvoll.

Foto: Stefanie Albedyhl

Die Strecke um den Seilersee ist attraktiv, aber aufgrund des Anstieges in der Bilveringser Bucht auch sehr anspruchsvoll. Foto: Stefanie Albedyhl

Iserlohn.   Erstmals gewinnt mit Antje Krause eine Frau die Gesamtwertung.

Es sah noch recht locker aus, als Antje Krause bei strahlendem Sonnenschein die drei Stufen auf das Podium nahm, um sich als Siegerin des zehnten 24-StundenBenefizlaufes am Seilersee auszeichnen zu lassen. Dabei hätte sie allen Grund gehabt, sich weniger sportiv zu bewegen. Denn die Läuferin vom Ultra-Sport-Club Marburg hatte zuvor bei der Iserlohner Laufveranstaltung Geschichte geschrieben.

Krause (W45) stellte beim „Heimatversorgerlauf“ einen neuen Streckenrekord für Frauen auf: 219,867 Kilometer! Damit hatte sie die bisherige Bestmarke um 12,100 Kilometer überboten und zugleich für ein weiteres Novum gesorgt. Denn erstmals gewann eine Frau die Gesamtwertung. Sie verwies den Portugiesen Manuel Tuna von der TSG Helberhausen (1. M50/209,577 km) und Matthias Kröling (LG Ultralauf/1. HK/204,124 km) auf die Plätze. Und hinter Benjamin Brade (LG kleiner Eisbär/1. M35/196,665 km) kam mit Desiree Sauren (Birkesdorfer TV/1. W40/195,652 km) schon die zweitbeste Frau ins Ziel. Stark präsentierte sich Jörg Michaelis vom TV Deilinghofen mit 145,747 Kilometern (26./4. M45).

Trainingslauf endet mit dem Gesamtsieg

Gänzlich überraschend kam der Erfolg der Marburgerin nicht. Sie ist Deutsche Meisterin im 24-Stundenlauf und Mitglied der 24-Stundenlauf- und 100-km-Nationalmannschaft. „Eigentlich wollte ich nur trainieren und mich auf die Weltmeisterschaft in Belfast vorbereiteten“, berichtet die Siegerin. Zwischen den Stunden 18 und 23 hatte sie einen Durchhänger, „aber danach wusste ich, dass ich es schaffe“, so Krause, deren persönliche Bestmarke 235 Kilometer beträgt. Viel Lob hatte sie für das Team von Bernd Nuß, der diese Laufveranstaltung vor zehn Jahren ins Leben gerufen hatte und die inzwischen fester Bestandteil im heimischen Sportkalender ist. „Das ist eine sehr schöne Veranstaltung. Das hätte ich so nicht erwartet“, lobte die neue Rekordhalterin das Gesamtpaket.

Angetan zeigte sich auch Ursula Dinges aus Frankfurt am Main, die ebenfalls eine Bestmarke setzte. Denn sie lief 123,549 Kilometer, damit stellte die 77-Jährige eine neue Weltbestmarke in der Altersklasse W75 ab. Dinges war bereis zum sechsten Mal in Iserlohn am Start.“ „Das ist eine sehr schwere Strecke, und in der Nacht war es sehr kalt“, berichtete die vitale Hessin, die in den 24 Stunden zwei Zehn-Minutenpausen zum Kleidungswechsel einlegte und im kommenden Jahr wieder am Seilersee dabei sein will. „Ich möchte das noch bis achtzig machen“, verkündete sie selbstbewusst und entschlossen.

Ein paar Runden gegen einen kleinen moralischen Tiefpunkt

Das Lob von vielen Seiten tat Bernd Nuß sehr gut. Der erzählte von einem zwischenzeitlichen moralischen Tiefpunkt. „Dann habe ich mir die Laufsachen angezogen, bin ein paar Runden gelaufen, und da war es wieder meine Veranstaltung.“ Laufen trägt eben zum Wohlbefinden bei . . .

Rund 800 Aktive gingen diesmal bei den diversen Wettbewerben an den Start, darunter auch viele Sportler aus dem Ausland, u. a. aus der Schweiz, aus Großbritannien, aus Belgien oder den Niederlanden. Dagmar Freitag, die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete, hatte das Feld am Samstagmittag auf die lange Strecke geschickt. Dabei war auch ein Schiedsrichter aus der Deutschen Eishockey-Liga. Eric Daniels lief für den MC Menden als Free-Runner 32,169 Kilometer. Apropos DEL: Das oberfränkische Team Icehouse mit den Burger-Zwillingen hatte an seinem Versorgungszelt ein Dress der Eisbären Berlin zur Schau gestellt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik