Taekwondo

Taekwondo-Nationalmannschaft: Über Iserlohn nach Puebla

Den WM-Vorbereitungslehrgang absolviert die Nationalmannschaft in Iserlohn.

Den WM-Vorbereitungslehrgang absolviert die Nationalmannschaft in Iserlohn.

Foto: IKZ

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Iserlohn. Das hat sich Taekwondo-Bundestrainer Carlos Esteves schon lange gewünscht: Ein Lehrgang der deutschen Damen-Auswahl in der Waldstadt. Und genau dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen, bereitet sich die nationale Elite doch in dieser Woche vor Ort auf die Weltmeisterschaft im mexikanischen Puebla Mitte Juli vor.

Unterstützung erhielten die Kämpferinnen vom Vizepräsidenten der Deutschen Taekwondo-Union (DTU), Musa Cicek, der in der Sporthalle des Stenner-Gymnasiums vorbeischaute und der Mannschaft viel Glück wünschte. Er überzeugte sich vor Ort von den optimierten Bedingungen. „Es ist ein guter Rahmen, aber es könnte noch besser sein. Für reinen Vereinssport ist das allerdings schon Luxus“, stellt er fest. Derzeit gebe es in Deutschland noch kein reines Bundesleistungszentrum für Taekwondo, aber zumindest in Nürnberg laufe die Planung. „Außerdem soll es eines in NRW geben, möglicherweise in Hennef oder woanders. Wir sind nach allen Seiten offen“, so Cicek weiter.

In Iserlohn können die WM-Teilnehmerinnen in den Räumlichkeiten des TKD Centers trainieren, und sie erhalten durch Sven Kruse (Medivital), der eigens einen Mitarbeiter abgestellt hat, physiotherapeutische Unterstützung. Kruse kann auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Aktuell betreut er mit seinem großen Team Spitzensportler aus mehr als zehn olympischen Sportarten.

Untergebracht ist das Nationalteam im Stadthotel, womit man ein Trainingslager relativ kurzer Wege auf die Beine gestellt hat, das allerdings noch nicht ganz mit den Bedingungen eines Leistungszentrums konkurrieren kann, in dem alles unter einem Dach zu finden ist.

Bundestrainer Carlos Esteves, der mit der Perspektive „Olympia in Rio 2016“ mit einer ganz jungen Mannschaft in Mittelamerika an den Start geht, zeigt sich sehr zufrieden mit der Maßnahme, sorgt sich aber um etliche verletzte Nationalmannschaftsaspirantinnen. Da auch noch Bronzemedaillengewinnerin Helena Fromm, die im Herbst ein Kind erwartet, nicht mitwirken kann, ist das eine Chance für die Newcomer. Dazu gehört auch Anna-Lena Frömming vom Taekwondo Center Iserlohn. Die 18-Jährige fiebert ihrer ersten Senioren-WM entgegen.

Im Trainingslager sind vom TKD Center auch Melanie Hartung und Tabea Wenken als Sparringspartner dabei. Letztere will nach gerade bestandenem Abitur im Hinblick auf die nächsten Großereignisse angreifen und hat den Zeitraum bis Rio komplett auf den Sport abgestellt.

Dass die jungen Deutschen auch international mithalten können, davon ist Carlos Esteves überzeugt, gab es doch unlängst bei der U21-Junioren-WM in Moldawien einen zweiten Platz mit der Mannschaft zu feiern. Doch das ist schon beinahe wieder Geschichte, nun fokussiert sich alles auf Mexiko. Bis Sonntag wird in Iserlohn trainiert, danach geht es für vier Tage nach Hause. Schließlich erfolgt der Abflug ins Höhen-Trainingslager nach Mexiko.

Neben der Arbeit mit den WM-Teilnehmerinnen ist Carlos Esteves beinahe pausenlos um die Aufwertung des Taekwondo-Standortes Iserlohn bemüht. „Wir haben die inoffizielle Zusage, dass wir den Landesstützpunkt bekommen“, freut er sich über einen Etappensieg. Nach der WM soll dann auch offiziell ein Wappen an der Sporthalle des Stenner-Gymnasiums angebracht werden. Doch wer den engagierten und erfolgreichen Trainer kennt, der weiß, dass er nicht eher ruhen wird, bis die Waldstadt eines Tages ein echtes Leistungszentrum bekommen wird. Und da dürften auch die Worte vom DTU-Vize Cicek zu diesem Thema weitere Energien geweckt haben.

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