Tischtennis

TTV Letmathe leistet besondere Nachbarschaftshilfe

Mit beiden Vereinen ist die Kooperation gut angelaufen. Tillmann Dressen (hinten, Mitte links) legt an der Ausbildung des Tischtennis-Nachwuchses selbst Hand an. 

Mit beiden Vereinen ist die Kooperation gut angelaufen. Tillmann Dressen (hinten, Mitte links) legt an der Ausbildung des Tischtennis-Nachwuchses selbst Hand an. 

Foto: Privat

Letmathe.  Kooperationen wie mit dem PSV Iserlohn und der SG Eintracht Ergste sollen die Vereinsvielfalt langfristig erhalten.

Nicht nur in der Marktwirtschaft herrscht Konkurrenz, sondern auch im Sport. Die Ziele, starke Leistungen zu vollbringen und im fairen Wettkampf erfolgreicher als der Gegner zu sein, gehören seit jeher zu seinen Merkmalen. Der TTV Letmathe pflegt seit einer Weile einen besonderen Umgang mit seinen Mitbewerbern in nächster Nähe. Er kooperiert mit ihnen, damit es auch in Zukunft zu Duellen an der Tischtennisplatte kommen kann.

„Wir wollen nicht, dass Vereine um uns herum von der Bildfläche verschwinden“, sagt Emre Yenen, Vorsitzender des TTV, und führt weiter aus: „Wir sind der einzige Verein in der Umgebung, der in der jüngeren Vergangenheit allein im Nachwuchsbereich personell um 15 Prozent zugelegt hat.“ 50 Kinder und Jugendliche spielen für den TTV, ein Viertel aller Mitglieder sind unter 16 Jahren. „Das freut uns zwar, führt aber auch dazu, dass wir den Zulauf nicht mehr alleine stemmen können.“ Auch deswegen kooperieren die Letmather mit zwei Vereinen: dem PSV Iserlohn und neuerdings auch mit der SG Eintracht Ergste.

Yenen verwies auf zwei treibende Kräfte aus den eigenen Reihen, die sich intensiv um die neue Sache kümmern: Sportwart Torben Majewski und Tillmann Dreesen, der bei seinem Heimatverein momentan seinen Bundesfreiwilligendienst leistet. Beide treten auch in Meisterschaftsspielen für den TTV an. Majewski schildert, wie die Kooperation zustande kam: „Beide Vereine haben uns kontaktiert, weil bekannt ist, dass wir qualitativ hochwertige Nachwuchsarbeit leisten und gute Trainer in unseren Reihen haben. Sowohl Ergste, als auch der PSV wollten auch etwas für ihren Nachwuchs tun, doch dazu fehlten die personellen Ressourcen.“

Und so kam es, dass die Kinder auf alle drei Vereine verteilt wurden und dort von Letmather Trainern das Tischtennisspiel beigebracht bekommen. „Es gibt die Vereinbarung, dass die talentiertesten Spieler zu uns kommen. Zudem soll zeitnah die Assistenztrainerausbildung starten. „Uns geht es darum, dass sowohl die Eintracht, als auch der PSV autonom werden und dass wir eine Bindung zwischen den Nachwuchsspielern und dem TTV schaffen.“ Eine Liga als Ziel definiert Majewski nur ungern. „Seit einigen Jahren werden unsere Spieler nicht mehr bezahlt. Was bringt uns dann eine hohe Klasse, wenn der Verein keine Perspektive hat?“

Eine Perspektive hat dagegen die Kooperation, die Tillmann Dreesen wesentlich mit Leben füllt. „Ich bin tatsächlich derjenige, der in der Halle steht und bei Eintracht Ergste so etwas wie die Rolle des Cheftrainers ausfüllt.“ Wohlgemerkt als „BufDi“, also nur für einen zeitlich begrenzten Zeitraum. Im Spätsommer endet dieses Programm.

Tillmann Dreesen leistet wichtige Basisarbeit

Da trifft es sich natürlich gut, dass der 18-Jährige, der im vergangenen Jahr sein Abitur am Gymnasium Letmathe gemacht hat, sowieso dem TTV angehört. „Auf die Kooperation werde ich auf jeden Fall weiterhin ein Auge haben, zumal mir die Ergster Kinder mittlerweile ans Herz wachsen.“ Sie wurden zuvor ausschließlich von älteren Spielern oder Eltern trainiert, die weiterhin fester Bestandteil sind. „Ich unterstütze sie mit modernen Trainingsmethoden und Erklärungen. Grundsätzlich ist das Wissen ja vorhanden.“ Dreesen ist außerdem mit dabei, wenn der TTV in Kindergärten und Grundschulen geht.

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