Eishockey

Über das einfache Spiel zum Erfolg

Daniel Weiß stürmt seit dieser Saison für die Iserlohn Roosters und steht nach bislang 23 Einsätzen bei sechs Scorerpunkten

Daniel Weiß stürmt seit dieser Saison für die Iserlohn Roosters und steht nach bislang 23 Einsätzen bei sechs Scorerpunkten

Foto: Michael May

Iserlohn.  Stürmer Daniel Weiß sieht die Roosters nach schwierigen Monaten auf einem guten Weg.

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Freude und Erleichterung standen in seinen Augen, und beim Torschrei schien auch eine Menge Frust aus ihm heraus zu sprudeln: Stürmer Daniel Weiß war am Sonntag mit seiner hineingestocherten Scheibe zum 4:0 maßgeblich an der verrückten Anfangsphase des Spiel der Iserlohn Roosters gegen seinen früheren Verein Eisbären Berlin beteiligt. Weiß gehört mit seinen 29 Jahren und gut 600 Einsätzen in der DEL zu den erfahrensten Spielern bei den Roosters. Mit ihm haben wir uns über die bislang holprig verlaufende Saison, aber auch über den jüngsten Aufwärtstrend der Mannschaft unterhalten.

Ihr seid trotz der neun Treffer aus den Spielen gegen Nürnberg und Berlin mit 69 Toren aus 35 Spielen das harmloseste Team der Liga. Warum fällt den Roosters das Toreschießen so schwer?

Das ist eine gute Frage, die wir uns selbst stellen. Denn eigentlich haben wir viele gute Scorer im Team. Auch ich persönlich hätte häufiger treffen müssen. Auch deswegen ist mir beim Tor gegen Berlin definitiv ein Stein vom Herzen gefallen. Dass ich es kann, habe ich in der vergangenen Saison bewiesen. Aber die Torhüter sind sehr stark geworden, zudem verteidigen die meisten Mannschaften richtig gut. Unsere Torausbeute hängt auch mit dem Powerplay zusammen. In solchen Situationen müssen wir noch häufiger treffen.

Wer treffen will, muss erstmal aufs Tor schießen. In dieser Hinsicht ist die Mannschaft häufig sehr zurückhaltend, wenngleich Trainer Jason O’Leary beteuert, dass das im Training hervorragend funktioniert.

Ja, das ist auch so. Aber die Umsetzung im Spiel ist leichter gesagt als getan. Grundsätzlich geben frühe Tore Selbstvertrauen. Klappt das nicht, sondern vergibt man eine Chance nach der anderen, sitzt man irgendwann in der Kabine, ärgert sich und grübelt.

Gilt das auch für die Powerplay-Situationen?

Nicht direkt, eigentlich wissen wir, was zu tun ist. Wir müssen schnörkelloser, direkter und härter spielen, was uns auch der Trainer immer wieder sagt, zumal wir keine Mannschaft sind, die viel taktiert, sondern eine, die hart arbeiten kann und muss. Jamie MacQueen tut uns in dieser Hinsicht sehr gut, er hat ja schon viel Dampf in unser Powerplay-Spiel gebracht und sich gleich mit einem Überzahltor gegen Köln bei uns eingefügt.

Man hat das Gefühl, dass die Roosters besonders gut spielen, wenn sie personell auf dem Zahnfleisch laufen, wie beim Heimsieg gegen München und in den jüngsten drei Partien. Oder täuscht der Eindruck?

Nein, da ist was dran. Wir wissen, dass wir in solchen Situationen noch härter arbeiten müssen. Das ist in Nürnberg besonders zur Geltung gekommen, wo wir nach dem zwischenzeitlichen 3:4-Rückstand noch zurückgekommen sind. Das war am Ende definitiv ein Charaktersieg. Auf dem Zahnfleisch laufen vor allen Dingen unsere Verteidiger. Ryan O’Connor kam gegen Berlin auf 34 Minuten Eiszeit, was schon heftig ist. Wir hoffen, dass Chris Rumble bald wieder zurückkommt, wir sehen aber auch, dass mit Tobi Schmitz und Erik Buschmann zwei ganz junge Leute ihre Sache sehr gut machen.

Sie haben im vergangenen Sommer einen Jahresvertrag unterschrieben. Ist schon klar, wie es nach dieser Saison weitergeht?

Nein, darüber habe ich mir bislang noch keine Gedanken gemacht, mir liegt auch noch nichts vor. Erstmal setzen wir alles daran, dass wir noch in die Play-offs kommen, danach sehen wir weiter.

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