Basketball

Unbekümmert, zielstrebig und erfolgreich

Ein Aktivposten bei den Kangaroos: Jonas Grof

Ein Aktivposten bei den Kangaroos: Jonas Grof

Foto: Michael May/IKZ

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Iserlohn.  Er gehört zu den Jüngsten im Team der NOMA-Basketballer, doch gerade seine jugendliche Unbekümmertheit scheint es zu sein, mit der sich Jonas Grof zuletzt in den Fokus gespielt hat. Der 18-jährige Aufbauspieler zählte in der Vorbereitung und den ersten Saisonspielen zu den Aktivposten.

Als der Hagener vor etwas mehr als einem Jahr Deutschland in Richtung USA verließ, um dort nach seinem Abitur, das er bereits mit 16 Jahren gemacht hatte, ein Auslandsjahr einzulegen, sahen nicht wenige seine bis dato gute Entwicklung als Basketballer in Frage gestellt. Doch im Mutterland dieser Sportart traf es Jonas Grof an der Lee Academy im Bundesstaat Maine bestens. „Sprachlich, menschlich und sportlich hat mich das weitergebracht“, berichtet er heute. Und in Sachen Basketball verlief der Wiedereinstieg beinahe problemlos.

Doch das verwundert letztlich nicht, denn Grof spielte in der sogenannten Prep-Liga, die zwischen High School und College angesiedelt ist. Da er es dort zumeist mit älteren Akteuren zu tun bekam, benötigte er zwar ein wenig Anlaufzeit, bekam danach aber viele Einsatzminuten. „Ich hätte auch in den USA bleiben können, habe mich dann aber doch für eine Rückkehr entschieden“, erzählt Grof. Im Sommer war er schließlich wieder da, und die Iserlohner freuten sich über einen starken Neuzugang für ihr Pro-B-Abenteuer. Gleichzeitig war aber auch Phoenix Hagen interessiert, so dass man eine Doppellizenz vergab - allerdings mit dem Schwerpunkt für Einsätze in Iserlohn.

Doch zumindest einmal konnte Jonas Grof schon ein wenig Bundesligaluft schnuppern. Im Spiel gegen Bremerhaven gehörte er zum Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Beim Krombacher-Cup in der Vorbereitung waren es gegen Bayern München dann immerhin schon einmal sechs Minuten, in denen er sich an jene Gepflogenheiten gewöhnen konnte, die er zumindest mittelfristig dauerhaft erleben möchte.

„Dieses Jahr konzentriere ich mich aber ganz auf Iserlohn. Mit den Kangaroos, bei denen ich mich sehr wohl fühle, möchte ich in die Play-offs und dort möglichst weit kommen“, so Grof, der mit sechs Jahren zum Basketball kam. Dass dabei sein Vater Elmar die zentrale Rolle spielte, kann nicht überraschen. Schließlich schaffte der es bis in die Bundesliga und spielte später viele Jahre für Iserlohn.

Auch heute ist die Familie von Jonas Grof Stammgast am Hemberg, wenn der Sohnemann spielt. Und dass der mittlerweile sogar in der Startformation der Waldstädter zu finden ist, macht ihn stolz. Sieben Punkte hat Jonas bislang pro Partie erzielt. Im Testspiel gegen Pro-B-Klub Bochum waren es sogar 19. Zumeist spielt er im Aufbau, kann aufgrund seiner beachtlichen Größe von 1,98 Metern aber ebenso auf dem Flügel eingesetzt werden, was zuletzt auch geschah. Zu seinen Stärken gehören seine Effektivität und seine geringe Fehlerquote.

„Er kann noch viel mehr“, ist sein Trainer Matthias Grothe überzeugt. Und wenn er dies umsetzt, sollte Grof wohl auch wieder in das Blickfeld der Nationalmannschaft gelangen, der er bereits vor zwei Jahren angehörte, als es bei der Europameisterschaft in Litauen den fünften Platz zu feiern gab. Diesen Erfolg bezeichnet er bislang als den schönsten seiner Laufbahn. Doch er ist ehrgeizig genug, weitere folgen zu lassen.

Sein Traum ist es, Basketball-Profi zu werden, doch er weiß auch, dass es dorthin ein schwieriger Weg ist. Deshalb fährt er zweigleisig und hat vor einigen Tagen ein Studium im Fach Rechtswissenschaften an der Fernuni in Hagen aufgenommen. Fraglos ein trockener Stoff, doch für angenehme Abwechslung sorgt in seinem Leben ohnehin der Sport.

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