Eishockey

Unterzahltreffer zeigt Wirkung

Ein Bild mit Symbolkraft: Rooster Marko Friedrich am Boden, Düsseldorfs Kevin Marshall obenauf. 

Foto: Sebastian Blesel

Ein Bild mit Symbolkraft: Rooster Marko Friedrich am Boden, Düsseldorfs Kevin Marshall obenauf.  Foto: Sebastian Blesel

Iserlohn.   Roosters bauen nach starkem Beginn stark ab und verlieren auch das vierte Derby.

1:5, 1:6, 2:3 und nun 2:5! Die Roosters können in dieser Saison nicht gegen die Düsseldorfer EG gewinnen! Auch das vierte Hauptrundenspiel gegen den Erzrivalen verloren sie. Knackpunkt war gestern die DEG-Führung zum 2:1 durch einen Unterzahltreffer. Fortan waren die Rheinländer das bessere Team. Dass sie sich noch am Mittwoch im Punktspieleinsatz befunden haben, war ihnen nicht anzumerken. Die Konsequenz: Die DEG zog an den Waldstädtern vorbei, die auf Rang sieben zurückfielen und jetzt nur noch fünf Punkte Vorsprung auf Platz elf haben.


Iserlohn Roosters – Düsseldorfer EG 2:5 (0:0, 1:3, 1:2). Nach dem stimmungsvollen Auftakt vor dem Match (Vertragsverlängerung mit Jake Weidner, Ehrung von Sasa Martinovic, der am letzten Sonntag sein 500. DEL-Spiel absolviert hatte) gingen die Westrivalen im rappelvollen Hexenkessel sofort zur Sache. Da wurde keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen, da wurde schnörkellos der Weg zum Tor gesucht. Die Iserlohner, die ohne Dieter Orendorz und Chad Bassen (beide verletzt) sowie ohne Travis Turnbull (überzähliger Kontingentspieler) angetreten waren, besaßen ein leichtes optisches Übergewicht, aber die DEG erspielte sich die beiden ersten Großchancen durch Huß und Nowak, doch Sebastian Dahm klärte klasse.

Packendes Auftaktdrittel und zwei überraschende Tore

Exzellente Einschussmöglichkeiten boten sich aber auch den Hausherren. Nach Scheibengewinn von Jason Jaspers schoss Marko Friedrich knapp über den Kasten (14.), wenig später hatten Jack Combs sowie Blaine Down Möglichkeiten zur Führung (16.). Schwach verlief allerdings das erste IEC-Powerplay mit einer Gelegenheit für Combs. Das Derby war bis zur ersten Pause torlos, aber dennoch höchst unterhaltsam verlaufen.

Und so ging es zunächst auch im Mittelabschnitt weiter mit anfangs druckvolleren Iserlohnern. Doch Down scheiterte bei einem 2:1-Angriff am starken Bakala, ebenso wie Christopher Fischer und Jaspers. Aber die DEG steigerte sich konsequent und ging folgerichtig in Führung. Nahezu aus dem Nichts traf Lewandowski mit einem Schlenzer, als er genau die Lücke zwischen Pfosten und Dahm fand (27.). Den Waldstädtern gelang allerdings mit einem nicht weniger überraschenden Schuss das 1:1. Boris Blank zog aus der Mitte ab, ebenfalls mit einem Schlenzer.

Die DEG erspielte sich jedoch die besseren Chancen, Dahm bewahrte sein Team zunächst vor Schlimmerem, spektakulär sein Spagat bei Ebners Schuss. Bei einem viel zu zaghaften Überzahlspiel gerieten die Blau-Weißen dann auf die Verliererstraße, ein Scheibenverlust ermöglichte der DEG einen nahezu ungestörten Konter. Fischer, der allein die blaue Linie absicherte, wurde überlaufen, Strodel schloss souverän ab.

Doppelschlag zum 1:3 innerhalb von 86 Sekunden

Dieser Treffer zeigte bei den Roosters Wirkung, die 86 Sekunden später den nächsten Rückschlag einstecken mussten. Wieder wurden sie ausgekontert, wieder vollstreckten die Rheinländer eiskalt, diesmal durch Lewandowski, der die Scheibe nach toller Dmitriev-Vorlage diagonal ins Eck zirkelte (34.). Fortan lief bei den Sauerländern kaum noch etwas. Mit einer großen, letztendlich zu großen Hypothek gingen die Heimischen in den Schlussabschnitt.

Zu keiner Phase entstand in der Folgezeit der Eindruck, dass die DEG dieses Spiel noch aus der Hand geben würde. Die Gäste waren besser, agierten souverän und stellten die keinesfalls sattelfest wirkende IEC-Defensive vor Pro­bleme, gut, dass Dahm sein Niveau hielt. So lief die Uhr gegen die Roosters, die kaum noch Gefahr ausstrahlten, keine konstruktiven, präzisen Angriffsaktionen starteten und zu selten den Abschluss suchten. Da waren die Düsseldorfer besser. Sie machten durch ein „Kullertor“ von Bordson zum 1:4 acht Minuten vor Ende den Sack zu. Combs’ Treffer änderte daran nichts mehr, Machacek beendete mit einem Schuss ins leere Tor den bitteren Iserlohner Abend. Grund zum Feiern hatten nur die zahlreichen DEG-Fans, während etliche IEC-Anhänger richtig sauer waren.

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