Fußball

Vereine fordern jetzt Taten des Verbandes

Die Erkenschwicker, hier beim Spiel am Hemberg, erhalten auch Unterstützung vom FC Iserlohn.

Die Erkenschwicker, hier beim Spiel am Hemberg, erhalten auch Unterstützung vom FC Iserlohn.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Die Erkenschwicker Initiative findet breite Unterstützung, und sie soll das Problembewusstsein schärfen.

Die Initiative ging vom Fußball-Westfalenligisten SpVgg Erkenschwick aus, und 24 Vereine haben sie bisher unterstützt. Darunter auch der FC Iserlohn.

In dem Vorstoß heißt es, dass während des derzeit auch im Amateurbereich ruhenden Spielbetriebes, der mit einiger Sicherheit länger als – wie bisher geplant – bis zum 19, April ausgesetzt wird, bei aller Diskussion über die Profiklubs die massiven Probleme der Amateurvereine verschleiert werden. „Es herrscht allgemeine Verunsicherung, nicht zuletzt auch, weil sich die Fußballverbände bisher kein Stück bewegt haben.“ Und die Erkenschwicker listen Folgen der Corona-Krise für die Vereine auf.

Die Einnahmen brechen weg, und die Kosten laufen weiter

Wegfall von Spieltags- und Cateringeinnahmen; Wegfall von Sponsorengeldern durch behördliche Ladenschließungen und schlechte Auftragslagen von Unternehmen. Durch die Aussetzung des Spielbetriebs können Werbeleistungen nicht mehr erbracht werden, und dadurch brechen erhebliche Einnahmen weg, die vorher im Etat eingeplant waren. Die fixen Kosten laufen jedoch weiter. Neben Kosten zum Betrieb der Platzanlagen oder den Vorauszahlungen an die Finanzämter laufen bis zum jetzigen Zeitpunkt auch die Abgaben an die Verbände weiter. Sie wurden von den Vereinen schon teilweise für Spielzeiten entrichtet, die in der Zukunft liegen und deren Ausrichtung ungewiss ist. Mit der Einstellung des Spielbetriebs, geht nicht die Einstellung der fixen Kosten einher, die vor allem durch die Verbände verursacht werden.

Und weiter: Diese Krise ist nur solidarisch lösbar. Und somit kommen auf alle Helfer, Angestellten und Ehrenamtlichen besonders große Herausforderungen zu, wenn der Spielbetrieb in einem verkürzten Ablauf fortgeführt werden sollte. Die Forderungen der unterzeichnenden Vereine lauten.:

• Sofortige Aussetzung aller Verbandsabgaben

• Sofortige Rückzahlung der beim Verband hinterlegten Lizenzgelder zur Schaffung von Liquidität

• Verbandsseitiger Einsatz gegenüber der Berufsgenossenschaft zur Stundung der im Mai fälligen Beiträge, mindestens bis Jahresende

• Verbandsseitiger Einsatz für Ausfallzahlungen, die Schaffung von Kurzarbeit auch für Aushilfslöhne und Minijobs zum Erhalt der Vereinsstrukturen

• Eintritt in den Diskurs mit Politik und Wirtschaft zur Schaffung von Hilfspaketen. Ähnlich wie bei Unternehmen muss es im Sport finanzielle Soforthilfen geben, die die Liquidität sichern und die Vereine nicht in die Schuldenfalle führen.

„Unter den genannten Bedingungen und Herausforderungen kann es ein einfaches ,jetzt geht es weiter’ nicht geben. Die Aufnahme des Spielbetriebes ohne vorherige wirtschaftliche und organisatorische Hilfen, werden weite Teile der Amateurvereine an den Rand ihrer Existenz bringen. Wir befinden uns in einer nie zuvor dagewesenen Ausnahmesituation – auch im Amateurfußball.“

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