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Basketball

Verschiebung der Schwerpunkte

Dr. Rainer Ambrosy: Sein Thema ist Basketball.

Foto: Markus WASSMUTH

Iserlohn.  Statt den Ruhestand zu genießen, führt Dr. Rainer Ambrosy die Iserlohn Kangaroos.

Seit einer Woche ist er offiziell im Ruhestand, doch die Beine legt er deswegen nicht hoch. Für Dr. Rainer Ambrosy, seit gut einem Monat neuer Vorsitzender der Basketballer der Iserlohn Kangaroos, ist es eher eine Verschiebung der Schwerpunkte – vom stressigen Job als Kanzler der Universität Duisburg-Essen zum vielfach gefragten Ehrenamtler.

In seinem Herzen ist und war der heute 66-Jährige immer Basketballer. Mit 14 Jahren brachte ihn Rolf Sommer, sein Sportlehrer am Märkischen Gymnasium, mit der damals noch sehr exotischen Sportart in Berührung. Über den MBC kam er recht schnell zum TuS Iserlohn, wo er von den Reinecke-Brüdern unter die Fittiche genommen wurde. Bis heute hat er dort viele Freundschaften geknüpft, die auch jene Jahre überdauerten, als Rainer Ambrosy aus beruflichen Gründen kaum in Iserlohn präsent war.

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Der Kontakt zu den Kangaroos ist nie abgerissen

Ganz ist der Kontakt zu den Korbjägern dabei nie abgerissen. Zu den Familien Dahmen und Holke sowie etlichen anderen hat er bis heute eine tiefe Verbindung. Und so ließ er sich auch nicht lange bitten, als aus diesem Kreis schon vor einiger Zeit der Vorschlag kam, den Vorsitz der Amateurabteilung der Kangaroos zu übernehmen.

„Ich bin ein Verwaltungsmensch“, liefert Rainer Ambrosy eine Selbsteinschätzung, und so verwundert es nicht, dass er schon vor einigen Jahren ein sehr umfangreiches Jugendkonzept für die Kangaroos geschrieben hat, dessen Umsetzung er nun aktiv begleiten will. Der dreifache Familienvater ist ein Freund von Leitlinien und möchte den Sportlern und Trainern deren Umsetzung gerne im persönlichen Gespräch vermitteln. „Von Direktiven halte ich nichts, dass war schon in meinem Beruf so. Im direkten Gespräch lässt sich Vieles besser umsetzen“, sagt der ehemalige Chef von 43.000 Studierenden und 4500 Angestellten, der 15 Jahre diesen Posten ausübte, und zuvor zwölf Jahre als Kanzler an der Hochschule Bochum tätig war.

Mit der Übernahme des Vorsitzes bei den Basketballern beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Eigene sportliche Aktivitäten und die Ausübung von Ehrenämtern sollen diese Phase aber nicht alleine kennzeichnen. „Ich möchte mich natürlich auch um meine Familie kümmern“, macht er deutlich. Seine Frau Friederike ist noch berufstätig, doch Langeweile herrscht deshalb nicht, denn seine drei Söhne, die allesamt in der näheren Umgebung wohnen, haben bereits für zwei Enkelkinder gesorgt, die Rainer Ambrosy „heiß und innig“ liebt. „Ich bin ab sofort der flexible Part in unserer Familie und springe gerne ein“, so seine Einstellung.

Gutes Zeitmanagement ist zwingend erforderlich

Trotz Ruhestand ist also ein gutes Zeitmanagement erforderlich, um die einzelnen Aktivitäten unter einen Hut zu bekommen. Denn ein paar Posten sind trotz Eintritt ins Rentenalter vorerst geblieben. Beispielsweise jener als Ratsvorsitzender der Bauhaus-Uni in Weimar, oder jener als Aufsichtsrat des Uni-Klinikums in Essen.

Zeit nimmt sich Rainer Ambrosy aber auch für eigene sportliche Aktivitäten. Seit ihm sein Orthopäde im Alter von 40 Jahren riet, mit dem Basketball, den er stets nur auf breitensportlicher Ebene betrieben hat, aufzuhören, ist er begeisterter Radfahrer. „Ich fahre gerne mit dem Mountainbike downhill“, verrät er. Nicht ganz ungefährlich. Bei seinem jüngsten Sturz wurde seine rechte Hand nicht unbeträchtlich in Mitleidenschaft gezogen, doch es ist nichts gebrochen, und die Prellungen heilen wieder. Sportlich geht es allerdings auch ruhiger. Beispielsweise in einer Gymnastikgruppe des Skiklubs. Und da gibt es auch noch ein 40 Jahre altes Segelboot an der Sorpe, ohne Vereinsanbindung, das er künftig wieder häufiger nutzen möchte.

Beeindruckende Entwicklung in den letzten Jahren

Ein großer „Zeitfresser“, da ist sich Rainer Ambrosy ganz sicher, wird aber sein neues Amt als Vorsitzender der Amateurabteilung der Iserlohn Kangaroos sein. „Es ist einfach gigantisch, wenn man die Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren und Jahrzehnten sieht“, zeigt er sich beeindruckt. Besonders froh ist er darüber, dass ihm der bisherige Vorsitzende Roland Gröschel weiter mit Rat und Tat zur Seite steht und ihm den Rücken für bislang weniger bediente Themen wie Marketing, Sponsoring, Außendarstellung oder Networking frei hält. „Wir werden uns da sicher nicht mit den Profis ins Gehege kommen“, betont er schon einmal.

Denn Rainer Ambrosy ist stolz auf seinen Verein in seiner Gesamtheit und sieht sich auch als Bindeglied zwischen den Amateuren und den Profis, zumal er auch Mitgesellschafter der GmbH ist. Und so vertritt er natürlich auch das große, zuletzt noch einmal neu formulierte Ziel, in drei Jahren den Sprung in die ProA zu schaffen. „Wir haben auch jetzt schon bundesweite Beachtung mit dieser Mannschaft. Die Kangaroos sind bekannt. Den Verein macht aber noch viel, viel mehr aus. Die Grundschulliga, die Ballschule, viele hochklassig spielende Mannschaften und zahlreiche andere Veranstaltungen sind überaus beachtenswerte Dinge“, sagt Ambrosy, dessen vornehmliches Ziel es darüber hinaus ist, die große Zahl an Ehrenamtlern bei den Basketballern bei der Stange zu halten. „Denn ohne die geht es nicht.“

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