Leichtathletik

Vor einer Saison mit Improvisationsbedarf

An Leichtathletik-Sportfeste ist derzeit nicht zu denken.

An Leichtathletik-Sportfeste ist derzeit nicht zu denken.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Leichtathleten pausieren und stellen sich auf Probleme bei den Bahnwettkämpfen ein. Noch keine Absagen.

Zur weitgehenden Untätigkeit wegen der Corona-Pandemie verdammt wurden sie zwischen zwei Wettkampfphasen. Die Hallensaison hatten die Leichtathleten weitgehend abgeschlossen, und auf der Bahn stehen der ersten Termine erst im Mai im Kalender. Aber wird es diese Veranstaltungen überhaupt geben? „Abgesagt ist noch nichts“, erläutert Ansgar Bochynek, der Vorsitzende des LAZ Iserlohn und zudem Chef des Kreis-Leichtathletikausschusses.

Sein Verein will eigentlich den Auftakt machen und am 3. Mai am Hemberg-Südhang den NRW-Team-Endkampf der Senioren ausrichten. „Vorbereitet ist alles, wir stehen Gewehr bei Fuß, aber ich gehe nicht davon aus, dass der Wettkampf stattfindet“, sagt Bochynek. Und den danach in dichter Folge im Programm stehenden Sportfesten und Meisterschaften dürfte es nicht anders ergehen. Vom Verband in Kaiserau hat es noch keinen Hinweis gegeben, wie man die bald beginnende Freiluftsaison organisieren will, aber der KLA-Vorsitzende erwartet in Kürze Informationen.

Zu westfälischen, westdeutschen oder deutschen Meisterschaften gehören immer auch Qualifikationsnormen. Aber wie sollen die erfüllt werden, wenn wochenlang kein reguläres Training möglich ist? Antworten dürften bald erforderlich sein. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die komplette Saison streicht und es gar keine Veranstaltungen gibt. Aber die Leistungen werden deutlich schlechter sein“, meint Christian Ritter, sportlicher Leiter bei den Leichtathleten des TV Deilinghofen. Ein Problem sieht er darin nicht. „Dass Kinder und Jugendliche die Leichtathletik mögen, hängt ja nicht mit Zeiten und Weiten zusammen. Entscheidend ist aber in dieser Phase, dass uns die Aktiven in den Wochen der Untätigkeit nicht den Rücken kehren.“

Er hat seiner Trainingsgruppe beim TVD Pläne an die Hand gegeben, um daheim ein gewisses Fitnessniveau zu erhalten, weiß aber auch, dass die Umsetzung am ehesten den älteren Aktiven gelingt. „Ich kann von einem Zehnjährigen nicht erwarten, dass er einen Waldlauf macht.“

Beim LAZ Iserlohn ist Ernst Roll für den Bereich Sprint und Sprung der Altersstufen ab U16 zuständig, und auch er hofft auf ein möglichst fleißiges Abarbeiten seiner Programme. „Man muss natürlich immer berücksichtigen, ob jemand in einer kleinen Wohnung oder in einem großen Haus wohnt. Möglich sind Stabilisations- und Kräftigungsübungen, Sprungkrafttraining und gelegentliches Joggen.“

Sportfeste mit großenFeldern kaum vorstellbar

Aber wer in dieser Zeit als Weit- oder Hochspringer normalerweise regelmäßiges Techniktraining absolviert, hat ein Problem. Roll: „In dieser Saison muss improvisiert werden, und man muss fünf gerade sein lassen.“ Auch für ihn ist es das primäre Ziel, die Aktiven trotz Corona-Krise bei der Stange zu halten. Der Weg zur Normalität kann in der Leichtathletik nach seiner Einschätzung schneller gelingen als in anderen Sportarten. „Bei uns gibt es keinen Körperkontakt, und Abstand zu halten, ist kein so großes Problem.“ Aber auch der LAZ-Trainer hält es für schwer vorstellbar, dass es in absehbarer Zeit Sportfeste mit großen Teilnehmerfeldern gibt. Und er erinnert sich an das letzte Ereignis der Hallensaison.

„Am 1. März in Dortmund hatte ich angesichts der vielen Leute in der Halle ein ungutes Gefühl.“ Damals hielt man es nicht für möglich, dass der Vereinssport drei Wochen später auf Null heruntergefahren sein würde. Beim LAZ Iserlohn wie beim TV Deilinghofen ist das gemeinsame Training vorerst bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Aber niemand rechnet damit, dass man danach schon wieder zur Normalität zurückkehren kann.

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