Basketball

Vorfreude der Iserlohn Kangaroos auf eine besondere Serie

| Lesedauer: 7 Minuten
Das Team der Iserlohn Kangaroos in der Saison 2021/2022.

Das Team der Iserlohn Kangaroos in der Saison 2021/2022.

Foto: Privat

Iserlohn.  Die heimischen Pro-B-Basketballer starten sehr ambitioniert in die neue Saison und peilen die Play-offs an.

Wenn die Iserlohn Kangaroos am Samstag in Bernau in ihre achte Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B starten, dann wartet eine Serie auf sie, die sich von der letzten erheblich unterscheidet. Es kann wieder vor Zuschauern gespielt und in der Mannschaft wie selten zuvor auf Kontinuität gesetzt werden. Beides löst große Vorfreude aus, die auch in der Gesprächsrunde mit Manager Michael Dahmen, Cheftrainer Dennis Shirvan und Mannschaftskapitän Joshua Dahmen zum Ausdruck kam. Gesprochen wurde über . . .

Gefühle von dem Start

Coach und Kapitän lassen keinen Zweifel aufkommen, dass sie heiß auf den Ernstfall sind. „Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, sagt Dennis Shirvan. Und besonders der Manager scheint dem Start entgegenzufiebern. „Ich hatte in den letzten Monaten wenig Zeit und war nicht so oft in der Halle. Ich freue mich total auf die Saison, weil Mannschaft und Trainer offenkundig sehr gut harmonieren. Und ich freue mich auf die Zuschauer.“ Michael Dahmen rechnet allerdings mit einer anfänglichen Zurückhaltung. „Vielleicht brauchen wir ein, zwei Heimspiele, bis die Halle voll wird.“ Und dass das dem Team enorm helfen würde, macht der Kapitän klar und verweist auf die enorme Energie, die die Zuschauer auf die Spieler übertragen können.

Die Vorbereitung

Als großer Vorteil wird gewertet, dass der Kader fast komplett zusammen geblieben ist, keine lange Kennenlernphase erforderlich war und gleich strategische und taktische Elemente in Angriff genommen werden konnten. „Wir sind weiter als letztes Jahr“, stellt Joshua Dahmen klar. Gefragt nach anderen Schwerpunkten im Vergleich zur letzten Saisonvorbereitung, sagt Dennis Shirvan: „Ich versuche immer, mein eigenes Ding zu machen, und es ist ja bekannt, dass zwischen Mannschaft und mir ein anderes Verhältnis besteht als normalerweise zwischen Spielern und Trainer.“

Er sieht es als großen Vorteil an, dass man früh an die Umsetzung der Spielphilosophie gehen konnte und sein Team auf einem Level, dass man jeden Gegner schlagen kann. Joshua Dahmen gefällt das Bemühen des Coaches, Spaß und Lockerheit trotz harter Trainingsarbeit nicht zu kurz kommen zu lassen. „Am Ende kommt es ja auf das Selbstbewusstsein jedes Einzelnen an. Wenn das gegeben ist, dann bin ich gespannt, wo die Grenze bei unseren Jungs liegt.“

Die Kangaroos-DNA

„Bei uns steht der Teamgedanke obenan, und wir versuchen immer, uns mit Respekt zu begegnen“, sagt Michael Dahmen. „Jeder soll sich ernst genommen fühlen.“ Er verweist auf Grüppchenbildungen in der Vergangenheit und lobt jetzt das Engagement der Routiniers bei der Integration der jungen Spieler. Er sieht im übrigen etliche Neuzugänge im Team. „Wir haben junge Spieler, die wir im letzten Jahr nur im Training gesehen haben. Die durften im Spiel nicht zeigen, was sie können.“ Joshua Dahmen, der dienstälteste im Team, hat die Kangaroos-DNA längst verinnerlicht, und auf die bevorstehende Saison freut er sich besonders. „Gerade nach dem Coronajahr und mit dieser extrem jungen Mannschaft macht es besonderen Spaß.“ Für den großen Zusammenhalt in der Kangaroos-Familie spricht nach Michael Dahmens Überzeugung auch die Treue zum Verein trotz Coronapause. „Unsere vielen Helfer sind praktisch alle dabei geblieben, und das ist wirklich ein gutes Zeichen.“

Trainervertrag bis 2024

Der Manager räumt ein, dass es sich im Zuge des Gedankenaustausches entwickelt habe, diese langfristige Zusammenarbeit anzupeilen. „Ich hatte ja schon im letzten Jahr die Idee, mit vielen jungen Leute zu arbeiten, aber das hat nicht so funktioniert. Aber wir wollen ein Verein sein, der ausbildet und Talente an die Pro B heranführt. Deshalb haben wir etwa in einen Entwicklungscoach investiert. Und die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Mannschaften ist auch ein wichtiger Faktor.“

Ziel ist die kontinuierliche Weiterentwicklung, und Michael Dahmen nennt Investitionen in die Infrastruktur als primäre Aufgabe. Was das Sponsoring anbelangt, sei man nach Jahren des Zuwachses wegen Corona auf das Niveau von 2016 zurückgefallen. „Das müssen wir jetzt wieder aufbauen.“ Die Pro A bleibt das sportliche Ziel, aber dort erreicht der Etat fast aller Klubs eben eine siebenstellige Summe.

Die große Harmonie

Man kennt sich lange, die familiäre Atmosphäre bei den Kangaroos wird immer wieder besonders herausgestrichen. Kann zu viel Harmonie im Profisport nicht auch problematisch sein? „Es ist die Aufgabe des Trainers, des Managers und der erfahrenen Spieler, auch die unbequemen Dinge anzusprechen. Das würde bei uns auch passieren“, sagt Joshua Dahmen. Der Vater nickt zustimmend. „Ich bin ja dafür bekannt, dass ich sage, was mir nicht passt. Wenn ich das Gefühl habe, es läuft in die falsche Richtung, werde ich schon deutlich.“ Der Kapitän berichtet von vielen konstruktiven Diskussionen um die bestmögliche Lösung. „Auch wenn Dennis am Ende die Entscheidung trifft: Er hat immer ein offenes Ohr für die Meinung der Spieler, und das kommt gut an.“

Die Lage in der Liga

Dennis Shirvan hat sich schon Spiele von Schwelm und Münster angeschaut, die hoch gehandelt werden. „Aber ich sehe keine Mannschaft wie Bochum im letzten Jahr, die Liga wird ausgeglichener sein.“ Michael Dahmen sieht es genauso, hält aber Schwelm und Münster nicht für die große Favoriten. „Man muss nur schauen, wen die abgegeben haben. Da müssen die Neuen erst mal zeigen, dass sie besser sind.“ Er sieht, dass an vielen Standorten die Budgets heruntergefahren werden mussten und mehr auf den Nachwuchs gesetzt wird. Insgesamt haben die Vereine nach seiner Einschätzung gut gewirtschaftet und sind so durch die Coronakrise gekommen. „Ich sage aber auch ganz ehrlich: Ohne die staatlichen Hilfen hätten wir es nicht geschafft.“ Die Kangaroos haben ein Budget erstellt, in dem Zuschauereinnahmen und Catering nur 40 bis 50 Prozent des normalen Umfangs ausmachen.

Die Zielsetzung

Joshua Dahmen: „Wir wollen einen Heimvorteil haben in den Play-offs und oben mitspielen. Wir sind nicht schüchtern.“ Michael Dahmen: „Zwischen Platz eins und acht traue ich der Mannschaft alles zu.“ Weil nur zwei EU-Ausländer im Team stehen, gibt es noch die Option, einen Amerikaner zu verpflichten, sollte ein Leistungsträger ausfallen. Und der Trainer: „Ich erreiche gern das Maximum, das ist mein Anspruch. Ich traue der Mannschaft wirklich sehr viel zu.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Iserlohn Hemer Letmathe

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben