Iserlohn Roosters

Roosters haben ihr Ziel erreicht - aber der Frust ist da

Roosters-Trainer Rob Daum wirkt niedergeschlagen nach dem Pre-Play-off-Aus.

Foto: Michael May

Roosters-Trainer Rob Daum wirkt niedergeschlagen nach dem Pre-Play-off-Aus. Foto: Michael May

Iserlohn.  Die Iserlohn Roosters sind in den Play-offs schon früh gescheitert. Nun stehen sie vor den personellen Weichenstellungen.

Rob Daum, der Coach der Iserlohn Roosters, wirkte am Samstag reichlich verschnupft. Das lag jedoch an einem hartnäckigen Erkältungsvirus, und nicht am frühen Play-off-Aus seiner Mannschaft. Mit 3:4 hatten die Iserlohner in der Verlängerung bei den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven verloren und sich damit aus dem Wettbewerb verabschiedet. Eine Enttäuschung. Denn wer als Achter mit dem Heimspielbonus ausgestattet in diese erste Runde startet, möchte zumindest bis zum dritten Spiel im Rennen sein.

„Wir hatten die große Chance, in Bremerhaven zu gewinnen“, haben aber nicht getroffen“, erläuterte Daum, der mit der Gesamtleistung vom Freitag insgesamt einverstanden war. Schließlich überstand die Mannschaft das lange Unterzahlspiel im zweiten Drittel und kam im Schlussabschnitt noch einmal zurück. „Wir haben einen guten Job gemacht, hatten aber kein Glück.“ Sehr zu denken, auch mit Blick auf die nun anstehenden Planungen für die kommende Saison, gab dem Kanadier hingegen die Vorstellung vom Mittwoch, mit der sich die Roosters den Weg ins Viertelfinale schon fast verbauten. In einer Best-of-Three-Serie kann man sich eben keinen Aussetzer erlauben, ansonsten ist der schnelle Knockout keine Überraschung.

„Es ist kaum zu glauben, dass die Saison schon zu Ende ist“, meinte Co-Trainer Jamie Bartman nach der Rückkehr aus Bremerhaven. Nach der Olympiapause hatten die Iserlohner mit einer längeren Play-off-Phase gerechnet. Andere jedoch auch. Schwenningen etwa, in der Hauptrunde oft besser als die Sauerländer platziert, schied ebenfalls nach zwei Spielen aus.

Während der Roosters-Kader nun dienstfrei hat, aber noch einige Tage komplett vor Ort bleibt, hat die sportliche Leitung Entscheidungen zu treffen. An diesem Montag setzt sich Manager Karsten Mende mit Rob Daum und Jamie Bartman zusammen, um den Kader auf den Prüfstein zu stellen. Wer bekommt ein Vertragsangebot, von wem wird man sich trennen? Mende hatte am Rande der Vertragsverlängerung mit dem Chefcoach erläutert, das man im Kader auf Kontinuität setzen wolle. Doch ist das in Daums Sinn?

Große Fluktuation oder doch mehr Kontinuität als zuletzt?

Das Ergebnis der Personalplanung wird der Chef mit Interesse studieren. Wolfgang Brück weilte am Samstag bei der DEL-Gesellschaftertagung in Straubing, fand beim Wunden lecken nach dem Play-off-Aus also genügend Ablenkung. „Die Saison war eine Achterbahnfahrt, und konstant war bei uns in erster Linie die Inkonstanz“, resümierte der geschäftsführende Gesellschafter.

Er erinnert an das Saisonziel Platz zehn, das man erreicht habe. „Platz acht ist positiv, aber wenn man so in die Pre-Play-offs startet, ist das Ausscheiden nach zwei Spielen eine gefühlte Enttäuschung.“ Brück betont, dass vier Vereine gern mit den Roosters tauschen würden und spricht in einer ersten Bewertung von einer guten Saison. „Und wir waren nahe an einer sehr erfolgreichen Saison.“

Er kündigt mit einigem Abstand eine tiefgreifende Analyse an. „Die Punktausbeute war okay, vor allem, wenn man unseren Abstand zu Mannschaften wie Mannheim oder Köln sieht. Aber man muss sich Gedanken machen, welche Dinge man künftig besser machen kann.“ Ob ein anderes Gesicht der Mannschaft auch dazu gehört, will Brück nicht sagen. „Ich greife den Dingen nicht vor. Aber bei einigen Spielern wird man sich schon wegen des Alters Gedanken machen.“

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