Handball

Zufrieden in den Funktionärs-Ruhestand

Ekkehard Eggert hat jahrzehntelang die Arbeit im Handballkreis geprägt.

Ekkehard Eggert hat jahrzehntelang die Arbeit im Handballkreis geprägt.

Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.  Der Letmather Ekkehard Eggert blickt auf 42 Jahre in Diensten des Handballkreises Iserlohn-Arnsberg zurück.

„Mit 70 wollte ich nicht mehr Vorsitzender sein, das war mein Ziel. Ich habe es zweimal erlebt, dass verdiente ältere Mitglieder zum Aufhören bewegt werden mussten. So etwas wollte ich nicht, sondern die Entscheidung selber treffen“, sagt Ekkehard Eggert. Er war über Jahrzehnte hinweg das Gesicht des Handballkreises Iserlohn-Arnsberg, bis er auch sein letztes Amt – das des ersten Mannes – vor wenigen Wochen vorzeitig niederlegte.

Wobei das streng genommen so nicht stimmt, denn kaum war die Ära Eggert beendet und Stefan Wiesemann zu seinem Nachfolger gewählt worden, hievte ihn die Versammlung auf den Posten des Ehrenvorsitzenden. Mit Sitz und Stimmrecht gehört er also auch dem neuen Vorstand an, auf den er große Stücke hält. „Die Leute sind verhältnismäßig jung, der neue Vorsitzende ist gerade über 50 und nur der Kassenwart ist bereits über 60.“

Es gab eine Zeit, als auch Eggert zu den „jungen Wilden“ gehörte und sich durchkämpfen musste. „Es war nicht immer einfach, den altgedienten Herrschaften etwas vorzuschreiben.“ 1977 war das, also vor 42 Jahren – da war er gerade 28, seit wenigen Tagen verheiratet, und in Abwesenheit zum Jugendwart des Kreises gewählt worden. Das selbe Amt hatte er beim Letmather TV bereits inne, für den er auch sportlich aktiv war. „Aber ich hatte gemerkt, dass ich nicht der Größte war. Beim Feldhandball ging es noch, aber die Halle war nicht meins.“ Als Jugendwart war es Eggerts Aufgabe, Spielpläne zu erstellen, den Spielbetrieb zu kontrollieren und sich um die Kreisauswahl zu kümmern. Für 20 Jahre führte er diese Aufgabe aus, bei der es aber nicht blieb. Parallel dazu war er 15 Jahre als Jugendwart des damals noch existierenden Bezirks Südwestfalen und des Handballverbandes Westfalen tätig und solange die Knie noch mitmachten, war er als Schiedsrichter aktiv – auch das war eine Zeit, die mit schönen Erinnerungen verbunden ist. „Bei der WM 1978 hatten wir mit der Kreisauswahl ein Vorspiel bestritten, ich war Schiedsrichter. Eigentlich sollte das Spiel über zweimal 30 Minuten gehen, aber die zweite Halbzeit lief über eine Stunde. Die sowjetische Mannschaft hatte zugeguckt, die waren anschließend im Einsatz. Und ich hatte den Eindruck, dass die Spieler ganz froh waren, dass sie sich nicht warmlaufen mussten.“

Wenn Eggert an seine Zeit als westfälischer Jugendwart zurückdenkt, erinnert er sich vor allem an die Wochenenden. „Ich habe häufiger in Kaiserau als zuhause geschlafen. Aber ich hatte das ja freiwillig gemacht.“ So war es auch 2006, als er Vorsitzender und damit Nachfolger von Hubert Fricke wurde. Damit brach eine Zeit an, die nicht immer einfach war. Zweimal traten Vorstandskollegen wegen Unstimmigkeiten aus dem von Eggert geführten Vorstand zurück. „Das waren Herausforderungen, aber als es zum ersten Mal passiert ist, sind neue Leute von sich aus auf mich zugekommen. Der Spielbetrieb konnte dadurch gesichert werden.“

Entwicklung geht in vielerlei Hinsicht in die falsche Richtung

Ekkehard Eggert verfolgt das Handballgeschehen nur noch in einem Maße, wie es ihm recht ist. Hin und wieder besucht er die Spiele des LTV, ansonsten kümmert er sich um den Garten und um seine zehn Monate und viereinhalb Jahre alten Enkelkinder. Die Entwicklung seines Sports bereitet ihm dennoch Sorge. „Als ich anfing, hatten wir im Kreis 44 Vereine mit entsprechend vielen Mannschaften. Heute sind es nur noch 21 Klubs.“ Kurz nach dem „Wintermärchen“ 2007 habe es nochmal einen Schub gegeben, der aber nicht lange anhielt.

„Ein Problem ist, dass Handball nicht mehr Bestandteil der Lehrerausbildung ist. Ich hatte damals überall Kontakt zu Lehrern und dadurch auch Spieler bekommen, aber früher konnten die Kinder auch noch unfallfrei durch die Halle laufen. Das ist heute nicht mehr so.“ Dennoch sieht er die Sportart im Wettbewerb mit vielen anderen gut aufgestellt. „Handball ist immer noch eine Premiumsportart, die im Fernsehen gezeigt wird. Davon träumen andere.“

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