Eishockey

Zurück an einem Ort mit Wohlfühlatmosphäre

Bobby Raymond und seine Verlobte Christina Kotevski dokumentieren auch mit ihrem Freizeitdress die Verbundenheit zum Eishockey.

Bobby Raymond und seine Verlobte Christina Kotevski dokumentieren auch mit ihrem Freizeitdress die Verbundenheit zum Eishockey.

Foto: Willy Schweer / IKZ

Iserlohn.  Bobby Raymond zur zweiten Rückkehr nach Iserlohn, zum Kapitänsamt bei den Roosters und zu den Hochzeitsplänen.

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Für Bobby Raymond ist es nach den Spielzeiten 2013/2014 sowie 2015/2016 das dritte Engagement am Seilersee, und wenn man mit dem 34-jährigen Kapitän der Iserlohn Roosters spricht, spürt man seine Zufriedenheit, nach drei Jahren bei Red Bull Salzburg an einen bekannten Arbeitsplatz zurückgekehrt zu sein. „Ich habe mich in Iserlohn immer wohl gefühlt. Als ich zugesagt hatte, wusste ich, dass ich hier glücklich werde.“

Seiner Verlobten Christina Kotevski, die aus Mazedonien stammt und lange in den USA lebte, fehlte diese Erfahrung, so dass vor dem ersten Deutschland-Aufenthalt etwas Skepsis mitschwang. Sie arbeitet von Iserlohn aus als Küchen- und Baddesignerin für eine in Los Angeles angesiedelte Firma und hat zwangsläufig ganz andere Arbeitszeiten als der Roosters-Profi. Aber sie liebt Eishockey, war bei der Saison-Premiere in Köln und lässt sich kein Spiel am Seilersee entgehen.

Diesmal soll der Aufenthalt in Iserlohn länger dauern

„Als klar war, dass wir Salzburg verlassen würden, haben wir unserem Appartement nachgetrauert und waren fast sicher, nicht wieder so schön zu wohnen. Doch hier in Iserlohn ist es fast noch besser“, betonte Bobby Raymond. Und seine Verlobte stimmt zu. „Wir haben es nicht weit bis zur Fußgängerzone, und der Wald ist auch ganz in der Nähe.“ Sie wird sich in den nächsten Monaten häufiger dem privaten Großereignis des nächsten Jahres widmen, denn im Mai soll geheiratet werden. „Christina wird sich um die Vorbereitung kümmern, und sie wird das perfekt machen“, ist Bobby Raymond überzeugt. Als Ehepaar werden die beiden dann im nächsten Sommer nach Iserlohn zurückkehren, denn Raymond hat nach seinen Jahresverträgen in der Vergangenheit diesmal für zwei Jahre unterschrieben. „Früher habe ich davon geträumt, ein Angebot aus Schweden oder Russland zu bekommen. Doch heute sehe ich meine Rolle darin, jungen Spielern zu helfen und meine Erfahrung weiterzugeben.“

Stichwort Erfahrung: Er kannte die DEL im Gegensatz zu den Teamkollegen Brett Findlay und Alex Petan, die wie er zuletzt in der österreichischen EBEL spielten. Als größten Unterschied streicht Raymond heraus, dass in Deutschland strukturierter gespielt wird. „Und als Verteidiger merkt man schnell, dass die DEL-Stürmer körperlich stärker sind.“ Auch an neue Rollen müsse man sich gewöhnen. „Wer in Österreich in der ersten Reihe spielt, kommt hier vielleicht in die dritte. Das darf kein Problem sein.“

Und dann musste Bobby Raymond natürlich zur aktuellen Situation der Roosters Stellung nehmen:

Bevor wir auf die letzen beiden Spiele der Roosters eingehen, eine kleine Rückblende: Hat es Sie eigentlich überrascht, dass Ihre Kollegen Sie zum Kapitän gewählt haben?

Christian Hommel hat mit schon in den ersten Gesprächen klar gemacht, dass ich als Führungsspieler eingeplant werde, auf mehr Verantwortung habe ich mich also eingestellt. Aber ich freue mich, dass das Trainerteam und die Mannschaft in der Frage, wer Kapitän sein soll, einig waren. Ich habe es als Ehre empfunden, dieses Vertrauen geschenkt zu bekommen.

Was kann der Kapitän in dieser Situation für die Mannschaft tun?

Zunächst einmal muss ich selbst gut spielen und voran gehen. Und ich versuche, meinen Mitspielern zu vermitteln, dass jeder Sieg hart erarbeitet werden muss. Das ist die absolute Grundlage.

Sie sind jetzt zum dritten Mal in Iserlohn. Wo sehen Sie den größten Unterschied zu Ihren ersten beiden Engagements?

Wir haben jetzt andere Trainer und spielen ein anderes System. Wobei man das mit dem System nicht überbewerten darf. Du kannst ein schlechteres System haben, aber wenn alle Spieler das hundertprozentig umsetzen können, gewinnst du trotzdem die Spiele.

Ist es aktuell bei den Roosters ein Problem, dass das System noch nicht verinnerlicht wurde?

Der Lernprozess ist natürlich noch nicht abgeschlossen, wir haben schließlich sehr viele neue Spieler. Aber wir kommunizieren sehr gut miteinander. Nur manchmal glaubt man vielleicht, alles verstanden zu haben, hat aber letztlich etwas ganz Wichtiges missverstanden.

Am Wochenende gab es in den Spielen gegen Schwenningen und in Krefeld keinen Punkt. Wie erklären Sie sich diese Niederlagen?

Ich weiß nicht, ob wir Schwenningen etwas zu leicht genommen haben, weil die so schlecht gestartet waren. Aber das darf nicht passieren. Denn leichte Gegner gibt es in dieser Liga nicht. Und solche Spiele wie am Freitag muss man normalerweise gewinnen, das muss unser Anspruch sein. In Krefeld lief es gut, wenn wir Fünf gegen Fünf gespielt haben. Aber unser Powerplay hat nicht funktioniert, und in Unterzahl kassieren wir die Tore.

Die Roosters sind Tabellenletzter. Muss man sich Sorgen machen?

Mir ist es lieber, wir sind jetzt in dieser Situation als in zehn Wochen. Ich bin sicher, dass wir die richtigen Lehren ziehen werden. Wir haben noch 48 Spiele vor uns. Man darf die Situation zwar nicht schön reden, aber es gibt auch keinen Grund, jetzt in Panik zu verfallen.

Worauf wird es jetzt in erster Linie ankommen?

Wir haben ja nicht hundert Probleme, die gelöst werden müssen. Die special teams müssen besser funktionieren, und wir müssen unsere Chancen besser nutzen. Mit einem Erfolgserlebnis ginge vieles leichter. Gegen Schwenningen haben wir im ersten Drittel eigentlich ganz gut gespielt, aber das Tor nicht getroffen. Vielleicht wollen es die jungen Spieler besonders gut machen und sind einfach noch zu nervös. Und wenn man die Tore nicht macht, stellt sich irgendwann der Frust ein. Ein Erfolg würde enorm helfen.

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