Sport und Corona

Corona: Das dürfen Sportler in den Niederlanden

Der Profisport ist auch im Nachbarland erlaubt - ohne Zuschauer. Aber auch auf den Amateurplätzen ruht der Ball nicht komplett.

Der Profisport ist auch im Nachbarland erlaubt - ohne Zuschauer. Aber auch auf den Amateurplätzen ruht der Ball nicht komplett.

Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Niederlande  Trotz hoher Infektionszahlen ist im Nachbarland der Vereinssport erlaubt. Vor allem der Nachwuchs steht dabei im Mittelpunkt.

Wer sich als Deutscher in den Niederlanden einem Sportplatz nähert, dürfte in diesen Tagen überrascht sein. Immerhin wird dort – Corona-Lockdown hin oder her – weiterhin Sport getrieben. Die Regeln sind im Nachbarland nämlich deutlich liberaler als bei uns, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Heranwachsende bis 17 Jahre dürfen draußen weiterhin in Gruppen trainieren und sich sogar mit Mannschaften des eigenen Vereins messen. „Es ist gut, dass wir zusammen mit unseren Sportvereinen auf jeden Fall für die Jugend einen wichtigen Beitrag zum Sport- und Bewegungsangebot liefern können“, sagte Anneke van Zanen-Nieberg, Vorsitzende des Niederländischen Olympischen Komitees (NOC), zuletzt über die Maßnahmen der Politik in Den Haag, die am Dienstagabend um drei Wochen bis zum 9. Februar verlängert wurden.

Fitnessstudios und Turnhallen sind geschlossen

Die zuständige Sportministerin Tamara van Ark erklärte, dass es schade sei, dass weitere Lockerungen aktuell nicht möglich seien. „Wir wollen am liebsten alle wieder so Sport treiben können, wie wir es gewohnt sind“, sagte die liberale Politikerin. Man befinde sich in Gesprächen mit dem Sportsektor, um zu erörtern, welche Maßnahmen wann zurückgenommen werden können. Genauso wie in Deutschland sind auch im Königreich die Fitnessstudios und Turnhallen dicht.

Draußen aber darf weiterhin trainiert werden, obwohl der Wettkampfbetrieb in den Amateurligen ruht. So dürfen maximal zwei erwachsene Personen auf dem Sportplatz aktiv werden. Ein Trainer darf die Zweiergruppe zudem begleiten. Außerdem müssen die Sportler durchgängig anderthalb Meter Abstand halten.

Der Blick in die Niederlande verrät: Insbesondere all jene Sportarten, bei denen es in der Regel ohnehin nicht zu Körperkontakt kommt, sind unverändert beliebt. Die Tennisplätze, Golfcourts oder Leichtathletik-Stadien sind vielerorts gut besucht. Und das, obwohl das Drumherum aktuell nicht allzu einladend ist. Die Gaststätten haben geschlossen, auch die Umkleidekabinen und Duschen der Sportanlagen sind vorerst gesperrt. Außerdem sind Zuschauer strikt verboten.

Zuschauerausschluss im Profisport

Der Ausschluss der Zuschauer gilt auch für den Profisport. Allerdings kämpfen Berufssportler in den Niederlanden bei Geisterspielen weiterhin um Punkte. In den höchsten Basketball-, Handball-, Volleyball-, Tischtennis-, Hockey- oder Fußballligen geht oder soll der Betrieb zeitnah weitergehen. Im Fußball etwa sind die Protagonisten der Ersten und Zweiten Liga aktiv, Gleiches gilt für die Frauen-Mannschaften der Eredivisie. Die Definition, wer Profisportler ist und wer nicht, hat das niederländische Sportministerium in Zusammenarbeit mit dem NOC aufgestellt. Privilegiert wird eine Gruppe von insgesamt etwa 1000 Fußballspielern und 5000 Aktiven anderer Sportarten.

So sind auch grenznahe Klubs weiterhin am Ball. Neben den Fußball-Erstligisten Vitesse Arnheim und VVV Venlo sowie den Zweitligisten NEC Nijmegen und De Graafschap Doetinchem ist das unter anderem auch der Korfball-Klub Oost-Arnhem. Einen anderen Weg ging der Verein Nijmegen Devils, der in der Ersten Eishockey-Liga um Punkte kämpft. Die führenden Teams der höchsten Spielklasse hatten Ende Dezember bereits mitgeteilt, die Saison nicht fortsetzen zu wollen. Schließlich sei eine Spielzeit ohne Zuschauereinnahmen schlichtweg nicht rentabel. Allein die Kosten für die vorgeschriebenen Corona-Testungen seien immens.

Zumindest für den Fußballsport aber scheint mittlerweile diesbezüglich eine Lösung in Sicht. Die Politik in Den Haag hatte zuletzt immer wieder mitgeteilt, an Lösungen zu feilen, die Umsatzverluste im Amateur- und Profifußball ausgleichen zu wollen. Auf solche Töpfe hoffen – wenig verwunderlich – auch die übrigen Sportarten im Nachbarland.

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