Interview

Dogrusöz: Ein Punkt Vorsprung am Ende würde mir reichen

Schwer zu stoppen: Hasan Dogrusöz (links), Stürmer der SG Finnentrop/Bamenohl.

Schwer zu stoppen: Hasan Dogrusöz (links), Stürmer der SG Finnentrop/Bamenohl.

Foto: Michael Meckel

Finnentrop/Bamenohl.  Vor dem Kreisderby am Freitag gegen Aufsteiger FSV Gerlingen sprachen wir mit Hasan Dogrusöz, Stürmer der SG Finnentrop/Bamenohl.

Acht Spiele, acht Siege und sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten SV Hohenlimburg und den Dritten FC Lennestadt.

Das ist die imponierende Bilanz des Westfalenliga-Vizemeisters SG Finnentrop/Bamenohl.

Hasan Dogrusöz, zunächst das Wichtigste: Wie geht es Ihnen gesundheitlich nach ihrer Gesichtsverletzung im Pokalspiel vor zwei Wochen beim VSV Wenden?

Hasan Dogrusöz: Gesundheitlich geht es mir schon besser. Die Nase hat sich zwar ein wenig verändert. Ich konnte mir auch den ein oder anderen Spruch anhören, aber eine OP ist nicht zwingend notwendig.

Zum Sportlichen: Sechs Punkte beträgt schon der Vorsprung. Träumen Sie schon ein wenig von der Oberliga?

Natürlich ist es ein Thema für jeden einzelnen von uns, aber wir halten das Thema im Kollektiv ziemlich klein. Wir schauen von Spiel zu Spiel.

Im letzten Jahr spielte die SG Finnentrop/Bamenohl schon eine klasse Saison. Warum ist die SG noch einmal stärker und so dominierend geworden?

Ich denke, dass jeder die Spielidee von Trainer Ralf Behle verstanden hat und diese immer besser umsetzt. Abgesehen davon muss ich wirklich lobend erwähnen, dass jeder viel investiert.

Die personelle Stärke der SG hat auch Sie in der Anfangsphase der Saison erwischt. Sie mussten öfters von der Bank zusehen. Wie sehen Sie ihre Position in der Offensivabteilung der SG Finnentrop/Bamenohl?

Es gehört dazu, sich auch mal hinten anzustellen. Jede Position ist doppelt und dreifach besetzt und sehr variabel. Man muss dem Trainer Gründe liefern, damit man auf Einsatzzeiten kommt.

Insgesamt machen die drei OE-Westfalenligisten eine gute Figur. Wie sehen Sie das und was sagt das über die Stärke des Fußballs im Kreis Olpe aus?

Ich bin schon einige Jahre im Kreis aktiv. Man kann sagen, dass die Mannschaften stärker geworden sind. Allein die Entwicklung im überkreislichen Fußball hat sich von der Bezirksliga ins die Landesliga verlagert. Vor einigen Jahren gab es Bezirksliga-Derbys, nun gibt es Landesliga- gar Westfaliga-Debys im Kreis Olpe. Das spricht für die Entwicklung.

Am Freitag kommt nun der FSV Gerlingen zum Derby in die H&R-Arena. Wie sehr freuen Sie sich auf das erste Kreisduell?

Flutlichtspiel, Derby - was will man mehr? Es sind immer besondere Spiele auf dem eigenen Platz.

Und ausgerechnet in dieser Woche ist Ihr Trainer Ralf Behle nicht da. Er hospitiert beim FC Bayern München. Was sagen Sie dazu?

Mike Schrage wird das Training leiten, das ist nichts Ungewohntes für uns. Wir gehen das Spiel genauso an wie jedes andere Spiel auch. Außerdem ist Ralf im permanenten Austausch mit dem Trainerteam. Es wird eine aufregende Zeit werden für Ralf. Das hat er sich verdient. Dafür hat auch Jeder Verständnis und steht voll dahinter.

Welches sind die Stärken von Ralf Behle und welchen Anteil hat er am Aufschwung der SG Finnentrop/Bamenohl?

Ralf ist ein gradliniger und konsequenter Trainer. Er zieht seinen Stiefel durch, egal in welcher Situation. Er hat eine Spielidee, die er jedem von uns verinnerlicht hat. Das probieren wir, auf dem Platz wiederzugeben und ich denke, das gelingt uns meistens auch.

Apropos Trainer: Sie waren mit ganz jungen Jahren bereits Trainer des damaligen Landesligisten SV 04 Attendorn. Hand aufs Herz, was haben Sie gedacht, als Ihr Vorsitzender Albert Hasenau 2015 das Angebot unterbreitete, mit Eugen Litter Spielertrainer zu werden. Schließlich waren Sie damals noch recht jung?

Ich hatte über die Jahre zu Albert immer eine super Beziehung. Wir waren auch neben dem Platz engagiert. Er wusste, dass er mit Eugen und mir damals zwei junge motivierte Burschen in den Reihen hatte. Es war riskant, keine Frage. Für mich war es aber sofort klar, dass ich die Verantwortung gemeinsam mit Eugen übernehme.

An welches Ereignis in Ihrer Zeit beim SV 04 Attendorn denken Sie am liebsten zurück?

An die entscheidende Phase im Aufstiegsrennen, damals in der Bezirksliga. Und als der Aufstieg dann perfekt war...Wie haben das ausgiebig gefeiert, damals noch mit Timo Winheller als Trainer.

Warum haben Sie den Trainerposten 2018 aufgegeben und sind zur SG Finnentrop/Bamenohl mit der großen Konkurrenz gegangen. War das nicht eine Art „Rückschritt“ in der Karriere?

Ich hatte wirklich zwei sehr schöne Jahre als Spielertrainer in Attendorn. Mir war die Belastung als Spielertrainer mit 26 beziehungsweise 27 Jahren dann doch etwas zu viel. Etwas Neues musste her. Wenn man dann die Möglichkeit bekommt, in Finnentrop/Bamenohl zu spielen dann nimmt man diese auch wahr. Es war ein Schritt nach vorne.

Was ist der große Unterschied Spielertrainer und „nur“ Spieler zu sein?

Als spielender Trainer muss auf dem Platz etwas vorleben können, die Erwartungen und Vorstellungen umsetzen, damit diese auch für die anderen Jungs verständlich und glaubhaft rüberkommen. Stückweise kann man sagen, dass man permanent unter Druck steht und doppelt liefern muss. Als Trainer und als Spieler. Als Spieler kannst du dich auf dein Spiel fokussieren und beschäftigst dich mit dir selber. Auch das ist schon mal nicht leicht.

Welches war insgesamt das schönste Ereignis in Ihrer Karriere?

Da könnte man natürlich einige Aufstiege in der Jugend- und Senioren-Zeit nennen, aber schöner ist es, dass der Fußball viele miteinander verbindet. Egal ob jung oder alt, hell oder dunkel ...

Gab es für Sie auch mal eine Alternative zum Fußball und haben Sie jetzt noch ein sportliches Hobby neben dem Fußball?

Fußball war immer die einzige Alternative, aber so langsam begeistere ich mich fürs Angeln. Das ist ein super Ausgleich zum Fußball.

Am Schluss zwei Tipps: Wie endet am Freitag das Derby gegen Gerlingen und mit wieviel Punkten Vorsprung wird die SG Finnentrop/Bamenohl am Ende Meister?

Auch wenn die Gerlinger uns das Leben schwer machen werden, gewinnen wir 3:1. Mir würde es reichen, wenn wir am Ende nur mit einem Punkt Vorsprung an der Spitze stehen...

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben