Westfalenliga

SG Finnentrop/Bamenohl auf einer Welle der Euphorie

Welch ein Jubel! Soeben hat Moritz Stange das 3:2 erzielt. Den Siegtreffer für die SG Finnentrop/Bamenohl gegen den DSC Wanne-Eickel.

Welch ein Jubel! Soeben hat Moritz Stange das 3:2 erzielt. Den Siegtreffer für die SG Finnentrop/Bamenohl gegen den DSC Wanne-Eickel.

Foto: Lothar Linke

Finnentrop/Bamenohl.  Ein Spitzenspiel voller Rasse und Klasse gewinnt die SG Finnentrop/Bamenohl mit 3:2 (2:0) gegen den bärenstarken DSC Wanne-Eickel.

Ins Klubhaus der SG Finnentrop/Bamenohl hätte keine Maus mehr hinein gepasst, als die Trainer zur Pressekonferenz schritten. Die Euphorie um den Fußball-Westfalenligisten steigt und steigt und hat einen neuen Höhepunkt erreicht nach dem 3:2 (2:0)-Sieg im Spitzenspiel gegen den DSC Wanne-Eickel. Moritz Stange, sieben Minuten zuvor eingewechselt, war der umjubelte Siegtorschütze in der 78. Minute.

Die Tabelle liefert den Grund dafür, dass die Finnentrop/Bamenohler die Massen anziehen und gestern gut 700 Zuschauer lockten. Ihr Vorsprung an der Spitze beträgt nun acht Punkte. Dennoch: Das O-Wort, die Oberliga, wird nicht in den Mund genommen von den Offiziellen. Auch auf Nachfrage nicht.

Wanne-Eickel über 80 Minuten zu zehnt

Doch was war das für ein Spitzenspiel! Die Erwartungen waren im Vorfeld hoch, die Partie tagelang das Thema im Fußball-Land und diese Erwartungen wurden vollauf erfüllt. Dazu trugen die Gäste aus dem Ruhrgebiet auf bemerkenswerte Weise bei. Denn sie spielten ab der achten Minute zu zehnt. Was ihrer Moral, ihrem Mut keinen Abbruch tat. Bis zum Abpfiff gaben die wackeren Wanne-Eickeler nicht auf und hatten durchaus Gelegenheiten, noch etwas Zählbares mitzunehmen.

Das nötigte auch dem SG-Trainer Ralf Behle höchsten Respekt ab: „Wenn du über 80 Minuten in Unterzahl spielst, voll dagegen hältst und du erspielst dir Möglichkeiten, dann ist das aller Ehren wert,“ sagte er in Richtung seines Kollegen Sebastian Westerhoff, „und wenn du beide Halbzeiten und alle Chancen übereinander legst, dann wäre ein Unentschieden hier gerecht gewesen.“ In der Tat. Angesichts der hohen fußballerischen Qualität der Wanne-Eickeler schwebte die Frage durch die klare Herbstluft: Wie wär das Spiel wohl ausgegangen, hätten elf gegen elf gespielt?

Hätte, wäre. Nachdem der Finnentrop/Bamenohler Torwart Ingmar Klose in der 5. Minute einen Abwehrschnitzer einer seiner Vorderleute mit einem tollen Reflex ausbügeln musste, folgte drei Minuten drauf der noch dickere Aufreger. Wanne-Eickels Erik Hartmut Schäfer hatte Tobias Kleppel von den Beinen geholt. Im Strafraum? Oder davor? Es war eine Zentimeter-Entscheidung. Schiedsrichter Felix Weller sah Letzteres, gab Freistoß und zeigte Schäfer Knallrot.

Finnentrop/Bamenohl hatte, nachdem sich beide Seiten zunächst neutralisiert hatten, das Übergewicht, doch der DSC blieb brandgefährlich, scheiterte allerdings vornehmlich an Ingmar Klose, und als der einmal geschlagen war, an Christopher Hennes, der auf der Torlinie rettete.

Auf der anderen Seite hatte Hasan Dogrusöz, von Lasse Strotmann frei gespielt, die Riesenchance, doch sein Flachschuss zischte haarscharf vorbei. Erfolgreicher endete Dogrusöz’ Aktion wenige Minuten drauf. Seinen Rückpasse jagte Tobias Kleppel in der 39. Minute zum 1:0 ins Tor. Als dann Tim Schrage gleich reihenweise Haken schlug, letztlich drei Gegenspieler aussteigen ließ und zum 2:0 vollendete, schien der Zug Richtung Heimsieg zu fahren.

Doch zu früh aus Finnentrop/Bamenohler Sicht schaffte Wanne-Eickel den Anschluss durch Alexander Schlüter in der 51. Minute. Behle: „Es ist wie so oft die erste Viertelstunde nach der Halbzeit, da haben wir Probleme, uns zu konzentrieren.“

Nicht nur das. Als Marvin Piechottka in der 72. Minute das 2:2 mit einer volley angezündeten Fackel aus 25 Metern erzielte, hätte die Partie komplett kippen können. Doch sah sich Behle bestätigt, dass bei seiner Truppe „immer noch was kommen“ kann, dass sich jeder ‘reinschmeißt. So wie halt Moritz Stange, der per Kopf das 3:2 erzwang - was Finnentrop/Bamenohl mit großem Engagement bis zu finalen, bis zur 95. Minute, verteidigte.

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