Reitsport

Balve Optimum: Darum kritisiert von Landsberg-Velen die FN

Das Bad im Wassergraben ist beim ersten Gewinn des DM-Titels obligatorisch: Mario Stevens kühlt sich 2018 mit Maskottchen Balvi ab.

Das Bad im Wassergraben ist beim ersten Gewinn des DM-Titels obligatorisch: Mario Stevens kühlt sich 2018 mit Maskottchen Balvi ab.

Foto: Dietmar Reker

Balve.   Bis 2025 wird die DM im Springreiten und in der Dressur in Balve ausgetragen. Trotzdem übt Rosalie von Landsberg-Velen jetzt Kritik am Verband.

Rosalie Freifrau von Landsberg-Velen war in diesem Moment nicht überrascht von dem spontanen Angebot. Die zigtausend Zuschauer schon. Wie aus einer Laune der guten Stimmung heraus, so schien es wenigstens, bot Breido Graf zu Rantzau, der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), der Turnierchefin vom Balve Optimum im vergangenen Jahr kurz vor dem Finale der Deutschen Meisterschaften der Springreiter öffentlich an, die DM bis mindestens 2025 auszurichten.

Was folgte, war begeisterter Applaus von den Rängen. Doch von Landsberg-Velen, die am Abend zuvor in die Pläne des Reiter-Chefs eingeweiht worden war, reagierte verhalten: Sie dankte für das Angebot, aber ein „spontanes“ Ja kam ihr nicht über die Lippen.

Mittlerweile sagte Rosalie von Landsberg-Velen Ja. Wie diese Zeitung exklusiv berichtete, schmücken die Deutschen Meisterschaften im Springreiten und in der Dressur bis mindestens 2025 das Balve Optimum.

Longines als neuer Sponsor

Zudem gibt es mit der Schweizer Uhrenmarke Longines zum ersten Mal einen Namenssponsor, so dass eine der prominentesten Veranstaltungen der Region nun offiziell als Longines Balve Optimum firmiert. „Das Longines Balve Optimum strebt danach, über die regionalen Grenzen hinaus ein Begriff zu werden“, sagt von Landsberg-Velen.

Aber warum zögerte sie mit der DM-Zusage fast ein Jahr lang?

„Ich musste für mich selbst erst einmal entscheiden, wohin meine persönliche Reise geht“, erzählt die Turnierchefin offen und ehrlich. Sie managt das Turnier, welches rund um Schloss Wocklum über die Bühne geht, mittlerweile überwiegend von ihrem Wohnort Berlin. „Das beinhaltet einen gewissen organisatorischen Aufwand und das Thema Sponsoring wird ja insgesamt auch nicht leichter.“

DM der Vielseitigkeit zeitgleich

Die Partnerschaft mit Longines bis vorerst 2025 gebe dem Optimum aber eine „gewisse finanzielle Stabilität“. Aus dieser heraus fiel die Zusage, bis mindestens 2025 Heimat der Deutschen Meisterschaften zu sein, leichter. Denn bei allem Ruhm, den die Titelkämpfe im Gepäck haben: Für den Ausrichter sind sie finanziell ein Kraftakt. Unterstützung seitens der FN hält sich in engen Grenzen.

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Das kritisiert Turnierchefin von Landsberg-Velen kaum, etwas anderes aber umso mehr. Denn in diesem Jahr kollidieren mit Balve (13. bis 16. Juni) so viele Termine wie nie zuvor. „Meiner Meinung nach müsste der Termin einer DM mehr geschützt werden“, sagt sie und ergänzt: „Da wird man von der FN schon etwas alleine gelassen.“

Neben Nationenpreisen der Springreiter vor, während und nach Balve tragen die Vielseitigkeitsreiter zeitgleich erstmals ein Fünf-Sterne-Turnier samt Deutscher Meisterschaft in Luhmühlen aus.

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Wo Stars beider Couleur wie Michael Jung oder Ingrid Klimke, zuletzt stets Gäste im Sauerland, starten? Voraussichtlich in Luhmühlen, da das Turnier eine Art Generalprobe für die EM an gleicher Stelle ist. In Hagen am Teutoburger Wald findet vom 11. bis 16. Juni mit den Future Champions zudem ein hochkarätiges Jugendturnier statt.

„Das ärgert mich schon sehr“, sagt von Landsberg-Velen. Einer, der das nachvollziehen kann, ist Otto Becker, Bundestrainer der deutschen Springreiter. Trotzdem sagt er: „Wir werden in Balve wieder hochklassigen Sport sehen.“ Und mit dieser Aussage – lag Becker bereits in den vergangenen Jahren stets richtig.

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