Handball, Dritte Liga

Matthias Kohl: Vom Wölfe-Torhüter zum Kommentator

Matthias Kohl (links) und Thorsten Kurzawe beim Kommentar.

Matthias Kohl (links) und Thorsten Kurzawe beim Kommentar.

Foto: Thomas Nitsche

Menden.  Matthias Kohl ist eine der herausragenden Persönlichkeiten bei der SG Menden Sauerland. Zuletzt tauschte er Torwarttrikot gegen Headset ein.

Als Torhüter besitzt Matthias „Matze“ Kohl bei der SG Menden Sauerland Kultstatus. Da lag die Entscheidung nahe, ihn bei einer ganz besonderen Premiere mit an Bord zu haben.

Kamera? Läuft! Ton? Läuft! Verbindung? Steht! Es kann losgehen. Am vergangenen Samstag wurde erstmals ein Handballspiel der SG Menden Sauerland live im Internet übertragen. Über den Anbieter Sportdeutschland.tv konnten alle Wölfe-Fans, die nicht den Weg in die Kreissporthalle gefunden haben, die Partie gegen den Tabellenführer der Dritten Liga Nord-West, HV Wilhelmshaven, auf dem heimischen Fernseher, am Computer oder einem mobilen Endgerät verfolgen.

Kommentar mit Hallensprecher Kurzawe

Neben dem eigentlichen Spielgeschehen auf der Platte bekamen die Zuschauer auch zwei bekannte Stimmen auf die Ohren, die die Partie kommentierten. Thorsten Kurzawe, eigentlich Hallensprecher im Wolfsbau und eben Matthias Kohl. „Thorsten hat mich im Vorfeld gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, mit ihm das Spiel zu kommentieren. Da habe ich gerne zugesagt, ich wäre ja eh in der Halle gewesen“, erklärt Kohl, wie er vom Torhüter zum Kommentator wurde.

Ähnlich wie der Trainer seine Mannschaft auf den Gegner einstimmt, haben sich auch Kohl und Kurzawe intensiv vorbereitet. „Über die Wölfe bin ich ja bestens informiert, weil ich ja immer noch nah dran bin. Aber über den Gegner aus Wilhelmshaven musste ich erst einmal Informationen zusammentragen. Man will ja nicht nur was zu den Wölfen, sondern zu beiden Mannschaften erzählen können. Thorsten hatte uns auch noch ein paar Spickzettel vorbereitet, “, betont Kohl.

Übertragung startet automatisch

Das nötige Equipment bekamen die Wölfe vom Anbieter gestellt. Kamera, Headsets und die weitere Technik. „Wir haben einen Koffer bekommen in dem alle notwendigen Geräte waren. Aus Testzwecken durften wir die Technik bereits vor wenigen Monaten beim Benefizspiel für Peter Opene ausprobieren. Damals allerdings noch ohne Kommentar“, erklärt der aktuelle Torhüter der zweiten Mannschaft. Das sollte sich nun ändern.

15 Minuten vor dem Anwurf begann die Übertragung. „Sportdeutschland gibt den Zeitpunkt bekannt, wann die Übertragung startet und dann geht es automatisch los, egal ob wir fertig sind oder nicht“, sagt der Kommentator. Die ersten Minuten mussten Kohl und Kurzawe mit Tonproblemen kämpfen. „Das haben wir gar nicht mitbekommen und das erst hinterher gemerkt, als wir das Spiel hochladen wollten. Zum Glück funktionierte dann nach zehn Minuten alles“, verrät Kohl, dem das Kommentieren an der Seite von Thorsten Kurzawe großen Spaß gemacht hat. „Ich würde es wieder machen“, schmunzelt Kohl.

Nächster Stream am 20. Dezember

Beim nächsten Livestream müssen die Fans jedoch auf die Stimme des Torhüters verzichten. „Wenn wir am 20. Dezember gegen Schalksmühle spielen, muss ich zur Weihnachtsfeier“, hat Kohl einen guten Grund, um ausnahmsweise einmal ein Heimspiel zu verpassen. Die Resonanz auf den ersten Livestream der Vereinsgeschichte war gut. „Ich habe von Leuten, die es gesehen haben, nur positive Rückmeldungen bekommen“, sagt SG-Chefin Birgit Völker-Albrecht.

Die Übertragung im Portal war die erste von drei Spielen, die die Wölfe testweise zeigen dürfen. „Danach müssen wir uns entscheiden, ob wir das dauerhaft machen wollen. Aber das ist dann auch eine Budgetfrage“, erklärte die Wölfe-Vorsitzende. Als weitere Spiele werden die Mendener die Derbys gegen Schalksmühle am Freitag, 20. Dezember und gegen den TuS Volmetal am Freitag, 28. Februar.

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