Wischerin als Vorbild

Mit einem „Wisch“ ist alles weg

Und schnell wieder runter vom Feld: Laura Mazurek im Einsatz beim Handball-Drittligisten SG Menden Sauerland.

Und schnell wieder runter vom Feld: Laura Mazurek im Einsatz beim Handball-Drittligisten SG Menden Sauerland.

Foto: Dietmar Reker

Menden.  Langweilig wird es Laura Mazurek als Wischerin der Drittliga-Handballer der SG Menden Sauerland nie. Der Verein sieht sie als Vorbild.

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Jeder Handball-Fan kennt sie, die Wischer, die sich am Spielfeldrand bereithalten, um im Fall der Fälle aufs Parkett zu laufen und den Boden von Schweiß und manchmal auch vom Blut zu befreien. Natürlich nur wenn sie vom Schiedsrichter gerufen wird. Bei den Drittliga-Handballern der SG Menden Sauerland übt Laura Mazurek diesen Job mit größter Sorgfalt aus.

Es ist mittlerweile etwas mehr als zwei Jahre her, als sie zu diesen Job kam. „Uwe Schlünder, mein damaliger C-Jugendtrainer, hatte mich angesprochen und gefragt ob ich Lust hätte. Da musste ich nicht mehr lange überlegen“, erzählt die junge Hönnestädterin. Seitdem gehört sie bei den Spielen der „Wölfe“ fest zum Team so wie zum Beispiel Mannschaftsbetreuer Gerd Lange oder Physiotherapeut Matthias Althoff. Und Laura Mazurek ist mit einer Leidenschaft und Akribie bei ihrer Aufgabe, die in der Sportwelt keinesfalls selbstverständlich ist. „Mir macht das unheimlich viel Spaß“, sagt die junge Dame, die ihr Engagement als Wischerin auch auf andere SG-Teams ausgeweitet hat.

Die Zuverlässigkeit in Person

So sieht man sie auch schon bei Spielen der Verbandsliga-Frauen oder bei den Landesliga-Herren an der Seite auf ihren Einsatz warten. Die Wischerin der Wölfte genießt im Verein eine sehr hohe Wertschätzung. „Laura ist unglaublich zuverlässig. Wir können uns bei ihr gar nicht oft genug bedanken“, sagt SG-Vorsitzende Birgit Völker-Albrecht. Das die SG-Wischerin mal fehlt, ist einfach undenkbar.

Das Lob macht sie schon ein wenig verlegen, sie nimmt es aber gerne zur Kenntnis. „Natürlich hört man das gerne. Es ist schön, wenn man hört, dass man das, was man macht, gut macht“, sagt Laura Mazurek. Genauso freut es sie, wenn sie ein Lächeln von Spielern oder der Schiedsrichter bekommt. Lampenfieber kennt die junge Dame auch nicht. Die Einsätze vor 700 oder auch mal 1000 Zuschauern absolviert sie routiniert.

Selbst ein Teil des Rudels

Laura Mazurek kann man auch als ein Stück des Wolfsrudel bezeichen, denn sie ist neben ihren Job als Wischerin auch noch selbst aktiv als Spielerin für den Verein aktiv. In dieser Saison spielt sie in der weiblichen B-Jugend und engagiert sich noch als Trainerin bei den Kleinsten der Wölfe. Eigentlich ein ziemlich vollgepackter Terminkalender für eine 16-jährige Schülerin. „Das passt aber alles schon. Wenn mir etwas zuviel wäre, würde ich das schon sagen“, sagt sie. Im Moment aber läuft für sie noch alles im Rahmen. Zumal ja auch noch die Eltern da sind.

Die verfolgen die große Leidenschaft ihrer Tochter schon mit ein wenig Stolz. „Es ist ihr Wunsch. Dann soll sie das auch machen“, sagen Martin Mazurek und seine Gattin. Schule und Handball lassen sich für Laura Mazurek schon miteinander verknüpfen. Ein wenig enger wird es da schon, wenn zum Beispiel Mitschüler fragen, ob sie bei gewissen Aktivitäten in der Freizeit mitmacht. „Da muss ich manchmal schon absagen“, sagt sie. Die Handballtermine stehen eben im Vordergrund. Die Freunde verstehen die Sichtweise von Laura Mazurek. „Sprüche gibt es da nicht“, sagt sie.

Ein Vorbild für viele andere

Für Frank Schlücking, den zweiten Chef der SG, ist Laura Mazurek ein Beispiel dafür, was Vereinsleben bewirken kann. „Es ist doch wunderbar zu sehen, mit welcher Begeisterung sie im Einsatz ist. Was gibt es denn als Handballfan schöneres, als so nah an der Mannschaft zu sein“, sagt Schlücking. Dass das vorbildliche Engagement hilfreich sein kann, mag er nicht bestreiten. „Es gibt doch leider immer weniger Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen. Personen wie Laura Mazurek tut den Vereinen gut. Schließlich haben die Vereine eine große Bedeutung für die Gesellschaft“, wünscht sich nicht nur Schlücking mehrere wie die SG-Wischerin, die im Verein ohne viel zu fragen aktiv werden.

Die junge Hönnestädterin hängt natürlich am Klub und wünscht den Reiners-Team nichts sehnlicheres als den Klassenerhalt. Damit sie auch weiter drittklassig wischen kann.

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