Kampfsport

Stephanie Kemper feiert Vize-Weltmeisterschaft im Kickboxen

Steffi Kemper ist Vize-Weltmeisterin im Kickboxen.

Steffi Kemper ist Vize-Weltmeisterin im Kickboxen.

Foto: Steffi Kemper

Köln/Menden.  Aus dem Budokan zur Vize-Weltmeisterschaft. Diese steile Karriere gelingt der Mendenerin Steffi Kemper.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Als vor rund zwei Jahrzehnten die Mendenerin Stefanie Kemper mit dem Kickboxen in der Sportschule Budokan anfing, da hielt sich die Begeisterung bei Mutter Barbara arg in Grenzen. Die hatte eigentlich mit einem Interesse für andere Sportarten gerechnet. Doch an die Anfänge erinnert sich die Mama mit einem Lächeln. Seit Samstag ist Stefanie Kemper Vizeweltmeisterin im Kickboxen-Leichtkontakt.

Im Finale bei den Titelkämpfen in Sarajewo unterlag die 36-jährige gebürtige Mendenerin Stefanie Kemper der Russin Kseniia Miroshinichenko. Doch die Vizeweltmeisterschaft ist ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Sportlerin aus der Hönnestadt.

Liste der Erfolge ist lang

Neunmal gewann sie die NRW-Landesmeiserschaft. Siebenmal konnte sie sich die deutsche Meisterschaft sichern. Zweifache World-Cup-Siegerin, siebenfache World-Series-Sieger und jetzt zum dritten Mal die Vizeweltmeisterschaft.

Diese unglaubliche Erfolgsserie ist der Beleg dafür, wie sehr Stefanie Kemper ihren Sport liebt. „Ich werde diesem Sport treu bleiben“, ist für die diplomierte Sportwissenschaftlerin klar, dass das Kickboxen immer ein Teil ihres Lebens sein wird. Obwohl das ja mal anders geplant war.

„Eigentlich wollte ich mit 12 Jahren Thai-Boxen machen, warum weiß ich nicht“, erzählt die Vize-Weltmeisterin. Doch dann kam dank eines Selbstverteidigungskurses in der Schule alles anders. „Ich bin dann mit einer Schulfreundin zu Uwe Spielmann ins Budokan gegangen. Da gab es dann den ersten Kontakt mit dem Kampfsport“, erinnert sich Stefanie Kemper.

Abitur am Walram-Gymnasium

Nach dem Abitur am Walram-Gymnasium kam dann das Studium an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Mit dem örtlichen Wechsel in die Rheinmetropole schloss sich die Mendenerin dem Hara Kampfsportverein an und spezialisierte sich dort auf das Kickboxen. Schnell wurde sie Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und stieß unter der Leitung des Bundestrainers Peter Zarr in die Weltspitze des Kickboxens vor.

Ein Sport, der allergrößte Disziplin von seinen Sportlern verlangt. „Ich trainiere praktisch täglich“, erzählt Stefanie Kemper ein wenig über den Aufwand für ihren Sport. Wenn Wettkämpfe anstehen, sind es sogar auch schon zwei Einheiten pro Tag. Ansonsten bestimmt das Kickboxen neben der beruflichen Tätigkeit ihr Leben.

Da drängt sich die Frage auf, ob da überhaupt noch Zeit für ein Privatleben bleibt. „Das passt schon“, wird die Leidenschaft für ihren Sport von ihren Umfeld akzeptiert. „Ich bin da sehr zufrieden“, sagt Stefanie Kemper. Das ihr Sport nichts für Zartbesaitete ist, macht die Frage nach Verletzungen deutlich. „Es geht schon hart zur Sache“, so die Vizeweltmeisterin. Eine Knie-Operation und ein Bandscheibenvorfall sorgten schon für längere Auszeiten.

Hoffnung auf Revanche

Doch das ist für sie kein Grund, kürzer zu treten. So hat sie sich bereits ein Ziel für das kommende Jahr gesetzt. „Ich möchte endlich mal die Russin schlagen“, soll das Wiedersehen mit ihrer Finalgegnerin dann erfolgreich sein.

Eines ist in all den Jahren aber geblieben: die Liebe zur Heimatstadt Menden. „Ich bin gerne in Menden“, freut sich Kemper über jeden Besuch bei den Eltern. Auch wenn sie seit mehr als einen Jahrzehnt in Köln heimisch geworden ist. Auch an ihre Schulzeit am Walram denkt sie gerne zurück. „Wir waren da schon ein ganz tolle Stufe“, freut sie sich auf jedes Wiedersehen mit den einstiegen Mitschülern.

Ihre Gedanken sind in diesen Tagen bei ihren ehemaligen Jugendtrainer Uwe Spielman, der leider sehr früh an Krebs verstarb. Er hat großen Anteil an der Erfolgsgeschichte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben