Tanzen in Menden

Viel mehr als nur Herumgezappel

In Reih und Glied und immer aufeinander abgestimmt: Die Streetdance-Gruppe der Tanzsportabteilung des SV Menden.

In Reih und Glied und immer aufeinander abgestimmt: Die Streetdance-Gruppe der Tanzsportabteilung des SV Menden.

Foto: SV Menden

Menden.  Es gehört schon ein wenig dazu, sich zu den Beats und Texten der Hip Hop-Szene zu bewegen – wie das geht, wissen die Tänzerinnen aus Menden.

Das sieht schon etwas anders aus, als das was sich viele Menschen unter Tanzen im ersten Moment vorstellen. Dass das, was die jungen Frauen von der Tanzsportabteilung des SV Menden darbieten aber eine Menge Taktgefühl und Körperbeherrschung benötigt, wird bei Betrachtung der Tanzeinlagen eindeutig – Hip Hop oder Streetdance braucht viel mehr als nur die Liebe zu der Musik, zu der getanzt wird.

Laut geht es zu, wenn sich vier Gruppen zum Trainieren der teilweise sehr umfassenden Choreographien treffen. Musik schallt aus den Boxen und die 50 Mädchen und zwei Jungs bewegen sich stilvoll sicher dazu. Wenn die Musik dann mal für wenige Augenblicke unterbrochen wird, lauschen die Tänzerinnen und Tänzer gespannt den Anweisungen ihrer Trainer. Drei junge Frauen sind es, die den Gruppen die nach Alter getrennt sind, das Tanzen zur Musik näher bringen und sie untereinander koordinieren. Doch beim schnellen Sprechgesang aus den Boxen gibt nicht immer nur die Melodie den Takt für die Tänzer vor.

Mittanzen kann eigentlich jeder

„Das besondere an Hip Hop beziehungsweise Streetdance ist, dass jeder Schritt auf den Beat oder auf den Text angepasst ist. Das sind keine unüberlegten Bewegungen, es steckt viel Mühe und Kreativität hinter jeder Choreographie“, sagt Pamela Urson, die für alle Gruppen übergreifend verantwortlich ist. So wird sich also nicht nur zu den Beats, sondern auch zu den Texten der Interpreten bewegt – was die Choreographien noch abwechslungsreicher macht. Denn Hip Hop ist bekanntlich keine Musik, die stringenten Mustern folgt sondern eher immer wieder für ein überraschendes Element zu haben ist.

Mittanzen kann dabei eigentlich jeder, der sich vielleicht noch nicht so an den Partnertanz traut oder der einfach der Musik der jungen Generationen Ausdruck verleihen möchte. Und das kann ganz schön anstrengend sein, weshalb eine gute Kondition nicht schädlich ist. „Eigentlich brauchen die Teilnehmer nur Freude am Tanzen. Vorkenntnisse sind gut, aber eigentlich auch nicht unbedingt notwendig“, sagt Pamela Urson. „Alle sind geeignet, in jedem schlummert ein kleines Tanztalent“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Abteilung wächst und wächst

Derzeit wächst die Abteilung innerhalb der Tanzsportabteilung des SV Menden stetig, auch oder vielleicht gerade weil der sportliche Vergleich mit anderen Gruppen noch nicht stattfindet. „Vielleicht kommt das noch“, sagt Urson, die mit ihren Gruppen aber regelmäßig Auftritte im Rahmen von Veranstaltungen macht. Die nächste Gelegenheit die neusten Choreographien der Gruppen zu sehen, bietet sich am 7. Dezember bei der Eröffnung des Hönne-Cups in der Kreissporthalle.

Doch eigentlich ist der Streetdance, wie der Name bereits sagt, eigentlich ein Tanzstil der seine Wurzeln eher auf der Straße hat als in Sporthallen. „Man kann in jedem Tanz seine Persönlichkeit einarbeiten und sie anders als mit Worten ausdrücken“, sagt Pamela Urson. Es ist eine andere Art des Ausdrucks, eine die in manchen Teilen auch von Improvisation lebt – was natürlich angesichts des Tanzens in einer Gruppe oder einer bestimmten Choreographie nicht immer so leicht umsetzen lässt.

Früh für Streetdance stark gemacht

„Die Kinder bewegen sich lieber etwas wilder als in den Standardtänzen“, sagt Tatjana Menzel, die der Tanzsportabteilung bereits seit einigen Jahren vorsitzt. Bereits früh hat sie sich im Verein für ein entsprechendes Angebot stark gemacht, seit 2015 hat sie mit Pamela Urson eine begeisterte Übungsleiterin dafür gefunden. Selbst war Urson da schon seit neun Jahren aktiv, bis heute ist sie stolz darauf eine Gruppe leiten zu dürfen.

Inzwischen sind es deren vier Gruppen geworden, die jüngsten sind sechs und die ältesten über 18 Jahre alt – es ist also für alle Altersklassen etwas geboten. Ob die Musik für jeden etwas zu bieten hat, ist Geschmackssache. Aber die Art und Weise wie sich die Tänzerinnen und Tänzer zu den wummernden Klängen aus der Box bewegen, dürfte nun wirklich viele Geschmäcker treffen.

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