Handball

Vorbildfunktion für Funktionäre bei der Handball-WM wichtig

Positiv gestimmt: Frank Schlücking, 1. Vorsitzender der SG Menden Sauerland, glaubt daran, dass sich die deutschen Spieler bei der Handball-WM richtig verhalten werden.

Positiv gestimmt: Frank Schlücking, 1. Vorsitzender der SG Menden Sauerland, glaubt daran, dass sich die deutschen Spieler bei der Handball-WM richtig verhalten werden.

Foto: Dietmar Reker / WP

Menden/Arnsberg  Die Handball-WM startet heute mit einem Corona-Hygienekonzept. Die heimischen Handball-Funktionäre erwarten von den Spielern Disziplin.

Am heutigen Abend startet die Handball-Weltmeisterschaft. Bei der WM, die während der Corona-Pandemie stattfindet, gibt es ein Hygienekonzept und Maßnahmen, die für die Gesundheit aller Beteiligten elementar sind. Für die Funktionäre der heimischen Handballvereine haben die deutschen Handballer eine Vorbildfunktion für den Amateursport und vor allem die Jugendlichen. Wie diese aussieht, erklärten sie im Gespräch mit der WP.

Vergleich mit Frauen-Europameisterschaft

"Ich glaube, dass die Maßnahmen richtig sind und die WM unter dem Hygienekonzept gut durchgeführt werden kann. Die Organisatoren haben alles getan, was nötig ist", sagt Frank Schlücking, 1. Vorsitzender der Handballer der SG Menden Sauerland. Er zieht den positiven Vergleich zur kürzlich stattgefundenen Frauen-Europameisterschaft. "Die Infektionszahlen haben sich dort nicht großartig erhöht und es ist alles gut gelaufen. Die Ägypter wissen schon, wie man Handball spielt. Sie werden die WM so verkaufen, dass der Rest der Welt damit zufrieden ist", so der 48-jährige Funktionär weiter. Ein gewisses Restrisiko bleibe natürlich. "Man muss sich den Bedingungen stellen, sonst kann man gleich zuhause bleiben", findet Schlücking.

Der Wölfe-Vorsitzende sieht dabei die Spieler in der Verantwortung. "Sie haben eine Vorbildfunktion für den ganzen Handballsport. Das ist sehr wichtig. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich die deutschen Spieler so verhalten werden, wie es erwünscht ist. Die werden sich schon gut verkaufen." Schlücking beruht sich darauf, dass Handball ein Kontaktsport ist und die Spieler innerhalb des Hygienekonzepts auch regelmäßig getestet würden. "Daher sollten sie auch Fotos machen dürfen oder bei Time-Outs zusammenstehen. Denn wenn ich das verbiete, brauche ich eine WM nicht durchzuführen", erklärt der 48-Jährige.

Respekt vor Spielerabsagen

"Ich bin froh, dass ich über das Hygienekonzept nicht urteilen kann, denn schließlich bin ich kein Virologe", sagt Joshua Schefers, sportlicher Leiter der Handballer der DJK Bösperde. Schefers vermutet, dass bei der Durchführung der WM auch wirtschaftliche Faktoren eine gewichtige Rolle spielen. Auch er sieht die Handballer in einer Vorbildfunktion. "Das halte ich für immens wichtig. Denn die Spieler sind dort in erster Linie als Menschen und nicht als Sportler. Dass Spieler wie Patrick Wiencek oder Hendrik Pekeler freiwillig nicht teilnehmen halte ich für einen mutigen Schritt, vor dem ich großen Respekt habe", so der 29-jährige Funktionär weiter. "

Es wäre gut, wenn alles glatt würde." Dennoch verweist Schefers darauf, dass Handball ein emotionaler Sport ist. "Handball lebt von den Emotionen und ist ein Kontaktsport, sobald man den Spielern das verbietet, ergibt ein solches Turnier keinen Sinn mehr."

Emotionen müssen erlaubt sein

Olaf Pokroppa, 1. Vorsitzender der Handballer von Westfalia Halingen sieht die WM als zwiespältig an. "Es ergibt keinen Sinn, wenn die Spieler sich permanent anfassen, aber dann mit Masken die Hallen wieder verlassen. Sie haben eine absolute Vorbildfunktion. Entweder sie machen das, was erlaubt ist oder sie lassen es gleich sein. Man darf nicht vergessen, dass alle Spieler auch nur Menschen sind, die auf dem Feld ihre Emotionen ausleben wollen."

"Ich glaube, dass das Konzept aufgehen kann, auch wenn die USA und Tschechien jetzt aufgrund von zu vielen Corona-Fällen nicht mitmachen können", ist sich Thomas Weber, Leiter der Handballer der SG Ruhrtal, sicher. "Wenn die Spieler in ihrer Blase bleiben, müsste das funktionieren", so der 53-Jährige weiter. Die einzige Gefahr, die Weber sieht, ist, dass Handball ein körperbetonter Sport ist. Daher fordert er von den Spielern absolute Disziplin. "Das ist total wichtig. Die Spieler haben eine absolute Vorbildfunktion und werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen." Dennoch hält er den Spagat zwischen Emotion und Vernunft für schwierig. "Die Spieler müssen sich kontrollieren. Aber dafür sind sie ja Profis."

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben