Volleyball

Wie ein Hobby zu großer Liebe führte – und in die Bundesliga

Julian und Katharina Schallow mit ihrer Tochter Mila. Mit der Unterstützung von Familie und Freunden bekommen sie sogar Profisport und Kind geschaukelt.

Julian und Katharina Schallow mit ihrer Tochter Mila. Mit der Unterstützung von Familie und Freunden bekommen sie sogar Profisport und Kind geschaukelt.

Foto: Privat

Balve/Sundern.  Bundesliga und Familienglück: Das kombiniert Volleyballerin Katharina Schallow in ihrem Alltag. Wie es ist, den eigenen Mann als Coach zu haben.

Zweite Bundesliga in der nächsten Saison, 20 Jahre Volleyball und zwei Menschen, die sich – durch ihren Sport – verliebt haben. Eine Geschichte, die klingt wie das Drehbuch einer Romantikkomödie, und eine Sportlerin, die ihre sportlichen Wurzeln beim VfK Balve hat.

Die Rede ist von Katharina Schallow (33). Eigentlich heißt es „Pech im Spiel, Glück in der Liebe“. Schallow aber beweist: Es geht auch beides.

VfK Balve: Wo alles begann

Mit den ersten Damen vom RC Sorpesee darf sie nach dieser, aufgrund der Coronakrise abgebrochenen Saison, aufsteigen. Und nun spielt sie – mindestens für die nächste Saison – in der zweiten Bundesliga.

Mit 13 Jahren hat sie im Balver Team angefangen, Volleyball zu spielen. „Das ist recht spät. Viele, die jetzt auf unserem Level spielen, haben früher begonnen“, erklärt Schallow.

Ihre Karriere hat im kleinen Dorf an der Hönne begonnen – genauso auch ihr zukünftiges Leben. Schon damals lernte Schallow ihren jetzigen Mann Julian kennen. „Ja, wir haben uns tatsächlich über den Sport kennengelernt“, erinnert sie sich.

Studium, Ausbildung – und Volleyball

Danach seien beide ihre erstmal eigenen Wege gegangen – sie habe in Münster eine Physiotherapie-Ausbildung begonnen und er habe in Dortmund studiert. Aber selbst während der Ausbildung ist Schallow oft gependelt – um weiter Volleyball spielen zu können.

„Ich bin dann irgendwann nach Langscheid gegangen. Später kam er hinterher“, schildert Schallow. „Irgendwann wurden wir dann ein Paar“, lacht sie.

Den eigenen Mann als Coach

Früher habe auch ihr Mann in der zweiten Bundesliga gespielt, dann habe er sich aber für eine Trainerkarriere entschieden. Und wie der Zufall es will: „Dann wurde Julian Trainer der ersten Damen – also auch von mir.“

Wie das klappt? Eigentlich recht gut, wie Schallow erklärt. Auch ihre Teamkolleginnen kämen mit der Situation klar. Genau so wie sie selbst: „Ganz einfach ist es nicht immer. Aber ich kann recht gut zwischen Sport und Privatem trennen.“

Was aber nicht heißt, dass bei der Hochzeit der beiden nicht auch ganz viele aus dem Volleyballteam dabei waren. „Unsere Mannschaft ist sehr zusammengewachsen und einige von ihnen gehören zu unseren engen Freunden.“ Und dann gehören sie natürlich auch zu den Hochzeitsgästen.

Großes Managementtalent

Im Alltag braucht Schallow einiges an Management-Talent. Denn seit knapp einem Jahr ist die 33-Jährige nicht nur Profisportlerin, Vollzeitbeschäftigte und Ehefrau, sondern auch Mutter. Die kleine Mila machte vor nicht allzu langer Zeit aus dem Volleyballpärchen eine Volleyballfamilie.

„Für mich persönlich ist es auch eine Riesenherausforderung, in der Bundesliga zu starten“, erklärt Schallow. „Es ist aber mit guter Organisation kombinierbar.“

Doch das schafft Schallow auch nicht ganz alleine – und daraus macht sie keinen Hehl: „Das klappt alles nur dank meiner Familie“, weiß sie. So würden zum Beispiel die Geschwister auf ihre Tochter aufpassen – denn wenn Training ist, ist ja auch ihr Mann dabei.

Langeweile ohne Volleyball

Und im Moment? Im Moment herrscht auch bei Katharina Schallow eine Stille, wie es sie seit Langem nicht mehr gab: „Vorher hatte ich immer total viel Action, meine Woche war super ausgefüllt“, erklärt die Sportlerin. Jetzt fühle es sich fast an, als sei ihre Alltagsaktivität von 100 auf 0 abgefallen. Und auch in ihrem Verein gibt es einige Fragezeichen.

Dazu kommt natürlich auch das Training zuhause, was jetzt angesagt ist: „Das ist für mich als Mannschaftssportlerin ‘ne blöde Sache“, verrät sie. Sich aufzuraffen und drei Stunden allein Sport zu machen, sei alles andere als einfach.

Doch es muss: „Athleten und Physiotherapeuten versorgen uns mit Übungen“ – dazu gehört lockeres Laufen und Stabilitäts- sowie Kräftigungstraining. Doch für Schallow, die eigentlich regelmäßig auf Trab ist, ist das alles eher langweilig. Doch sie hat keine Wahl, denn die zweite Liga, die wird kommen.

Und welche Gedanken ihr dazu durch den Kopf gehen, verrät sie im Kurzinterview.

Drei Fragen an Katharina Schallow...

Nächste Saison startet’s für die Volleyballerinnen des RC Sorpesee: Das Projekt „Zweite Bundesliga“. Katharina Schallow über ihre sportliche Laufbahn und darüber, wohin es für sie noch gehen soll.

1. Sie spielten die letzte Saison in der dritten Liga, nächste Saison geht’s in die zweite Bundesliga. Wie sind Sie sportlich soweit gekommen?

Ich war tatsächlich früher schwimmen bei den Wassersportfreunden Balve. Irgendwann wollte ich aber diesen Einzelsport nicht mehr. Also spielte ich etwa drei, vier Jahre beim VfK Balve – und dann hab ich zum RC Sorpesee gewechselt. Und seitdem bin ich da. Begonnen haben wir damals, glaube ich, in der Bezirksliga. Wir haben uns das – gerade als kleiner Verein – wirklich toll erarbeitet.

2. Wie haben Sie die äußerst erfolgreiche letzte Saison miterlebt?

Wir hatten schon einige blöde Niederlagen. Aber es ist trotzdem super gelaufen. Uns hätte nur noch ein Sieg gefehlt, dann wären wir definitiv nicht mehr einzuholen gewesen. Ich bin richtig stolz, dass ich das nach der Babypause im vergangenen Jahr so mit durchgestanden habe. Und dass ich ein Teil von dem Team bin, das wieder den Sprung in die zweite Liga geschafft hat. Wir sind ein klasse Team mit einer total coolen Mischung. Auf der einen Seite die Älteren mit ihrer Erfahrung und dann die jüngeren Spielerinnen, die frischen Wind reinbringen.

3. Sie waren ja schon einmal für zwei Jahre in der zweiten Liga. Wie war das? Und geht’s vielleicht noch weiter nach oben?

Ja, wir waren jetzt zwei Jahre lang in der dritten Liga und davor schon mal zwei Jahre in der zweiten. Ein Unterschied ist allein schon, wie weit man reisen muss. Und das sind ganz andere Sporthallen – viel größer. Ich bin stolz drauf, wie gut wir mithalten können, weil auch unsere Halle immer voll ist. Und wie es weitergeht? Wieder in die zweite Liga aufzusteigen war ein Traum – und das macht mich stolz. In die erste Liga möchte ich aber nicht, das ist zu stressig. Aber der Klassenerhalt wäre ein Ziel!

Pläne für die kommende Saison hin oder her: Jetzt heißt es für die volleyballbegeisterte Familie erstmal warten. Bis dann irgendwann das Projekt zweite Bundesliga so richtig startet.

Mehr Nachrichten rund um den Sport in Balve und Umgebung gibt’s hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben