Fußball und Musik

Warum "Pommes" Plonka eine Hymne auf den SV Menzelen singt

Thomas "Pommes" Plonka möchte die Hymne des SV Menzelen gerne möglichst schnell nach dem Lockdown auf dem Sportplatz zum Besten geben (Foto: privat)  

Thomas "Pommes" Plonka möchte die Hymne des SV Menzelen gerne möglichst schnell nach dem Lockdown auf dem Sportplatz zum Besten geben (Foto: privat)  

Alpen - Menzelen  Als Thomas Plonka in Bönninghardt "It's my life" von Bon Jovi entgegendröhnt, wird ihm klar: In Menzelen soll es besser klingen.

Alpen. Mit seinen 48 Jahren ist Thomas Plonka auf dem Fußballplatz noch ganz gut unterwegs. Der Sparkassen-Angestellte kickt, sofern es Corona zulässt, regelmäßig in der zweiten Mannschaft des SV Menzelen in der Kreisliga C. Warum er in dem Klub in Alpen am Niederrhein aber viel mehr ist als ein Mittelfeldspieler „mit gutem Auge“, hat mit seiner zweiten großen Leidenschaft zu tun – der Musik.


Thomas „Pommes“ Plonka ist nämlich Sänger. Für die Grün-Weißen hat er eine Hymne komponiert. „SV Menzelen, unser Club. SV Menzelen, mein Verein. Ein Jahrhundert voller Liebe. Und wir stehen nie allein“ – so soll es klingen, wenn auf der schmucken Anlage an der Neue Straße 1 wieder Fußball gespielt werden darf.


Wir haben uns mit dem Rockfan über Fußball und Musik unterhalten.


Thomas Plonka, Fußballer haben ja häufig Spitznamen, aber warum werden Sie ausgerechnet „Pommes“ gerufen?


Thomas Plonka: Den Spitznamen habe ich einem meiner besten Freunde aus der Grundschule zu verdanken. Der Lehrer wollte wissen, wie unsere Vornamen auf Englisch klingen und mein Platznachbar hat ‚Pommes‘ statt ‚Thomas‘ gesagt (lacht). Seitdem bin ich den Namen nicht losgeworden, bis auf meine Lebenspartnerin und meine Eltern nennt mich eigentlich jeder so.


Wie kamen Sie zum Fußball und wie zur Musik?


Ich komme aus Homberg und habe als kleiner Junge beim VfB angefangen, Fußball zu spielen. In der B-Jugend waren wir sogar in der Niederrheinliga, das war damals die höchste Spielklasse, und hatten es in Derbys unter anderem mit dem MSV Duisburg oder im Niederrheinpokal mit Borussia Mönchengladbach zu tun. Ich habe im linken Mittelfeld gespielt, und der frühere MSV-Profi Kurt Jara hat mir damals als Tipp gegeben, dass ich mit meinem rechten Fuß immer schön von außen in die Mitte ziehen soll, dann wäre ich vorne besonders gefährlich.


Woher kannten Sie die MSV-Legende?


Sein Sohn Martin war ein Schulkumpel von mir, mit ihm bin ich zur Kommunion gegangen, daher kannten sich unsere Familien. Mit 16 habe ich aber erst einmal mit dem Fußball aufgehört, weil mir zu der Zeit andere Dinge wichtiger waren – unter anderem die Musik.


Sie wollten Rock- und nicht Fußball-Star werden!


Naja, so groß habe ich nicht gedacht. Ein Kumpel hatte eine Band, die einen Bassisten suchte. Ich konnte kein Instrument, obwohl mein Vater früher Akustikgitarre gespielt hat. Ich habe mir dann alles selber beigebracht und später dann auch gemerkt, dass meine Stimme gar nicht so schlecht ist, also habe ich auch gesungen.


Wann haben Sie wieder angefangen zu kicken?


Das war vor 14 Jahren. Ich bin mit meiner damaligen Frau nach Alpen gezogen, weil wir uns dort ein Haus gekauft haben, und wollte wieder Fußball spielen. Vorher hatte ich schon regelmäßig in der Betriebstruppe von der Sparkasse gekickt, von daher war ich also nicht ganz raus. Also habe ich mich beim SV Menzelen angemeldet und zunächst noch in der ersten Mannschaft in der Kreisliga B gespielt. Seit gut zehn Jahren bin ich jetzt aber in der zweiten Mannschaft am Ball. Das geht auch mit 48 Jahren noch ganz gut, man muss halt viel mit Auge machen (lacht).


Und irgendwann haben Sie sich gedacht: Jetzt schreibe ich für den Verein mal eine ordentliche Hymne…


Die Idee kam gar nicht von mir. Es ist schon ein paar Jahre her, als sich ein Mitspieler bei einer Abschlussfahrt in einen Center Parc schwer verletzt hat, er ist seitdem querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Der SV Menzelen hat dann ein Benefizspiel für ihn veranstaltet, bei dem die Traditionsmannschaft des MSV Duisburg bei uns angetreten ist. Ich habe dort für unseren Teamkameraden ‚You’ll never walk alone‘ gesungen. Im Sommer dieses Jahres hat mich dann der Wirt unseres Vereinsheims angesprochen, ob ich nicht eine Hymne für den SV Menzelen aufnehmen könne. Das habe ich gerne getan, die Inspiration dazu kam nach einem Auswärtsspiel…


Was war da los?


Wir waren im Derby bei unserem Nachbarn Rot-Weiß Bönninghardt zu Gast. Da lief vor dem Anpfiff zum Rhythmus von „It’s my life“ von Bon Jovi lief, umgedichtet in „Bön – ning – hardt“. Da habe ich mir gedacht, jetzt wird es Zeit, dass wir in Menzelen endlich auch eine eigene Vereinshymne haben. Also habe ich den Kontakt zu versierten Musikern in der Gegend gesucht und das Stück mit David Lagerweij und Aleg Ross in einem professionellen Studio in Duisburg aufgenommen.


Leider müssen Sie und alle Menzelener Fußballer noch warten, bis Sie zu Ihrer neuen Vereinshymne auf den Platz laufen dürfen!


So ist es! Natürlich wäre es toll gewesen, das Stück gleich nach Fertigstellung live auf dem Platz hören zu können. Umso mehr freuen wir uns darauf, wenn wir irgendwann im nächsten Jahr wieder spielen können und dann ‚SV Menzelen, unser Club‘ aus den Lautsprechern schallt. Die erste Resonanz auf die Hymne, die man zum Beispiel auf Youtube hören kann, war auf jeden Fall sehr positiv.

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