Regionalliga

RWO-Punkteteilung hilft nur Spitzenreiter Viktoria Köln

Das Duell  zweier herausragender Spieler ging zugunsten des Rot-Weißen aus: Yassin Ben Balla hatte Mike Wunderlich meist im Griff und tat viel nach vorne.

Das Duell zweier herausragender Spieler ging zugunsten des Rot-Weißen aus: Yassin Ben Balla hatte Mike Wunderlich meist im Griff und tat viel nach vorne.

Foto: Micha Korb

Oberhausen.   Rot-Weiß Oberhausen ist nach dem Remis bei Viktoria Köln enttäuscht. Denn die Chancen zum Sieg beim Spitzenreiter waren mehrfach da.

Von wutschnaubend bis lakonisch war nach dem Schlusspfiff auf Seiten der Rot-Weißen jede Gefühlslage vertreten. Das 0:0 bei Viktoria Köln, ein unglückliches und nicht verdientes, ging je nach Temperament dem einen laut, dem anderen still an die Nieren. Denn damit wurde im direkten Aufeinandertreffen die Chance vergeben, den Rückstand zum Spitzenreiter auf sechs Punkte zu verringern und das restliche Meisterschaftsrennen offen zu halten. Zumal der Zweite Rödinghausen mit dem 0:1 bei Mönchengladbach II eigentlich eine gute Vorlage gegeben hatte. Jetzt ist Hängepartie und RWO-Trainer Mike Terranova bekannte nachher im Gespräch: „Herzlichen Glückwunsch an Viktoria, ich glaube nicht, dass euch noch groß was passiert.“

Groß was passiert war zuvor auf dem sandigen Geläuf im Sportpark Höhenberg nicht, aber zumindest Bemerkenswertes. Denn die Rot-Weißen stellten mit einem beherzten und disziplinierten Auftritt wirklich die eindeutig bessere Mannschaft. Davon war in der nahezu chancenfreien ersten Halbzeit noch wenig zu sehen, das war ein zähes Ringen um Positionen. Zwei Freistöße von Dario Schumacher sowie ein verpasster Kopfball von Cihan Özkara nach blendender Flanke von Schumacher (31.) waren die einzig nennenswerten Annäherungen an das Viktoria-Gehäuse. Auf der Seite von RWO-Neuzugang David Davari war zu konstatieren: Wenig los, die Gastgeber schossen kein einziges Mal auf das Tor.

Oberhausener machen vieles richtig

Zu groß schien der Respekt, zu groß die Sorge, einen Fehler zu machen, der übel bestraft würde. Kölns Trainer Patrick Glöckner meinte nachher zwar, dass er ein Kampfspiel gesehen habe, das von seiner Seite aus enttäuschend verlief, weil die spielerischen Akzente gefehlt hätten. Dazu ist zu sagen: Die Heimmannschaft wirkte in vielen Szenen, als ob sie gar nicht mehr wolle, als dieses 0:0. Pomadig und fehlerhaft im Aufbau ging nach vorne bei den Kölner nahezu alles schief.

Aus Oberhausener Sicht: Die Gäste machten vieles richtig gut gegen den souveränen Spitzenreiter. Schlüsselrollen kamen dabei dem starken Jannik Löhden als Turm in der Abwehr sowie Yassin Ben Balla zu, der vor der Abwehr die Kreise von Kölns Regisseur Mike Wunderlich einengte (wie immer!) und mit zunehmender Spieldauer immer mehr die Zügel Richtung Tor der Gastgeber anzog.

RWO trifft zweimal nur das Aluminium

In seinen Nebenleuten fand er kreative Mitstreiter und so kippte das Chancenübergewicht eindeutig auf die Seite der Rot-Weißen. Nur einmal musste Davari auf dem Posten sein, als der eingewechselte Christian Derflinger nach Wunderlich-Zuspiel am Strafraumeck frei stand und abzog. Doch der Torwart war schnell unten im kurzen Eck (90. +1). Davor hätte Rot-Weiß die Partie schon entscheiden müssen. War der Schuss von Christian März an den Außenpfosten (62.) noch nicht hundertprozentig, so war es Özkaras Chance zehn Meter vor dem Kasten gewiss. Kai Nakowitsch hatte brillant auf links gestellt, Ubabuike leitete den Ball mit Glück ins Zentrum auf den Mittelstürmer. Der aber zog drüber (65.).

Und wenn das noch nicht genug hundertprozentig war, so war es die Doppelchance vier Minuten vor dem Ende. Ben Balla hatte famos auf die linke Seite gepasst, wo Tim Hermes annahm und sofort butterweich auf den kurzen Pfosten flanke. Dort sprang Philipp Gödde ab und lenkte den Ball mit dem Kopf ins lange Eck – wo er vom Innenpfosten wieder ins Feld sprang. Dort stand zehn Metern entfernt Raphael Steinmetz blank und drückte sofort ab, drei Meter drüber.

Und dann war Schluss und auf der Tribüne hieß es bei den Kölner Anhängern: „Da haben wir aber einen Punkt gewonnen.“ RWO-Vorstand Thorsten Binder, eine Sitzreihe davor platziert, bestätigte: „Und wir haben zwei verloren.“

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