Fußball-Oberliga

5:0 in Hamm: Siegen beendet die Krise

Jacob Pistor (SI) bejubelt sein Tor zum 1:0 für die Sportfreunde Siegen in Hamm. Am Ende heißt es 5:0.

Jacob Pistor (SI) bejubelt sein Tor zum 1:0 für die Sportfreunde Siegen in Hamm. Am Ende heißt es 5:0.

Foto: Rene Traut

Hamm.  Paukenschlag durch die Sportfreunde Siegen: Beim 5:0 gegen den Tabellenletzten Hammer SpVg erzielen zwei Spieler jeweils zwei Treffer.

Man kann ja durchaus konstatieren, dass die Situation bei den Siegener Sportfreunden nach der Heimniederlage in der Vorwoche gegen Ahlen recht trostlos wirkte. Was sich aber eine Woche später bei der Hammer SpVg abspielte, als die Siegener dort mit einem 5:0 (2:0)-Erfolg aufwarteten, lässt sich kaum mit Worten beschreiben. Meilenweit von jeglicher Oberliga-Tauglichkeit entfernt, hinterließen die Hammer Kicker an diesem Sonntagnachmittag bei einbrechender Abenddämmerung einen ratlosen, ja, erschütterten Trainer Rene Lewejohann.

Dessen Siegener Vergangenheit ist hinlänglich bekannt, aber so mutlos wie gestern hat er sich in der Vergangenheit nie angehört. „Ich bin zum ersten Mal richtig von meiner Mannschaft enttäuscht“, so der frühere Stürmer. Die Schlappe gegen den Ex-Klub, die zehnte Saisonniederlage wird ihn bedrückt in die neue Woche begleiten. „Wenn ich heute Zuschauer gewesen wäre, hätte ich mich gefragt, was die eigentlich die ganze Woche hier trainieren...“

Fußballerische Welten

Den Siegenern kam die katastrophale Fehlleistung der Platzherren auf dem Rumpelacker der Hammer Arena zu pass. In Spiel zwei unter dem Interimstrainer-Duo Marco Beier/Frank Dalwigk („Zwischen uns passt kein Blatt...“) lagen fußballerische Welten zwischen Heim-Team und Gast. „Zehn Minuten haben wir gebraucht“, so der 62-jährige Dalwigk, der diesmal allein die Siegener Farben bei der Nachbetrachtung im Hammer VIP-Raum vertrat („der Marco steht unter der Dusche...“). Dann machte sich die fußballerische Überlegenheit, die Gedankenschnelligkeit, ja, die taktische Umsetzung der Vorgaben von Spielzug zu Spielzug mehr bemerkbar.

Fallen außer dem Führungstreffer durch Jacob Pistor (15.) und dem 2:0 durch den verwandelten Handelfmeter von Björn Jost (26.) drei weitere Tore bis zum Halbzeitpfiff und es am Ende gar zweistellig geworden wäre - niemand im Hammer Lager hätte sich beschweren können.

Noch gnädig

Auch nach der Pause erwiesen sich die Sportfreunde als gnädig, beließen sie es bei den Treffern von Leandro Fünfsinn (57., 69.) und dem Freistoß von Kapitän Jost aus gut 35 Metern bei drei weiteren Einschlägen gegen bedauernswerte Gastgeber, die in dieser schlechten Verfassung nur schwerlich für überhaupt einen Saisonsieg in Frage kommen werden.

Das Siegener Trainer-Duo hatte mit ein paar taktischen Kniffen die Hammer jeglicher Möglichkeit beraubt. So agierte gegen den Ball eine Fünferkette, die sich bei Ballbesitz in das Trio der Innenverteidiger verwandelte. Davor standen die erfahrenen Marcel Becker und Ryo Kaminishi als Doppel-Sechs. Vorgerückt auf der „Zehn“ agierte Jost, vorne die beiden variablen Spitzen 0 und Fünfsinn, die allein für ein zweistelliges Resultat hätten sorgen können.

Die vergebenen Chancen fielen diesmal nicht ins Gewicht, weil die allzu oft zu beanstandenden individuellen Fehler unterblieben. Die erschreckend harmlosen Hammer stellten die Defensive an diesem Tag allerdings auch vor keine nennenswerte Aufgabe.

So lässt dieses 5:0 nur eine Frage offen: Wer wird denn nun neuer Trainer? Auf eine Antwort müssen wir weiter warten.

Hammer SpVg: Mandusic - You (59. El Gourari), Özkara, Spahic, Sewing - Gülcan, Aoki (54. Kisker), Bezhaev, Franke - Yildirim, Dogan (63. Lubak).

Sportfreunde Siegen: Thies - Krämer, Below, Filipzik, Yilmaz, Wolf - Becker (74. Brusch), Kaminishi (82. Busik) - Jost - Fünfsinn (85. Freund, Pistor (79. Peters).

Schiedsrichter: Lasse Lütke-Kappenberg (Münster).

Tore: 0:1 Jakob Pistor (15.), 0:2 Björn Jost (26., Handelfmeter), 0:3, 0:4 Leandro Fünfsinn (57., 69.), 0:5 Björn Jost (75.).

Rote Karte: Spahic (Hamm, 74.), grobes Foulspiel.

Zuschauer: 257.

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