1.. FC Kaan-Marienborn

Bittere Momente des Abstiegs

Leerer Blick. Trotz des 3:0 gegen Wuppertal ist der 1. FC Kaan-Marienborn abgestiegen. Dawid Krieger (l.) und Kapitän Toni Gänge ist die maßlose Enttäuschung anzusehen

Leerer Blick. Trotz des 3:0 gegen Wuppertal ist der 1. FC Kaan-Marienborn abgestiegen. Dawid Krieger (l.) und Kapitän Toni Gänge ist die maßlose Enttäuschung anzusehen

Foto: Rene Traut

Kaan-Marienborn.   3:0 gewonnen - und doch abgestiegen. Der 1. FC Kaan-Marienborn ist wieder Fußball-Oberligist. Die Konkurrenz spielte nicht mit.

Thorsten Nehrbauer und sein Team hatten das Endspiel beim Bonner SC am kommenden Samstag voll im Visier. Seit Wochen. Am Ende des vorletzten Spieltags in der Fußball-Regionalliga ist dieser Final-Traum geplatzt. Trotz des überzeugenden 3:0 (2:0)-Erfolges in der Herkules-Arena gegen einen desolaten Wuppertaler SV muss der 1. FC Kaan-Marienborn die bittere Abstiegspille schlucken. Das Resultat aus Aachen, wo der Konkurrent aus Bonn mit 2:1 gewann, stürzt das Breitenbachtal in Agonie.

Dass sich der 2. Vorsitzende der Käner, Wolfgang Leipold, als Leiter der Pressekonferenz, zu Tiraden über Aachen-Coach Fuat Kilic hinreißen ließ („Wir mussten den zwei Mal erleiden...“), mag der ­großen Enttäuschung über das ­Resultat am Tivoli entspringen. Denken kann man sowas, es an offizieller Stelle zu sagen, sollte man indes vermeiden.

Zünglein an der Waage spielen

Dass der 15. Tabellenplatz für den Klassenerhalt nicht ausreicht, ist seit Samstag ebenfalls Fakt. ­Fortuna Köln beendet mit dem ­nun feststehenden Drittliga-Abstieg ­jede Diskussion. Sollten auch die Sportfreunde Lotte noch aus der 3. Liga absteigen, tritt die Regionalliga in der kommenden Saison mit 19 Teams an. Der ­1. FC Kaan-Marienborn wird nicht dazu gehören, da nach diesem Wochenende alle Gerüchte von einer im Raum stehenden Wuppertaler Insolvenz vom Tisch sind.

„Ich habe jetzt keinen Bock, irgendwas zu erzählen“, saß natürlich nach diesen 90 Minuten die Enttäuschung bei Kaans Trainer Nehrbauer tief. Er verkniff sich ­Seitenhiebe in Richtung Alemannia Aachen ebenso, wie Gedanken an die Zukunft. „Wir wollen die Saison vernünftig zu Ende bringen, vielleicht in der Frage des vierten Absteigers noch zum Zünglein an der Waage werden“, will er seiner Mannschaft in dieser Woche noch einmal das Sieger-Gen einimpfen. Mit Gastgeber Bonn, dem SV Straelen und der SG Wattenscheid 09 - letztere im Direktduell in der Lohrheide - könnte es noch drei Teams treffen.

Natürlich mache er sich Gedanken über die Zukunft, so der Ex-Profi. Und wer genau hinein hörte in die Worte Nehrbauers, der mag erahnen, dass es in Kaan-Marienborn nach fünfeinhalb Jahren in der neuen Saison einen anderen Trainer geben wird. Trotz des Vertrages bis Juni 2020.

Über das 3:0 gegen die Wuppertaler, entstanden aus den frühen Toren von Mehmet Kurt (7.) und Arthur Tomas (11.) sowie dem satten Schuss von Burak Gencal (75.), sprach nach den 90 Käner Minuten kaum noch jemand im Sportheim. Denn schon eine Viertelstunde vor dem Abpfiff machte der Zwischenstand aus Aachen die Runde, die Bonner 2:1-Führung, die Bestand hatte bis zum bitteren Ende.

Da wurde dann philosophiert, wo denn die entscheidenden Punkte vergeben wurden. Das 2:2 in Aachen in der Hinrunde wurde zum Thema, die gleichlautenden Resultate in Mönchengladbach und Wiedenbrück in der zweiten Serie - nach jeweils 2:0-Führungen. Ebenso das 1:1 am vergangenen Mittwoch gegen Lippstadt.

Müßige Gedanken allesamt.

Wie wird es weitergehen bei den Känern? „Wir werden auch in der neuen Saison eine gute Mannschaft haben“, ist Kapitän Toni Gänge überzeugt. Dass er selbst dabei sein wird, ist Fakt. „Ich gehöre inzwischen hierhin“, so der Innenverteidiger, der seit Januar 2012 eine Käner Institution ist. Dass sich einige seiner Kollegen verabschieden, werde sich allerdings kaum vermeiden lassen.

Das Abenteuer Regionalliga ist Käner Fußball-Geschichte. Noch einmal Gänge dazu: „Aber wir stehen wieder auf...“

1. FC Kaan-Marienborn: Bölker - Waldrich, Schneider, Gänge, Scheld - Brato, Binder - Gencal, Kurt (90. Schilamow), Tomas - Ramaj (78. Krieger).

Wuppertal: Lübcke - Malura, Windmüller, Uphoff, Meurer - Kühnel, Grebe - Saric (67. Schmetz), Topal (81. Osenberg), Hagemann - Dünnwald (61. Sola).

Schiedsrichter: Markus Wollenweber (Mönchengladbach).

Tore: 1:0 Kurt (7.), 2:0 Tomas (11.), 3:0 Gencal (75.).

Zuschauer: 312.

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