2. Kunstturn-Bundesliga

KTV Obere Lahn vor dem wichtigsten Wettkampf der Saison

Volle Konzentration ist bei Andrey Likhovitskiy und seinen Teamkollegen gefragt. Jeder Fehler in der Kreissporthalle Petersberg kann fatal sein.

Volle Konzentration ist bei Andrey Likhovitskiy und seinen Teamkollegen gefragt. Jeder Fehler in der Kreissporthalle Petersberg kann fatal sein.

Foto: Florian Runte

Biedenkopf.  KTV Obere Lahn muss im Kellerduell zur KTV Fulda. Dem Verlierer droht der Abstieg. Die Wiemers-Schützlinge treten vollzählig und guten Mutes an.

Nach den großartigen Titelkämpfen bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart kehrt nun wieder der Alltag in der Deutschen Turn-Szene ein. Es geht weiter im Liga-Geschehen.

Für die KTV Obere Lahn fällt der Wettkampf bei der KTV Fulda allerdings nicht unter die Kategorie Alltag, denn es ist der vermutlich wichtigste Wettkampf des Jahres. Warum, zeigt der Blick auf die Tabelle. Beide Teams stehen nach drei Wettkämpfen mit null Punkten sowie 5:31 Gerätpunkten am Tabellenende. Dem Verlierer des am Samstag (16 Uhr) in der Kreissporthalle Petersberg stattfindenden Wettkampfs droht die alleinige Rote Laterne – und damit der Abstieg in die dritte Liga. Die KTV Koblenz steht zwar ebenfalls noch bei null Punkten, zeigte bislang aber die deutlich stärksten Leistungen der drei punktlosen Teams.

„Es wird eine spannende Nummer“, stellt Obere-Lahn-Sportwart Albert Wiemers fest. Seine Riege war im Fernvergleich nach absoluten Turnpunkten zuletzt besser als Fulda. „In ihren Wettkämpfen bisher haben sie schon einige Fehler gemacht“, weiß Albert Wiemers: „Aber darauf können wir uns nicht verlassen. Wir müssen unsere beste Leistung zeigen, damit wir das Ding nach Hause bringen. Es wäre schön, wenn das klappt.“

Personelle Überraschungen sind nicht zu erwarten. Fulda, in der vergangenen Saison gemeinsam mit der KTV Obere Lahn (damals als zweite Mannschaft geführt), hat vor der Saison den sprunggewaltigen Karl Becker verpflichtet und mit Alexander Pfaffenroth einen Mann in seinen Reihen, der an allen Geräten für eine Zwölf vor dem Komma gut ist. Aus Russland unterstützt Alexey Bogdanov die Osthessen, doch auf der Ausländerposition hat die KTV Obere Lahn klar die Nase vorn.

Fiecker spielt eine Schlüsselrolle

Sowohl Artur Davtyan als auch Andrey Likhovitskiy haben sich vergangene Woche für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert, was besonders im Fall von Likhovitskiy auch ein Prestigegewinn für die KTV ist – er ist schließlich der Jugendtrainer in Biedenkopf. „Andrey ist davon, denke ich, schon beflügelt“, sagt Albert Wiemers mit einem unüberhörbaren Schnupfen in der Nase: „Den gibt es bei mir, aber Gottseidank nicht bei den Aktiven. Wir sind vollzählig.“

Eine Schlüsselrolle wird erneut der Bad Laaspher Sunny Joe Fiecker spielen, Michel Bürgel aus Niederlaasphe war zuletzt an Boden und Sprung gesetzt. Gut für die Obere Lahn: Das verletzte Fußgelenk von Felix Weber ist schon wieder so weit belastbar, dass der Biedenkopfer an den Ringen wieder einen echten Abgang turnen kann. „Das bringt schon einen guten Punkt mehr als mit einem Abgang, bei dem er ganz langsam runtersteigt. Außerdem ist er am Pferd und am Barren eingeplant.“

Eine gewisse Nervosität ist vor dem richtungweisenden Wettkampf in der Trainingshalle in Biedenkopf spürbar. Albert Wiemers: „Natürlich, aber es ist nicht viel stärker als sonst. Bei einer Niederlage hätten wir noch eine Chance in Koblenz.“

Mitfahrt im Mannschaftsbus möglich

Die KTV Obere Lahn fährt mit einem Bus nach Fulda und hat für interessierte Zuschauer noch einige Plätze frei. Der Bus fährt ab 12 Uhr an den beruflichen Schulen in Biedenkopf ab, von der Turnhalle aus gesehen auf der anderen Seite der Bahnbrücke. Anmeldungen sind kurzfristig noch per E-Mail an awiemers@aol.com möglich.

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