2. Handball-Bundesliga

Ferndorf verliert unglücklich in Gummersbach

In der Gummersbacher Schwalbe-Arena kassiert der TuS Ferndorf, hier mit Marijan Basic, eine knappe 18:19-Niederlage.

In der Gummersbacher Schwalbe-Arena kassiert der TuS Ferndorf, hier mit Marijan Basic, eine knappe 18:19-Niederlage.

Foto: Julian KaiseR

Nach enormer Steigerung in der zweiten Halbzeit verliert der TuS Ferndorf mit 18:19, weil ab der 44. Minute kein Tor gelingt.

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Gummersbach. Mit dem 18:19 (9:11) im ersten Punktspiel-Derby beim VfL Gummersbach kassierte Handball-Zweitligist TuS Ferndorf am Donnerstagabend seine vierte Niederlage in Folge, die aber unglücklicher nicht hätten sein können. Nach einem regelrechten Wechselbad der Gefühle, einer schwachen ersten Halbzeit und einer fulminanten Steigerung im zweiten Durchgang standen die Siegerländer in der fast ausverkauften Schwalbe-Arena kurz vor einer faustdicken Überraschung. Die gab es am Ende einer dramatischen Schlussphase nicht.

Wechselbad der Gefühle

Ferndorfs Trainer Michael Lerscht wartete mit personellen Überraschungen auf: Tim Hottgenroth, gegen Hüttenberg keineswegs schlecht, war nicht im Kader, in den sich Marin Durica „hineintrainiert“ hatte. Zu Beginn hütete jedoch Lucas Puhl, der „Gummersbacher Junge“ das TuS-Tor, war aber ebenso wie seine Vorderleute nicht in der Lage, die Gummersbacher Rückraum-Gewalt, die zumindest in den ersten 20 Minuten durch die Schwalbe-Arena zog, in Schach zu halten. Allen voran Alexander Hermann. Der Rückraumlinke traf nach Belieben, steuerte alleine sechs VfL-Treffer bei. Erst als ihm der eingewechselte Lucas Schneider vor die Nase gesetzt wurde, sank seine bis dahin 100-prozentige Wurfquote.

In die Bresche sprangen bei den Oberbergischen Linksaußen Marvin Sommer und der Montenegriener mit

österreichischer Staatsbürgerschaft, Janko Bozovic. Dieses Trio setzte der Ferndorfer Abwehr gehörig zu. während der TuS-Offensive lange nichts Ideenreiches einfiel, um die aggressive und extrem gut verschiebende Gummersbacher Abwehr auf Dauer auszuhebeln. Und mit Filip Ivic präsentierte der Ex-Erstligist einen Keeper, der in Halbzeit eins mit sieben herausragenden Paraden seinen Part dazu lieferte, dass sich der Favorit nach dem 3:3 Tor für Tor absetzte.

Bis auf 18:15 abgesetzt

Etwas besser wurde es auf Ferndorfer Seite, als Michael Lerscht nach und nach die gesamte zweite Reihe wechselte und auch die Abwehr endlich zu ihrer Stabilität fand. Gummersbach blieb nach dem 11:7 (Janko Bozovic/21.) bis zur Halbzeitpause ohne Treffer, während der von rund 250 Fans unterstützte Gast durch seine beste Minute der ersten Hälfte, als Lucas Schneider bei akutem Zeitspiel vom Kreis und Tim Rüdiger von Rechtsaußen auf 9:11 verkürzten, der inzwischen für den glücklosen Lucas Puhl im Tor stehende Marin Durica auch noch den Freiwurf von Janko Bozovic abwehrte.

Kein Tor in den letzten 16 Minuten

Diese beiden Treffer lösten beim Gast aber die Verkrampfung, legte der TuS die stärkste Viertelstunde in dieser Saison hin, drehte das Spiel in sechs Treffern in Folge. Großen Anteil daran hatte nicht nur der diesmal ganz starke Marin Durica, sondern vorne insbesondere Patrick Weber, der jetzt in die Hermann-Rolle geschlüpft war. Für die erste TuS-Führung in einem immer packender werdenden Spiel sorgte Tim Rüdiger zum 14:13 (37.). Als Patrick Weber und Andreas Bornemann sogar zum 18:15 nachlegten (45.), wankte der Favorit gewaltig.

Er fiel aber letztlich nicht, weil er sich in der beginnenden heißen Phase wieder aus seinem Tief zog, während beim TuS der Schwung wieder abebbte, zwischen der 44. und 60. Minute kein Tor mehr gelang. Robin Haller, Alexander Becker und Marvin Sommer per Siebenmeter glichen zum 18:18 aus, war das Momentum auf Seiten der Oberbergischen, obwohl Lucas Puhl den folgenden Sommer-Strafwurf abwehrte, beim zweiten aber denselben Schützen keine Chance hatte. Es war sieben Sekunden vor Schluss das entscheidende 19:18 und der glückliche Sieg für den VfL, weil der finale Freiwurf von Patrick Weber in der Mauer hängen blieb.

Gummersbach: Ivic, Puhle - Schröter (1), Fanger, Dayan, Baumgärtner, Blohme, Kontrec, Sommer (6/5), Hermann (7), Herzig, Meinhardt, Haller (1), Stüber, Becker (1), Bozovic (2).

Ferndorf: Durica, Puhl - Faulenbach (1), Basic (2), L. Schneider (1), Michel, Neitsch, Wicklein, J. Schneider (1), Barwitzki, Rüdiger (2), Lindskog Andersson (1/1), Koloper, Weber (7), Rink (1), Bornemann (2).

Schiedsrichter: Heine/Standke.

Z uschauer: 3840.

Spielfilm: 2:1 (6.), 3:3 (8.), 7:4 (14.), 9:5 (18.), 11:7 (21.), 11:9 (Halbzeit), 13:10 (32.), 13:14 (37.), 13:16 (40.), 15:18 (44.), 19:18 (Ende).

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