Fußball-Oberliga

Manfredas Ruzgis rettet dem TuS Erndtebrück ein 2:2-Remis

Manfredas Ruzgis verwandelt seinen Elfmeter in der Variante „scharf geschossen“. Hoch und fest schlägt der Ball unter der Latte ein.

Manfredas Ruzgis verwandelt seinen Elfmeter in der Variante „scharf geschossen“. Hoch und fest schlägt der Ball unter der Latte ein.

Foto: Florian Runte

Erndtebrück.  Gegen Westfalia Herne fängt sich der TuS zunächst billige Gegentore, dann kämpft er sich zurück. Christian Knappmann festigt zweifelhaften Ruf.

Die Bewertung des 2:2 gegen Westfalia Herne fiel unklar aus. Einerseits hatte der TuS Erndtebrück im Vorfeld einen Sieg angepeilt, andererseits kam nach 0:2-Rückstand und reichlich Glück bei drei gegnerischen Lattentreffern immerhin noch ein Punkt heraus. „Am Ende nehme ich den Punkt gerne“, sagte Manfredas Ruzgis, der Erndtebrück mit einem Doppelpack im Rennen hält.

Dennoch hat sich die Situation verschlechtert, weil sowohl die Sportfreunde Siegen als auch der 1. FC Kaan-Marienborn ihre Spiele gewannen – zur TSG Sprockhövel auf dem ersten Nichtabstiegsplatz fehlen nun wieder vier Punkte.

Thema Nummer eins nach dem Spiel war aber nicht die Tabelle, sondern der Auftritt von Westfalia Herne bzw. von dessen Trainer Christian Knappmann, der seinem Ruf gerecht wurde, sein Team lautstark antrieb und sich während des Spiels nicht nur mit den Aktiven, sondern sogar mit einem Zuschauer anlegte.

Knappmann, der in Nachspielzeit durch einen zweiten, aufs Feld fliegenden Ball seine Zufriedenheit mit dem Remis dokumentierte, schwänzte die Pressekonferenz und ließ ausrichten: „Kein Bock“. Eine Respektlosigkeit, die TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas kritisierte: „Ich kann nicht 90 Minuten krakeelen und beleidigen und dann nicht erscheinen. Das ist ein Zeichen fehlender Größe.“ Auch Ruzgis war irritiert von der ständigen Unruhe auf und – teils auch durch Zuschauer – neben dem Platz: „Es ist unangenehm, gegen Herne zu spielen. Unglaublich, was die abziehen.“

Doppelpack der einfachen Art

Die Erndtebrücker wären indes gut beraten, all dies nicht als Entschuldigung für die Gegentore heranzuziehen, denn bekam die Westfalia geradezu billig serviert. Nach zwölf Minuten führte Herne einen Eckstoß kurz zu Kai Hatano aus. Der Japaner ging von der Eckfahne unbedrängt nach innen und schoss den Ball ins kurze Eck. Und auch neun Minuten später blieb er eiskalt, als er am zweiten Pfosten eine Flanke in aller Seelenruhe annehmen und ins Tor schieben konnte. „Die ersten 30 Minuten waren glaube ich das beste, was wir in dieser Saison gespielt haben“, meinte Christian Knappmann, der später einem Reporter der „WAZ“ Rede und Antwort stand.

Der TuS tat sich mit den sehr zweikampfstarken und kompakt stehenden Gästen schwer, kam aber nach einer halben Stunde besser ins Spiel – und zum Anschluss. Erndtebrück luchste Herne den Ball im Spielaufbau ab, Ruzgis schüttelte zwei Verteidiger ab und war nur durch Trikotziehen zu stoppen. Er verwandelte den Elfmeter zum 1:2 (41.)

In der zweiten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, wobei sich das 2:2 durchaus abzeichnete, weil Herne nachließ und Erndtebrück, nun auch in Sachen Robustheit auf Augenhöhe, zunehmend besser kombinierte. Die logische Konsequenz war das 2:2, bei dem Erndtebrück erst über rechts kam und dann auf den linken Flügel wechselte. Nach einer Hereingabe von Abbas Attiee wurde ein Schuss von Murat-Kaan Yazar zunächst geblockt, doch Ruzgis grätschte schließlich den Ball ins Tor. Der eingewechselte Eren Bilgicli, Ruzgis und Mehdi Reichert per Freistoß hatten noch die Chancen zum Sieg, doch auch Herne blieb sporadisch gefährlich.

Dass Erndtebrück den Rückstand zur Westfalia auf weiter acht Punkte begrenzt könnte noch wichtig werden. Da Herne seine Spieler seit einiger Zeit nicht bezahlen kann, droht der Westfalia im Winter ein Ausverkauf und ein schwacher Kader in der Rückrunde.

Namen und Zahlen

Aufstellung Erndtebrück: Knopf – Tomita, Čović, Brato, Yamazaki – Rada, Reichert – Yildiz (46. Bilgicli), Yazar (82. Schneider), Attiee – Ruzgis.

Zuschauer: 200.

Tore: 0:1/0:2 Kai Hatano (12., 21.), 1:2/2:2 Manfredas Ruzgis (41., 63.).

Das nächste Spiel: Holzwickeder Sport Club (A) am kommenden Sonntag, 14.30 Uhr.

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