Handball

Eine Pause zum richtigen Zeitpunkt

Zufrieden sieht anders aus, Trainer Michael Lerscht am Samstag bei einer Auszeit mit seinen Jungs. Doch auch die emotionalen Ansprachen des Coaches konnten das kleine Debakel im NRW-Duell gegen Bayer Dormagen nicht verhindern.  

Zufrieden sieht anders aus, Trainer Michael Lerscht am Samstag bei einer Auszeit mit seinen Jungs. Doch auch die emotionalen Ansprachen des Coaches konnten das kleine Debakel im NRW-Duell gegen Bayer Dormagen nicht verhindern. 

Foto: Reinhold Becher

Ferndorf.  Nach der Klatsche gegen Bayer Dormagen steht für den TuS Ferndorf die Länderspielpause an. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Das hat gesessen. Die 22:34-Heimklatsche im NRW-Duell gegen Bayer Dormagen hinterließ nicht nur bei Mannschaft und Trainern des TuS Ferndorf, sondern auch beim Anhang des Handball-Zweitligisten betretene Gesichter.

Der Rückblick

Bereits die Vorzeichen waren für den TuS alles andere als optimal. Mit Thomas Rink und Branimir Koloper fiel der komplette Innenblock der Nordsiegerländer aus, mit dem erkrankten Jonas Faulenbach und dem gesperrten Andreas Bornemann wurden zwei wurfgewaltige Rückraumspieler schmerzlich vermisst, mit Moritz Barwitzki machte sich eine Option für Linksaußen zwar warm, stand aber nicht auf dem Spielbericht. „Die Länderspielpause tut uns daher natürlich gut“, findet auch Ferndorfs Sportlicher Leiter Mirza Sijaric.

Als Hauptgrund für die Pleite lässt er die vielen Ausfälle aber, ebenso wie Trainer Michael Lerscht, nicht zu. „Das darf man nicht als Entschuldigung gelten lassen. Wir haben von den Außenpositionen wenig getroffen und hatten insgesamt eine schlechte Wurfausbeute. Das hat dann nichts damit zutun, ob Branimir Koloper dabei ist oder nicht“, stellt Sijaric klar. „Und auch das Torhüterduell haben wir klar verloren.“ Tim Hottgenroth und Marin Durica brachten es zusammen nur auf sechs Paraden, während Bayer-Schlussmann Sven Bartmann gleich 16 Würfe entschärfte. Etwas positives konnte Sijaric dem Ganzen aber auch abgewinnen. „Lieber einmal richtig verlieren und sich schütteln, als ständig mit einem Tor zu unterliegen“, so der Sportliche Leiter mit einem Augenzwinkern.

Das Zwischenfazit

Dennoch: Trotz der Klatsche steht der TuS mit Rang zwölf und 8:10-Punkten ordentlich da, der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt drei Zähler. „Ich bin insgesamt schon recht zufrieden“, meint auch Sijaric. „Man darf nicht vergessen, dass wir den Schock mit der Verletzung von Lucas Puhl hatten, der immer eine große Stütze war und wir uns in der verflixten zweiten Saison befinden, die eigentlich immer die schwierigste ist“, erklärt der Sportliche Leiter.

Zwar gibt er auch zu, dass eine Heimniederlage gegen Dormagen so nicht eingeplant war, stellt dem aber auch den überraschenden Erfolg beim TuS N-Lübbecke gegenüber. Auch die Niederlagen gegen den HSV Hamburg und TuSEM Essen zu Saisonstart haben sich bei der aktuellen Tabellenkonstellation etwas revidiert. „Man darf sich auch von der Vorsaison nicht blenden lassen“, warnt er zugleich vor einer zu hohen Erwartungshaltung und verweist dabei auf den für Zweitligaverhältnisse niedrigen Etat rund um die Stählerwiese.

Der Ausblick

Und wenn man auf die Tabelle schaut, hat der Sportliche Leiter durchaus recht. Gegen den TV Emsdetten und die HSG Krefeld, die in der Tabelle hinter dem TuS stehen, gab es Siege, gegen die restlichen vier Mannschaften aus dem „Tabellenkeller“ darf der TuS noch ran. Dazu zählt auch der TV Hüttenberg auf dem ersten Abstiegsplatz, der als nächster Gegner in die Stählerwiese kommt und gegen den tunlichst gepunktet werden sollte.

„Wenn alles glatt läuft, haben wir gegen Hüttenberg erstmals in dieser Saison den ganzen Kader dabei“, hofft Sijaric. Besonders den langwierigen Verletzungen von Moritz Barwitzki und Lucas Puhl tut die Länderspielpause daher äußerst gut, um im Fall von Barwitzki wieder den Anschluss zu schaffen und im Fall von Puhl wieder voll ins Training einzusteigen und den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten weiter zu steigern. „Wir hoffen natürlich, dass er wieder dabei sein kann“, macht auch Sijaric kein Geheimnis daraus, dass eine Rückkehr der etatmäßigen Nummer eins beim TuS sehnsüchtig erwartet wird. Mit kompletten Kader soll es dann wieder zurück in die Spur gehen...

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