Fußball-Kreisliga A

SG Laasphe/Niederlaasphe zögert noch in der Aufstiegsfrage

Nils Bergen (l.), SG Laasphe/Niederlaasphe, beim Stadtpokal in Bad Laasphe

Nils Bergen (l.), SG Laasphe/Niederlaasphe, beim Stadtpokal in Bad Laasphe

Foto: Florian Runte

Bad Laasphe/Raumland.  Trainer Marco Schneider und Obmann René Seiferth sprechen über die Perspektiven der SG Laasphe/Niederlaasphe. Fünf Jugendspieler rücken hoch.

Unverhofft kommt oft: Die Nachricht, dass die SG Laasphe/Niederlaasphe – vorbehaltlich des außerordentlichen FLVW-Verbandstages – in die Kreisliga A aufsteigt, hat den Club unerwartet getroffen. „Ich habe da große Augen gemacht, als der Marco Michel sein Papier vorgelesen hat“, berichtet René Seiferth, Sportlicher Leiter der SG, wie es ihm am Freitag in der Videokonferenz mit dem Kreisvorsitzenden ging.

Die Entscheidung, das Aufstiegsrecht wahrzunehmen, ist indes noch nicht gefallen. Am Mittwoch stimmte sich die Mannschaft ab, am Montag soll dann die endgültige Entscheidung in einer Vorstandssitzung fallen. Alles andere als ein „Ja“ zum Aufstieg wäre indes eine Überraschung. Feudingen im März den Titelkampf anzusagen und im Mai das Aufstiegsrecht an den Tabellenvierten TSV Aue-Wingeshausen weiterzureichen, wäre nur mit sehr guten Argumenten vermittelbar und könnte mit internen Verwerfungen verbunden sein.

Andererseits ist die Spielgemeinschaft des FC Laasphe und FV Niederlaasphe ein gebranntes Kind. Die beiden zurückliegenden Spielzeiten in der Kreisliga A von 2016 bis 2018 sind noch gut im Gedächtnis. Sie waren, vorsichtig formuliert, schwierig. Doch das ist Vergangenheit. „Wir kennen die Liga und wissen, dass es bitter werden kann. Aber ich denke, die A-Liga wird diesmal machbarer“, orakalt Seiferth, der sich für den Aufstieg aussprechen will.

Gedämpfte Freude bei der SG Laasphe/Niederlaasphe

Wie bei den Sportfreunden Edertal ist die Aufstiegsfreude indes arg gedämpft. „In unserer Whatsapp-Gruppe kamen teilweise ein paar hochgereckte Daumen. Das war es dann aber auch“, verrät Seiferth: „Es fühlt sich unvollendet an. Ob man sich das verdient hat oder nicht, ist ja dahingestellt.“ Auch Trainer Marco Schneider stellt klar: „Ich kann mich nicht so richtig drüber freuen. Ich hätte die Serie gerne zu Ende gespielt und sie als Meister beendet. Und ich finde immer noch, dass man mit einer Nullwertung besser gefahren werde. Aber jetzt wollen wir uns nicht beklagen.“ Durch den vorläufigen Charakter der Entscheidung, die in drei Wochen noch abgesegnet werden muss, fühlt sich alles noch seltsamer an.

Dass erst am 8. Juni endgültige Klarheit herrscht, macht es für die Vereine schwierig. „Das ist ein Problem. Wir können nicht dann erst mit der Planung anfangen“, sagt Laasphe/Niederlaasphes Trainer Marco Schneider, der bei seinem Team personelle Fragezeichen sieht. Finanziell, so vermutet Schneider, sei die Kreisliga A vermutlich sogar unattraktiver als die B-Liga, weil zwei Lokalderbys wegfallen und auch Clubs wie Schameder, Benfe oder Aue-Wingeshausen viele Zuschauer mitbringen.

Sportlich ist es natürlich andersherum. Aber: „Zeitlich gibt es einen Mehraufwand, der einige Spieler an die Grenzen bringen wird. Es kann gut gehen, es muss aber nicht“, so der Trainer, dessen Mannschaft den Tabellenführer SV Feudingen als einziges Team schlug – und das gleich zwei Mal. Schneider betont aber auch: „Dem Kader traue ich es zu, in der A-Liga zu bestehen. Er hat sich etwas erarbeitet in dieser Saison. Die Mannschaft ist intakt und ist gereift, so spielt sie auch Fußball. Einige Spieler werden aber lernen müssen, noch akribischer unter der Woche zu arbeiten. Wir müssen uns darauf einstellen, dass ein anderer Fußball gespielt wird. Das ist halt das Oberhaus, die Siegerländer sind schon gut besetzt.“

Wann das Training startet, ist offen

Positiv: Von den A-Jugend-Spielern, die bislang nur sporadisch dabei waren, aber teilweise groß auftrumpften, sollen fünf nun fest ins Teams der Orangenen rücken – welche, verrät Schneider noch nicht. Er stellt aber fest: „Es handelt sich um einen überdurchschnittlich guten Jahrgang.“ Als kritisch stuft Marco Schneider die Frage ein, ob seine Mannschaft die zu erwartende hohe Belastung Woche für Woche verkraften werde. „In einigen Bereichen können wir uns keine Ausfälle erlauben. Wir werden also eine gute Vorbereitung brauchen.“

Wann es mit dieser Vorbereitung losgeht, ist noch unklar – aktuell jedenfalls noch nicht. „Die Gesundheit geht vor, wir werden niemanden unnötig einer Gefahr auszusetzen. Im Moment ist es noch nicht möglich und nötig, einen Kontaktsport auszuüben“, findet Schneider, zumal es aktuell schwierig sein, ein annähernd attraktives Training auf die Beine zu stellen. „Wir haben auch eine Fürsorgepflicht. Trotz allen Lockerungen ist Corona ja noch nicht weg. Im Zweifel müssen wenige Wochen Vorbereitung reichen.“

Positiv stimmt ihn, dass sich seine Spieler selbstständig fit halten: „Die Jungs sitzen jetzt aber nicht den ganzen Tag an der Playstation, sie tun schon etwas für ihre Athletik.“

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