Kunstturn-Bundesliga

Siegerländer KV kommt mit blauem Auge davon

Die Glückwünsche hat er sich verdient: Fabian Lotz (Mitte) ragt aus dem SKV-Team beim Wettkampf in Pfuhl heraus. 

Die Glückwünsche hat er sich verdient: Fabian Lotz (Mitte) ragt aus dem SKV-Team beim Wettkampf in Pfuhl heraus. 

Foto: Sebastian Spies

Nach Zittersieg in Pfuhl ist das Erreichen des kleinen Finales für die SKV noch möglich. Ein Hesse ragt in den Siegerländer Reihen heraus.

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Neu-Ulm. Wechselbad der Gefühle für Kunstturn-Bundesligist SKV und seine Anhänger in einem bis zu Letzt auf Messers Schneide stehenden Wettkampf im bayerischen Pfuhl! Am Ende setzten sich Routine und Kampfstärke der Siegerländer durch, die damit die Chance auf eine Teilnahme am Ligafinale wahrten. Rund 700 Zuschauer in der ausverkauften Dreifachturnhalle im Neu-Ulmer Stadtteil Pfuhl sorgten für gute Stimmung und geizten auch nicht mit Beifall für die Gäste aus dem Siegerland.

Auf dem Papier war die Ausgangslage klar: Die SKV hatte im letzten Heimwettkampf den StTV Singen deutlich besiegt und mit etwas mehr als 320 Punkten einen neuen Saisonbestwert aufgestellt, während die junge Mannschaft des TSV Pfuhl in Cottbus unter die Räder geraten und nur auf 297 Punkte gekommen war.

Da fehlte aber ihr russischer Gastturner Dimitry Lankin, der zu den drei besten Mehrkämpfern des aktuellen Weltmeisters gehört und sich in Pfuhl in bestechender Form präsentierte. Er gewann nicht nur überlegen die Scorepunktwertung, sondern sorgte auch an allen Geräten, an denen er eingesetzt wurde, mit Weltklasseleistungen für die entsprechenden Punkte. Hinzu kamen wieder einige Fehler auf Siegerländer Seite, die dafür sorgten, dass aus dem angestrebten klaren Sieg nichts wurde, sondern zwei Gerätewertungen verloren gingen.

Nervenstarker Fabian Lotz

Gleich beim Bodenturnen gab es bei der ersten Übung des ansonsten gut auftretenden Philipp Herder einen Sturz, der zu fünf Scorepunkten für den Aufsteiger führte, denen Dimitry Lankin weitere vier Punkte hinzufügte, weil er mit seiner Weltklasseübung besser war Joe Fraser auf SKV-Seite, der an diesem Gerät aber keineswegs enttäuschte. Schon führte der Aufsteiger mit 9:0 – ein Rückstand, den auch Daniel Uhlig und Dario Sissakis mit gelungenen Übungen und jeweils drei Scorepunkten nicht mehr wettmachen konnten. Dafür gewann die SKV das Seitpferdturnen, vor allem dank einer starken Leistung des slowenischen Gastturners Saso Bertoncelj, der mit 14,20 Punkten auch die Tagesbestleistung der Siegerländer zeigte. Nachdem auch das Ringeturnen an die SKV ging, konnte man zur Halbzeit einen an sich beruhigenden Vorsprung von 24:15 Punkten verzeichnen.

Wie schnell sich das Blatt in einem Wettkampf mit Scorepunktsystem jedoch drehen kann, wurde beim Sprung deutlich, mit dem die zweite Wettkampfhälfte eröffnet wurde. Ein Sturz von Dario Sissakis, eine unsichere Landung von Daniel Uhlig und ein gleichzeitiger Weltklassesprung von Dimitry Lankin brachten den zweiten Gerätegewinn der Bayern, der zudem mit 11:1 deutlich ausfiel und das Gesamtergebnis auf 26:25 für die Gastgeber stellte.

Fabian Lotz reißt es heraus

Erst an den beiden letzten Geräten setzte sich die größere Routine der Siegerländer durch, wobei hier an erster Stelle Fabian Lotz zu nennen war, der seine Duelle am Barren und vor allem am Reck deutlich gewann und somit „Turner des Tages“ aus SKV-Sicht wurde. Weltmeister Joe Fraser hingegen gewann zwar sein Duell am Barren gegen den erst 16-jährigen Junioren-Nationalturner des TSV Pfuhl, Alexander Kunz, blieb jedoch mit 13,65 Punkten deutlich unter seinen Möglichkeiten und musste anschließend sogar das Reck verlassen – auch an einem Weltmeister gegen die Strapazen einer langen Wettkampfsaison und die vielen medialen Auftritte nach seinem Erfolg offensichtlich nicht spurlos vorüber.

Gerätwertung muss gewonnen werden

Mit 42:33 Score- und 8:4 Gerätepunkten wahrte die SKV auf jeden Fall die Chance auf eine Finalteilnahme, trotz des gleichzeitigen Sieges der Cottbuser gegen Straubenhardt. Ein Sieg im letzten Heimwettkampf ist Voraussetzung, und der muss mit einem positiven Geräteverhältnis erfolgen, damit die Siegerländer die Tickets für das DTL-Finale in Ludwigsburg am letzten Novembersamstag buchen können.

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