Kunstturn-Bundesliga

Siegerländer KV muss in Pfuhl nachlegen

Fabian Lotz, hier bei seiner Barrenübung gegen Singen, turnt mit der SKV am Samstag in Pfuhl.   

Fabian Lotz, hier bei seiner Barrenübung gegen Singen, turnt mit der SKV am Samstag in Pfuhl.  

Foto: Reinhold Becher

Turner der Siegerländer KV wollen mit Sieg beim Aufsteiger ihre Chance auf das DTL-Finale wahren. Im Kader ersetzt ein Brite einen Türken.

Dreis-Tiefenbach. Nach dem überzeugenden Heimsieg gegen Aufsteiger StTV Singen geht es für die Bundesliga-Turner der Siegerländer KV am Samstag zum Auswärtswettkampf gegen den TSV Pfuhl Turnen, den dritten Neuling in dieser Saison. Die Bayern – Pfuhl ist ein Ortsteil von Neu-Ulm – liegen derzeit punktgleich mit Singen auf dem vorletzten Platz, haben aber das deutlich schlechtere Gerätverhältnis als die Mannschaft vom Bodensee.

Gäste sind der Favorit

Deshalb wird die seit einigen Jahren vom litauischen Trainer Rolandas Zaksauskas betreute junge Mannschaft versuchen, den favorisierten Siegerländern zumindest einige Gerätepunkte abzujagen. Das ist aber genau das, was die SKV vermeiden muss, will sie ihre nach wie vor intakte Chance auf einen Einzug ins Ligafinale am 30. November wahren, bevor es dann beim letzten Heimwettkampf am 16. November in der Kreuztaler Stählerwiese gegen den SC Cottbus Turnen zum wahrscheinlichen „Showdown“ kommt.

Gegenüber dem Auftritt in Kreuztal gegen Singen, bei dem der Mannschaft durch eine fokussierte Leistung ein nahezu fehlerfreier Wettkampf gelang, gibt es nur eine wesentliche Änderung. Joe Fraser, jüngst in Stuttgart zum Barrenweltmeister gekürt, ersetzt den türkischen Silbermedaillengewinner an diesem Gerät, Ahmet Önder.

„Das war bereits vor Wochen so festgelegt worden. Es ist schade, dass wir den ersten Auftritt von Joe nach seinem WM-Gewinn auswärts haben, aber vielleicht kommen beide zum entscheidenden Wettkampf gegen Cottbus. Leistungsmäßig sind sie nahezu gleich, nicht nur am Barren, sondern auch an den anderen Geräten“, erklärt SKV-Präsident Reimund Spies.

Zweikampf mit Cottbus

Der TSV Pfuhl Turnen ist die etwa 1.600 Mitglieder starke Turnabteilung des Mehrspartenvereins in Neu-Ulm und betreibt neben allgemeinem Turnen auch Kunstturnen als Leistungssport. Hierzu hat man vor vier Jahren ein modernes Kunstturnzentrum eingeweiht, das sich im Schulkomplex Pfuhl befindet, so dass beste Bedingungen vor allem für die Nachwuchsarbeit vorliegen. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass die Bundesligamannschaft im Wesentlichen aus Turnern besteht, die in der eigenen Turntalentschule ausgebildet wurden.

Auf der Ausländerposition setzen die Bayern hauptsächlich auf Weltklasseturner Dimitri Lankin, der 2018 zum russischen Team gehörte, das bei der Weltmeisterschaft in Doha die Silbermedaille gewann. Er war Anfang des Jahres verletzt und verpasste die Qualifikation für Stuttgart, ist aber die Nummer drei der derzeit stärksten Mannschaft der Welt. Unterstützt wird er von zwei litauischen Nationalturnern, die schon seit Jahren in der Bundesliga für Pfuhl turnen, sowie dem Briten Jochua Nathan, einem starken Seitpferdturner.

Wenn es die SKV-Turner schaffen, auch einmal auswärts trotz der langen Anreise die gleiche Konzentration und Fokussierung an den Tag zu legen wie in den Heimwettkämpfen, sollten sie ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Gleichzeitig richtet sich ihr Blick aber auch nach Cottbus, wo der dortige Sportclub die KTV Straubenhardt empfängt, die den Einzug ins Meisterschaftsfinale schon so gut wie sicher hat.

Aber selbst wenn die Cottbuser wie im Vorjahr die stärkeren Schwarzwälder besiegen sollten, haben es die Siegerländer immer noch selbst in der Hand, das Finale zu erreichen – einen klaren Sieg beim TSV Pfuhl vorausgesetzt.

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