Opa Werner, Enkel Mathis

Westfalenmeister in einer Familie

Werner Strunk mit Enkel Mathis auf der heimischen Terrasse in Niederschelderhütte.   

Werner Strunk mit Enkel Mathis auf der heimischen Terrasse in Niederschelderhütte.   

Foto: privat

Siegen.  48 Jahre nach Opa Werner Strunk feierte auch Enkel Mathis Füllengraben bei den Siegener Sportfreunden die Fußball-Westfalenmeisterschaft.

Er hat große Namen in seiner Laufbahn als Fußballer gestreift. Die Mönchengladbacher Günter Netzer und Jupp Heynckes, den Hertener Rudi Assauer, Schalkes Reinhard Libuda, den alle „Stan“ nannten nach dem großen englischen Rechtsaußen Sir Stanley Matthews. Mit all denen hat Werner Strunk in einer Mannschaft gespielt.

Anfang der 60er Jahre war das, als er in der A-Jugend-Westfalenauswahl und der damals noch existierenden Westdeutschen Auswahl auflief und dort mit eben jenen künftigen „Fohlen“ aus der später von Hennes Weisweiler zur Deutschen Meisterschaft geführten Gladbacher Borussia im Endspiel des Jugendländerpokals in Hagen das Team aus Süddeutschland 4:3 besiegte. Werner Strunk war da gerade 18 Jahre alt.

Jetzt ist er 76 und verfolgt mit viel Herzblut Leben und fußballerisches Wirken seines 19-jährigen Enkels Mathis Füllengraben.

Der ist vor dieser Abbruch-Saison gerade mit den A-Junioren der Sportfreunde Siegen Westfalenmeister geworden. Den Sprung in die Bundesliga indes verwehrte man ihm und seinen Teamkollegen. Eine Entscheidung des Vorstands, die auch ein gutes Jahr später Opa Werner wie Enkel Mathis ärgert.

„Bundesliga“, so Werner Strunk, „das wäre für die Jungs und den Verein die Chance gewesen.“ Jetzt ist für den Auszubildenden in der Siegener Kreisverwaltung, der ein duales Studium anstrebt, der Übergang ins Seniorenlager. Wie für viele seiner Kameraden im Team von Trainer Dirk Spornhauer.

In die Wiege gelegt

Der Fußball ist dem jungen Mann dabei nicht nur vom Opa in die Wiege gelegt worden. Denn auch Papa Peter Füllengraben hat seine Spuren im Siegener Fußballgeschehen hinterlassen. Der gehörte 1973 zu den Gründungsmitgliedern der SG Siegen-Giersberg, wo Filius Mathis dann auch seine ersten fußballerischen Gehversuche unternahm, ehe er über den TSV Weißtal bei den Siegener Sportfreunden landete. Mama Birgit (geborene Strunk) hat als in ihrer Jugend erfolgreiche 800- und 1500-Meter-Läuferin ihren Teil zum sportlichen Werdegang des Sohnes beigetragen.

Sie haben also einiges gemeinsam, Opa Werner und Enkel Mathis. Beide wurden sie mit den Sportfreunden Siegen Westfalenmeister. Und natürlich lässt der nach wie vor sportlich engagierte Werner Strunk kein Spiel der A-Junioren aus, ist er zudem Dauergast auf der Tribüne, wenn es mit der Siegener „Ersten“ um Oberliga-Punkte geht.

Bis der im Leimbachtal landete, hatte es allerdings einige Zeit gedauert. Denn der Heimatverein Werner Strunks war (und ist) der SuS Niederschelden. 1956 betrat er erstmals als Jugendspieler den Rosengarten-Sportplatz und hielt dem Verein auch in den ersten beiden Seniorenjahren die Treue. Mit Trainer Heinz „Henner“ Gambach feierte der SuS in dieser Zeit den Verbandsliga-Aufstieg. Und Werner Strunk war die Stütze der Mannschaft.

Erst 1965 erlag der „Schelder Jong“ den Verlockungen aus Siegen. „Gerd Grab war der entscheidende Mann damals“ lacht Werner Strunk noch heute über die Versuche des im vergangenen Oktober mit 92 Jahren gestorbenen ehemaligen Spielausschuss-Obmanns der Sportfreunde. „Er ist ein echter Freund von mir geworden“, denkt Strunk noch immer gern an die gemeinsamen Zeiten zurück.

Zwei Punkte hinter dem BVB

Trainer wie der Ungar Emil Isczo oder eben der unvergessene Herbert Schäfer, mit dem die Siegener 1972 in die Regionalliga West aufstiegen. Gern erinnert sich Werner Strunk an diese Aufstiegssaison, die man als Tabellensiebter, nur zwei Zähler hinter dem großen BVB, der im Jahr zuvor aus der Bundesliga abgestiegen war, abschloss.

An den Ruhm der oben erwähnten großen Namen kam Werner Strunk nicht heran. Doch die Erinnerungen an die gemeinsamen Tage mit Heynckes, Libuda und Co. erinnert sich der Schelder gern. Stolz zeigt er zudem den Brief, den ihm Günter Netzer zum 60. Geburtstag geschickt hatte. „Das war schon eine tolle Sache“, erinnert sich Strunk, der nun aber seinem Enkel Mathis die Daumen drückt für einen erfolgreichen Start in den Männerfußball.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben