Pass in die Gasse #231

Zum richtigen Zeitpunkt den Absprung geschafft

Pass in die Gasse Online Header Von Heiko Rothenpieler

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Foto: Sascha Kertzscher / WP

Manfredas Ruzgis wechselt vom TuS Erndtebrück in Luxemburgs erste Liga. Warum das die richtige Entscheidung ist, erklärt unser Kolumnist.

Manfredas Ruzgis vom TuS Erndtebrück wechselt in die erste Liga Luxemburgs. Der Litauer geht damit einen Weg, der vom gängigen eines 23-jährigen Spielers abweicht. Es ist nicht ungewöhnlich, sich in diesem entscheidenden Fußballalter neu zu orientieren. Die meisten Spieler machen diesen nächsten Schritt jedoch im Dunstkreis europäischer Topligen, wo sie bei Reserveteams von Profivereinen oder Clubs der dritten oder vierten Liga unterkommen – allein schon aus Gründen der Sichtbarkeit für Scouts und Agenturen.

Überschaubarer finanzieller Rahmen

Die Frage nach der persönlichen Entwicklung hängt dabei eng mit der überschaubaren Qualität Luxemburgs erster Liga zusammen. Ruzgis neuer Club FC UNA Strassen ist einer von 14 in der Liga, deren Gesamtmarktwert in der letzten Saison bei 23,13 Million Euro lag. Zum Vergleich: Der 1. FC Nürnberg hatte einen Kader im Wert von 26 Million. Was bedeutet es also schon, sich dort zu messen?

Doch es gibt auch eine andere Seite. Mit 23 Jahren noch keinen Anschluss an einen Profikader gefunden zu haben, verweist heutzutage, so absurd es klingt, auf abgefahrene Züge. In Strassen wartet auf Ruzgis in der Breite eine geringere Konkurrenz als zum Beispiel bei der Reserve des 1. FC Köln, die er 2018 in Richtung Erndtebrück verließ. Ja, das kann man als Verzicht sehen – oder aber als Einsicht werten, mit der die Chance auf eine Teilnahme an der Europa League einhergeht. So viele Spieler versuchen den großen Sprung auf Gedeih und Verderb und wachen irgendwann desillusioniert auf. Das kann Ruzgis jetzt nicht mehr passieren.

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

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