Fußball

Hohn für den MSV: Gegen Velbert kann man mal verlieren

Die Siegesparty der SSVg beginnt auf dem Platz: Der Vorsitzende Oliver Kuhn gratuliert Trainer Marcus John, der das Team optimal eingestellt hatte, links Massimo Mondello, rechts Sebastian Spinrath und Torwart-Trainer Björn Kreil

Die Siegesparty der SSVg beginnt auf dem Platz: Der Vorsitzende Oliver Kuhn gratuliert Trainer Marcus John, der das Team optimal eingestellt hatte, links Massimo Mondello, rechts Sebastian Spinrath und Torwart-Trainer Björn Kreil

Foto: Mark Bohla

Velbert.  Nach der Sensation im Niederrheinpokal erntet Außenseiter SSVg hohes Lob, während der blamierte MSV Duisburg von den eigenen Fans verhöhnt wird

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein paar Minuten vor Schluss musste auch bei Leroy-Jacques Mickels der Frust raus – wieder war eine Angriffs-Aktion des MSV Duisburg gegen die aufmerksame Abwehr der SSVg Velbert verpufft, die Chancen, den 0:2-Rückstand im Niederrheinpokal-Spiel noch aufzuholen, sanken weiter. Mickels verpasste verärgert einer Werbebande hinter dem Tor einen Fußtritt – der Duisburger Stürmer ahnte, dass er im Spiel gegen seinen früheren Verein vor einer peinlichen Niederlage stand.

Die MSV-Fans spendeten Mickels sogleich Trost: „Gegen Velbert – kann man mal verlieren, gegen Velbert – kann man mal verlieren“, sangen sie. Der blanke Hohn. Der MSV Duisburg ist zwei Klassen höher angesiedelt als der Oberligist, der seine kleine Chance tatsächlich nutzt und den hohen Favoriten mit 2:0 aus dem Wettbewerb wirft.

Trainer Johns Plan ist perfekt aufgegangen

Völlig verdient, die Velberter haben sich den Erfolg mit einer tadellosen Leistung erkämpft und erspielt. Wie sie das gemacht haben? „Unser Trainer hatte eine gute Spielidee und die Mannschaft hat alles hervorragend umgesetzt“, lobte der Vorsitzende Oliver Kuhn. Diese Idee fasste der neue SSVg-Coach Marcus John mit drei Schlagworten zusammen: „Disziplin, Fitness und Effektivität.“

Dank taktischer Disziplin hielt die Abwehr den MSV-Angriffen stand, dank der Effektivität bei den Kontern brachte es der Angriff auf zwei Tore durch Max Machtemes und Robert Nnaji und dank der Fitness konnte das Team das Tempo des Favoriten bis zum Abpfiff mitgehen. Nach einem brillant gespielten schnellen Gegenstoß ließ der gute Kai Schwertfeger kurz vor Schluss sogar noch das 3:0 aus.

„Alles lief, wie es in unserem Drehbuch stand. Wäre das dritte Tor gefallen, wäre es fast schon zu kitschig gewesen“, meinte Marcus John.

„Aber selbst ein 3:0 oder 4:0 wären verdient gewesen, schließlich haben wir uns die Chancen erarbeitet“, meinte Massimo Mondello, einer der besten Spieler auf dem Platz. Die Erklärung des SSVg-Urgesteins für den Pokalcoup: „Ich weiß, man muss in jedes Spiel mit 100 Prozent gehen. Aber so eine Partie wie gegen den MSV Duisburg ist ein Highlight. Da holt man, vielleicht auch unbewusst, noch mal zehn oder zwanzig Prozent mehr aus sich heraus.“

Auf der Gegenseite waren derweil etliche Prozent zu wenig ausgepackt worden, MSV-Trainer Torsten Lieberknecht bescheinigte seiner Mannschaft: „Das war eine miserable Leistung. Dafür müssen wir uns bei den mitgereisten Fans entschuldigen.“

Mickels spielt an alter Wirkungsstätte engagiert, aber auch etwas unglücklich

Leroy Mickels wird er dabei weniger gemeint haben. Denn als er den Stürmer nach dem 0:2-Rückstand in der 37. Minute einwechselte kam etwas mehr Schwung ins Spiel der Zebras. Mickels wirkte tatendurstig, hatte auch einige gute Aktionen, aber auch einige weniger gelungene, – wie seine Teamkollegen. Seinen früheren Mitspielern von der SSVg Velbert gratulierte er nach dem Abpfiff sogleich zum Sieg, es gab herzliche Umarmungen, auch etwas später im VIP-Raum der Christopeit Sport-Arena.

Die SSVg hatte nämlich auch die MSV-Mannschaft zum gemeinsamen Essen eingeladen. Die Duisburger kamen – doch wirkten einige, als hätten sie keinen großen Appetit

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben