Ju-Jutsu

Eine Frage des Nervenkostüms bei Fabian Kampkötter

Trainer Chris Oczylok traut Fabian Kampkötter bei der Junioren-EM einiges zu.

Trainer Chris Oczylok traut Fabian Kampkötter bei der Junioren-EM einiges zu.

Foto: Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Die Generalprobe lief für Fabian Kampkötter vielversprechend. Bald steht ein ganz großer Wettkampf für den Gelsenkirchener an.

Für Fabian Kampkötter von Bushido-Ryu Gelsenkirchen wird es Ende Oktober richtig spannend. Bei der Ju-Jutsu-Europameisterschaft in der Heraklion-Arena auf der griechischen Insel Kreta wird es nicht nur auf die Glücksgöttin Fortuna ankommen, sondern auch auf das Abrufen des eigenen Leistungsvolumens – und auf mentale Stärke.

„Für Fabian ist es die erste Teilnahme an einer Europameisterschaft. Da gibt es natürlich viele Dinge, die auf einen jungen Sportler einprasseln. Das fängt schon mit der Unterbringung im Hotel an, wo Fabian mit den Kollegen der deutschen Nationalmannschaft wohnt. Dazu gibt es ein ganz anderes Feeling als bei normalen Wettkämpfen, die wir mit unserem Verein austragen. Und letztlich ist es dann auch eine Frage des Nervenkostüms, wie man mit so einer ungewohnten Situation umgeht“, sagt Trainer Christian Oczylok vom Ju-Jutsu-Verein BSC Bushido-Ryu.

Oczylok kennt Fabian Kampkötter in- und auswendig. „Ich betreue ihn seit nunmehr zehn Jahren“, sagt der Bushido-Ryu-Coach, „ich habe ihn aufgebaut. Er ist ein sehr besonnener, fokussierter Sportler.“ Klar, dass Oczylok nicht nur Vorfreude auf das große Turnier verspürt, sondern auch eine gehörige Portion Stolz.

Die Handschrift des Trainers

„Wenn ein Sportler, den man von kleinauf trainiert, zur Europameisterschaft fährt, dann ist das etwas ganz Besonderes. Letztlich trägt er ja auch meine Handschrift. Und unter dem Strich ist so eine Teilnahme natürlich auch eine gewisse Bestätigung für unsere Arbeit in den vergangenen Jahren.“

Zwischen drei und vier Einheiten pro Woche absolviert Kampkötter beim BSC Bushido-Ryu. Die Generalprobe bei den German Open im hessischen Hanau mit insgesamt rund 600 Sportlerinnen und Sportlern lief vielversprechend. Fabian Kampkötter wurde in der Klasse U18 (bis 66kg) Dritter. „Er hat lediglich gegen einen starken Holländer verloren, der später auch Turniersieger wurde. Das kleine Finale hat Fabian gegen seinen Bundeskader-Konkurrenten Moritz Jägel gewonnen. Das war sonst immer sein Angstgegner. Aus diesem Wettkampf nimmt Fabian viel Selbstvertrauen mit“, sagt Trainer Oczylok.

Für Lennard Scharf, der sich in der Klasse U21 (bis 85kg) den zweiten Platz sicherte, war der Wettkampf in Hanau ein gelungenes Comeback. Wegen seiner Ausbildung zum Bundespolizisten konnte Scharf ein ganzes Jahr nicht trainieren. „Im Finale ist Lenny in ein Loch gefallen, hat sich dann aber wieder herausgekämpft und am Ende mit zwei Punkten knapp verloren“, bilanziert Oczylok, „das war unter dem Strich ein erfolgreicher Wettkampf für ihn.“

Eine Einladung für den Bundeskader musste Lennard Scharf absagen. Die Ausbildung besitzt für ihn weiterhin Vorrang. „Es gibt eben Dinge, die wichtiger sind. Wenn wir mit unserem Sport das Haupteinkommen bestreiten würden, sähe das sicherlich anders aus“, sagt Christian Oczylok.

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