Handball

HSG Wesel stellt frühzeitig die Personal-Weichen

Trainer Jan Mittelsdorf (Mitte) und Team-Manager Christian Weber ziehen bei der HSG Wesel fleißig die Fäden.

Trainer Jan Mittelsdorf (Mitte) und Team-Manager Christian Weber ziehen bei der HSG Wesel fleißig die Fäden.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Wesel.  Trainer Jan Mittelsdorf hat bei der HSG Wesel für die nächste Saison zugesagt. Ihren Teil dazu bei tragen die Neuzugänge und die Perspektive.

In seinen knapp anderthalb Jahren bei der HSG Wesel hat Jan Mittelsdorf schon einige Höhen und Tiefen erlebt. Doch für den Trainer überwiegen die positiven Momente und vor allem die Aussichten. Deshalb hat der Coach des Handball-Verbandsligisten dem Verein auch frühzeitig seine Zusage für die kommende Saison gegeben.

„Wir haben hier einige Rückschläge verkraften müssen, besonders kurzfristige Abgänge wie der von Nedim Pobric haben richtig weh getan und waren eigentlich nicht aufzufangen“, so Mittelsdorf. „Aber ich muss dem Verein und auch der Mannschaft zu Gute halten, dass ich trotz der teilweise doch sehr schwierigen personellen Situationen immer in Ruhe und ohne internen Druck arbeiten konnte. Den Kopf in den Sand zu stecken ist ja ohnehin keine Alternative, aber wir haben auch immer gemeinsam und positiv nach Lösungen gesucht.“

Diese hat der Verein jüngst mit zwei Neuzugängen gefunden. Die noch A-Jugendlichen Daniel Hojan (Linksaußen) und Jonas Kulinski (Mitte) wechseln vom Landesligisten HSG Hiesfeld/Aldenrade II in die Hansestadt. Hinzu kommt der vielseitig einsetzbare Rückkehrer Timothy Agorku, der nach seiner Zeit in Friedrichsfeld, Neukirchen und zuletzt auch viel im Fitnessstudio zur Rückrunde wieder Rot-Weiß tragen wird.

Kader fast komplett zugesagt

„Spätestens zur nächsten Saison werden weitere Neuzugänge hinzukommen. Zudem hat fast die komplette aktuelle Mannschaft für nächstes Jahr zugesagt“, erläutert Christian Weber, Team-Manager des Tabellenachten der Verbandsliga. „Zudem wollen wir dem Jan auch noch einen Co-Trainer zur Seite stellen. Wir sind mit seiner Arbeit und auch menschlich mit ihm sehr einverstanden und wollen dafür sorgen, dass er zu Beginn der nächsten Saison nicht noch einmal in eine Situation gerät, wie er sie jetzt schon zweimal hat erleben müssen. Das hat mir wirklich leid getan. Meine Hochachtung, dass er und die Mannschaft dass trotzdem so durchgezogen haben und weiter durchziehen.“

Zur kommenden Saison soll auch die Nachwuchsarbeit der HSG Wesel seit längerem mal wieder Früchte im oberen Seniorenbereich tragen. Mit Conny Nicolai trainiert bereits ein Talent aus der Kreisliga-A-Jugend regelmäßig in der ersten Mannschaft mit und steht bei Mittelsdorf auf dem Zettel. Überhaupt hat die HSG bis auf die B-Jugend derzeit alle männlichen Nachwuchs-Altersklassen im Ligabetrieb aktiv, teilweise sogar doppelt bis dreifach.

Gut ausgebildete Jugendtrainer

„Wir stecken sehr viel Energie und Aufwand in die Ausbildung unserer Jugendtrainer“, so Weber. „Ziel ist es natürlich, dass wir die Talente, von denen es ja auch in Wesel einige gibt, irgendwann auch bis zu den Senioren hier behalten und nicht zwischenzeitlich wie so oft an höherklassige Vereine verlieren.“ Weber weiter: „Ich halte es ohnehin für wichtiger, dass die Kinder viel spielen, um sich zu entwickeln, anstatt dann irgendwann immer nur zu trainieren und während des Spiels auf der Bank zu sitzen.“

Zu den weiteren potenziellen Neuzugängen meint das HSG-Vorstandsmitglied: „Wir führen Gespräche und setzen auf junge, schnelle Spieler, ohne die Erfahrung außen vor zu lassen“, so Weber. „Bei uns können sich auch Spieler aus der Landes-, Bezirks oder wie im Fall vom Marius Hünting sogar aus Kreisliga entwickeln. Er hat uns sogar in der Oberliga im Tor einige Punkte gerettet.“

Noch einmal Jan Mittelsdorf: „Es gab hier Situationen, an denen hatten ich und auch die Spieler zu knabbern. Aber ich würde nicht hier bleiben, wenn ich mich hier nicht wohlfühlen würde.“ Der Coach weiter: „Ich habe das Gefühl, dass sich hier etwas entwickelt. Und für einen Trainer gibt es doch nichts besseres, als Teil eines Entwicklungsprozesses zu sein, bei dem er selbst mit seiner Arbeit etwas bewegen kann.“

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