Tennis

Zahlreiche Meden-Mannschaften im Bezirk 2 melden sich ab

Steffen Ohlmann ist Sportwart des TC Rot-Gold Obrighoven, bei dem vier von acht ursprünglich gemeldeten Seniorenteams auf die anstehende Medensaison verzichten.

Steffen Ohlmann ist Sportwart des TC Rot-Gold Obrighoven, bei dem vier von acht ursprünglich gemeldeten Seniorenteams auf die anstehende Medensaison verzichten.

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Am Niederrhein.  Tennis-Mannschaften können sich vom anstehenden Medenspielbetrieb wieder abmelden. Knapp 25 Prozent haben das im Bezirk 2 des TVN auch getan.

Der Tennis-Verband Niederrhein (TVN) hat seine Frist, in der sich bereits gemeldete Mannschaften ohne sportliche Sanktionen für die nächste Saison vom anstehenden Medenspielbetrieb wieder abmelden können, bis zum 30. Mai verlängert. Hintergrund ist die Hoffnung, dass die Regierung bis dahin weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen verkündet und Medenspiele dann vielleicht doch zu einem etwas geselligeren Ereignis werden könnten.

Bis zum ursprünglich angesetzten Termin 20. Mai hatten sich im Bezirk 2 des TVN rund 100 der knapp 430 Seniorenmannschaften vom Wettkampfbetrieb für diesen Sommer wieder abgemeldet. „Das ist ungefähr im Rahmen unserer vorherigen Schätzungen“, so Bezirkssportwart Thomas Naumann. „Tendenziell sind es vermehrt Mannschaft ab den Altersklassen 50 aufwärts, aber nicht ausschließlich.“

Einige Vereine reagieren gar nicht auf Ansage des Verbandes

Naumann weiter: „Die Zahl dürfte sich aber noch verändern. Zum einen hoffen wir, dass mögliche Lockerungen den einen oder anderen umstimmen und doch noch eine Mannschaft zusammenkommt. Allerdings haben einige Vereine bis jetzt auch noch überhaupt nicht auf die Frist reagiert. Da könnte es auch noch Abmeldungen geben.“

Folgen Sie den Sportredaktionen der NRZ am Niederrhein!Mannschaften, die sich bis zum 30. Mai noch abmelden, zahlen nur 25 anstelle der 50 Euro Mannschaftsmeldegebühr. Die „Übergangssaison 2020“ für alle Mannschaften ab der Niederrheinliga abwärts wird dann auf Basis der aktuell bereits eingeteilten Gruppen und Ligen sowie der angepassten Terminplanung, beginnend ab dem 9. Juni durchgeführt.

Der Verband behält sich laut Ankündigung vor, bei vermehrten Mannschaftsabmeldungen noch Anpassungen in den eingeteilten Gruppen vorzunehmen. „Falls das systemtechnisch noch möglich ist. Zeitlich wird das natürlich schon sehr knapp“, so Naumann. „Aber es wäre sportlich wünschenswert, falls ansonsten in einer Gruppe nur noch zwei oder drei Mannschaften übrig bleiben.“

Fehlende Geselligkeit als Hauptgrund

Es werden die Meister/Aufsteiger in den einzelnen Ligen/Klassen offiziell ausgespielt, die Wertung für die Leistungsklassen (LK) sowie die DTB-Rangliste kommen uneingeschränkt zum Tragen. Ausgesetzt wird der Abstieg, auch abgemeldete Mannschaften behalten die Ligazugehörigkeit für die Saison 2021.

„Bei uns haben sich vier der acht gemeldeten Seniorenmannschaften wieder abgemeldet“, erklärt Steffen Ohlmann, Sportwart des TC Rot-Gold Obrighoven. „Hauptgrund ist die nach jetzigem Stand fehlende Geselligkeit, die für viele zu den Medenspielen einfach dazu gehört.“

Keine der neun Seniorenmannschaften des TC BW Flüren hat bis dato ihren Verzicht auf die Spielzeit erklärt. „Und bei den Mitgliedern haben wir trotz Corona-Krise jetzt sogar Zuwachs zu verzeichnen, weil sich ganze Familien bei uns angemeldet haben, um miteinander Sport zu treiben“, freut sich Blau-Weiß-Sportwartin Ilke Waldburger. „Allerdings müssen die Mannschaften auch erst einmal abwarten, wie viele Gegner noch übrig bleiben. Letztlich kann kein Sportwart oder Mannschaftsführer entscheiden, wer jetzt Tennis spielt, das muss schon jeder für sich entscheiden.“

Von den angedachten 17 Teams des SuS Wesel-Nord für die Freiluftsaison haben vier Senioren- und eine Jugendmannschaft ihren Rückzug erklärt. „Es herrscht noch viel Unsicherheit, sowohl für den Sport als auch die Gastronomie an den Plätzen – auch weil die Städte und Kommunen viele Dinge immer noch unterschiedlich bewerten und handhaben. Dabei bräuchten nicht nur die Sportwarte, sondern natürlich auch die Wirte Planungssicherheit bezüglich der Heimspiele“, so Artur Wilczek, Sportwart des SuS Wesel-Nord und Tennislehrer. „Das fängt ja schon beim Doppelspiel an, das in Wesel weiterhin verboten, in Hamminkeln oder Rees beispielsweise aber erlaubt ist. Ich wurde auch schon gefragt, ob man Tennisbälle anfassen darf. Da wären klaren Ansagen und einheitliche Regelungen schon wünschenswert.“

„Abstand wahren kein Problem“

Bereits wieder ein Doppel „regelkonform“ bestritten hat Christian Recker. „Dabei den Abstand von 1,5 Metern zu wahren, ist eigentlich kein Problem“, so der Sportwart des Hamminkelner TC, bei dem zwei der sieben Seniorenmannschaften ihren Medenspiel-Verzicht erklärt haben. „Das Ganze ist aber doch ein dynamischer Prozess und wer weiß, was in vier Wochen ist“, so Recker. „Wenn die Jugendspieler alle einzeln oder nur zu zweit mit dem Auto zum Auswärtsspiel gebracht werden dürfen, wird es da sicherlich auch noch Abmeldungen geben.“

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