Nord und Süd gemeinsam auf dem Eis

Pyeongchang.  Hose, Helme, Trikot, Stutzen: Auf dem Eis sind alle gleich. Wer wo herkommt, ist den Spielerinnen der koreanischen Eishockey-Auswahl nicht anzusehen.

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Hose, Helme, Trikot, Stutzen: Auf dem Eis sind alle gleich. Wer wo herkommt, ist den Spielerinnen der koreanischen Eishockey-Auswahl nicht anzusehen.

Bei diesen Olympischen Spielen werden erstmals überhaupt Sportler aus beiden koreanischen Ländern in einer Mannschaft an den Start gehen. Norden und Süden, sonst feindselig gegenüberstehend, spielen zusammen in einem Eishockey-Team, das am Samstag gegen die Schweiz seinen ersten Auftritt im Turnier feiert (13.10 Uhr).

Die Kanadierin Sarah Murray betreut die Südkoreanerinnen, führte sie auf ein ordentliches Leistungsniveau. Zwei Wochen vor den Spielen sah sie sich plötzlich um den Lohn ihrer Arbeit gebracht, da die Nordkoreanerinnen nicht befähigt wären, in einer der ersten drei Reihen zu spielen.

Es ist eine heikle Einheit, die in Südkorea nicht überall gut ankommt, da einigen der 23 heimischen Frauen im Kader der Traum vom Olympia-Einsatz zerstört wurde. Denn mindestens drei der zwölf Spielerinnen aus Nordkorea müssen pro Partie eingesetzt werden. Beim Test gegen Schweden, der vor ein paar Tagen 1:3 endete, gab es Proteste – die sich auch gegen den politischen Aspekt dieser Zusammenführung wandten.

Im Team selbst hat sich die Aufregung gelegt. „Es läuft viel besser, als ich erwartet habe“, sagt Murray. Zwar reisen die Nordkoreanerinnen im eigenen Bus zum Training an, dürfen sich nicht öffentlich äußern und leben auch im Olympischen Dorf getrennt. Sonst aber bemüht sich Murray um Nähe in der Kabine und beim Training.

Sportlich geht es für die vereinten Frauen nur darum, die großen Nationen zu ärgern. Als Symbol sendet dieses Team längst mehr an die Welt: ein Zeichen der Versöhnung.

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