Kommentar

Olympia: Das Eishockey-Turnier in Südkorea ist eine Farce

Goalie Dennis Endras aus Deutschland kniet auf dem Eis.

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Goalie Dennis Endras aus Deutschland kniet auf dem Eis. Foto: dpa

Essen.  Die NHL-Stars nehmen nicht an den Olympischen Spielen teil. Die olympische Idee hätte eine andere Haltung verdient! Ein Kommentar.

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Es war der emotionalste Moment der olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver. In der achten Minute der Verlängerung des Eishockey-Finales zwischen Kanada und den USA machte Sidney Crosby die Gastgeber mit seinem goldenen Tor zum Olympiasieger. Crosby wird seitdem in einem Atemzug mit Eishockey-Legende Wayne Gretzky genannt. Ihm gelang der Aufstieg zu einem internationalen Sportstar.

Die halbe Welt schaute ihm dabei zu, wie er sein Heimatland Kanada in Ekstase versetzte. Eishockey ist eine der populärsten Sportarten der Winterspiele. Sie lockt stets die meisten Zuschauer an und sorgt für die höchsten Ticketpreise. Der Hauptgrund dafür sind die Stars aus der nordamerikanischen Profiliga NHL. Doch diesmal werden erstmals seit 1998 die besten Spieler der Welt bei Olympia fehlen. Für die Bedeutung dieses Turniers ist das ein herber Rückschlag.

Die Begründung für das Fernbleiben der Elitespieler ist ein Schlag ins Gesicht für alle Eishockey-Fans. Das Milliarden-Unternehmen NHL konnte sich mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht darauf einigen, wer die Reise- und Versicherungskosten der NHL-Stars übernimmt. Die NHL schaltete auf stur und schadete damit nicht nur ihren Fans und Spielern, sondern vor allem sich selbst.

Olympische Spiele sind keine zweitklassige Sportveranstaltung

Es ist nämlich ein Trugschluss, die Olympischen Winterspiele aus finanziellen Gründen als zweitklassige Sportveranstaltung anzusehen. Von der olympischen Strahlkraft hat der US-Sport erheblich profitiert. Das Dream Team von 1992 machte die Basketball-Liga NBA zu einer Weltmarke. Eishockey-Spieler wie Sidney Crosby sind einem breiten Publikum außerhalb Nordamerikas erst seit seinem großen Auftritt bei Olympia 2010 ein Begriff.

Auch wenn die Spiele 2018 in anderen Sportarten große Namen zu bieten haben – das Eishockey-Turnier in Südkorea ist nichts anderes als eine Farce. Die olympische Idee hätte eine andere Haltung verdient.

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