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Schalke und Andersson – „So richtig glücklich war das nicht“

Szene aus dem Hinspiel der vergangenen Saison: Berlins Sebastian Andersson rauft sich die Haare – später wollte ihn Schalke holen.

Szene aus dem Hinspiel der vergangenen Saison: Berlins Sebastian Andersson rauft sich die Haare – später wollte ihn Schalke holen.

Foto: Frederic Scheidemann / Bongarts/Getty Images

Gelsenkirchen/ Berlin.  Im Sommer sprach Schalke mit Unions damaligem Stürmer Sebastian Andersson, konnte den Transfer aber nicht bezahlen. Dafür gibt’s dezente Kritik.

Mit Union Berlin verbindet Schalke auf ewig eine besondere Erinnerung: Beim allerersten Duell zwischen beiden Vereinen gewann Schalke durch einen 2:0-Sieg über die Köpenicker den DFB-Pokal. Es war am 26. Mai 2001 – genau eine Woche, nachdem Schalke am letzten Bundesligaspieltag die Meisterschale aus den Händen gerissen worden war.

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Aber auch sonst gibt es zwischen Schalke und Eisern Union eine Menge Berliner Geschichten, was auch am personellen Austausch zwischen beiden Vereinen liegt: Unions Sport-Geschäftsführer Oliver Ruhnert war jahrelang der Leiter der Schalker Knappenschmiede und ist heute noch Mitglied beim S04, dazu spielen mit Marvin Friederich und Cedric Teuchert zwei frühere Königsblaue für Union. Schalke hat hingegen mit Steven Skrzybski einen gebürtigen Berliner in seinen Reihen, der davor eine halbe Ewigkeit für Union seine Tore geschossen hat.

Cedric Teuchert ist der aktuellste Wechsel: Oliver Ruhnert lockte das Sturm-Talent erst in diesem Sommer nach Berlin. Schalke hatte übrigens in diesem Sommer ebenfalls Interesse an einem Union-Spieler: Mit Torjäger Sebastian Andersson standen die Königsblauen intensiv in Kontakt – konnten den Transfer aber am Ende nicht finanzieren. „So richtig glücklich war das von Schalke sicherlich nicht“, sagt Unions Oliver Ruhnert dazu – ins Detail will er nicht gehen. Die Geschichte weist aber Parallelen zu der mit dem Freiburger Torwart Alexander Schwolow auf, dem Schalke ebenfalls einen Wechsel in Aussicht stellte, ehe man das Geld dafür nicht aufbrachte und von einer Verpflichtung Abstand nahm. Übrigens: Schwolow ging dann zu Hertha BSC, Union gab Andersson an den 1. FC Köln ab.

Ruhnert gratuliert Schalke zur Rönnow-Verpflichtung

Dass Union und Schalke manchmal im selben Gewässer fischen, zeigt auch das Beispiel Frederik Rönnow. Im Sommer hatte beide Interesse an dem Torwart von Eintracht Frankfurt, den Schalke schließlich auf Leihbasis bekam. Ruhnert glaubt, dass sich die Königsblauen damit wirklich verstärkt haben und die seit zwei Jahren offene Baustelle im S04-Tor geschlossen werden kann: „Rönnow ist ein sehr guter Torwart – er tut Schalke gut.“

Last not least hat Union mit Stürmer Marius Bülter (27) auch noch einen Spieler, der beinahe einmal auf Schalke gelandet wäre: Vor sieben Jahren wollten die Königsblauen Bülter holen – „damals zunächst für die zweite Mannschaft“, wie der Stürmer verrät. Doch Bülter wollte sein Maschinenbaustudium beenden: „Das war auch ein Grund. Schalkes zweite Mannschaft gehörte damals auch nicht zu den Top-Teams in der Regionalliga.“

Am Sonntag stürmt Bülter jetzt mit Union gegen Schalke – und warnt eindringlich vor den angeschlagenen Blauen: „Man kann den Gegner schwer einschätzen“, sagt der Angreifer und erklärt: „Es wird ein unfassbar schweres Spiel, weil Schalke gerade den Trainer gewechselt hat. Das bewegt bei einer Mannschaft immer irgendwas.“ Aus Schalker Sicht kann man nur hoffen, dass das stimmt… (MH)

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