Volleyball

Fehlstart in die Volleyball-EM für deutsches Team

Ruben Schott im Angriff gegen den belgischen Block.

Ruben Schott im Angriff gegen den belgischen Block.

Foto: Foto: Francisco Seco / dpa

Brüssel/Essen.  So hatte sich das die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft nicht vorgestellt: Bei der EM mit 24 Teams startete sie mit zwei Niederlagen.

„Im Training hat man es ein bisschen gespürt, dass uns die Halle nicht so liegt.“ Außenangreifer Ruben Schott liefert zumindest die originellste Begründung für den deutlichen Fehlstart der deutschen Nationalmannschaft in die Volleyball-EM. Dass die Halle tatsächlich Schuld an den zwei Niederlagen bei den ersten beiden Gruppenspielen trägt, das werden vermutlich nur Volleyball-Spieler ernsthaft glauben.

Die Bilanz der Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani liest sich jedenfalls ernüchternd. Das Auftaktspiel gegen Serbien ging in 74 Minuten 0:3 verloren, im Spiel gegen Gastgeber Belgien reichte es auch nur zu einer 2:3-Niederlage. Das klingt auf den ersten Blick desaströs, lässt sich aber relativieren. Serbien ist stark, zählt zum Favoritenkreis, das Spiel gegen Belgien ging denkbar knapp mit 13:15 im Tie-Break verloren.

Mehr Sorgen als die reinen Zahlen macht aber der Eindruck, den die Mannschaft bislang vermittelte. Insbesondere der Auftritt gegen Serbien wirkte ausgesprochen blutleer. Vor allem bei der Feldabwehr lief nur wenig zusammen: „Die Abwehr war nicht existent“, bestätigt Mannschaftskapitän Lukas Kampa. Viel besser war dieses Spielelement auch gegen Belgien in den ersten beiden Sätzen nicht. Dann gelang es Bundestrainer Giani offenbar, seine Spieler bei der Ehre zu packen: „Nach dem zweiten Satz habe ich von meinen Spielern gefordert, dass sie alles, was bis dahin war, vergessen und von Null beginnen sollen.“

Bislang fehlt dem deutschen Team erschwerend auch die Durchschlagskraft im Angriff. Vor allem der Star der Mannschaft, Georg Grozer, liefert nicht die gewohnten Ergebnisse. Der 35-Jährige selber bezeichnete sich selbstkritisch sogar als „Ausfall“. Im Idealfall hat der Diagonalspieler die ersten beiden Partien zum Einspielen genutzt. Ihm, wie auch Zuspieler Lukas Kampa und Außenangreifer Denis Kaliberda, fehlten aus unterschiedlichen Gründen im Sommer die Vorbereitungszeiten mit der Mannschaft.

Drei Sätze immerhin machen Mut

Noch sind die Niederlagen jenseits ihrer Entstehung kein Drama: Die Mannschaft kann weiterhin zumindest den dritten Platz in der Gruppe B erreichen, wenn sie ihre Spiele gegen Österreich, die Slowakei und Spanien gewinnt. Sogar Platz vier würde noch zum Weiterkommen reichen. Allerdings stünde dann wohl eine der stärkeren Mannschaften des Turniers, an dem erstmals 24 Nationen teilnehmen, auf der anderen Seite des Netzes, vermutlich entweder Polen oder die Niederlande.

Die letzten drei Sätze des Spiels gegen Belgien machen immerhin Mut, dass die Deutschen, wie vorher geplant, noch länger im Turnier bleiben. Verantwortlich dafür war unter anderem Außenangreifer Ruben Schott: „Ruben hat uns im Spiel gehalten und gezeigt, wie wir auftreten müssen“, zitiert das Volleyball-Magazin Kapitän Lukas Kampa.

Eine Sorge ist dem 25-jährigen Ruben Schott ohnehin genommen. Die deutsche Mannschaft ist mittlerweile umgezogen. Statt in Brüssel geht es jetzt in Antwerpen – und damit in einer anderen Halle – ans Netz.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben