Kommentar

Freitag zahlt bei Vierschanzentournee den Preis für die Show

Richard Freitag ist nach seinem Sturz in Innsbruck fassungslos.

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Richard Freitag ist nach seinem Sturz in Innsbruck fassungslos. Foto: dpa

Innsbruck.  Richard Freitag verletzt sich beim Springen in Innsbruck. Was bleibt, ist die Frage nach der Verantwortlichkeit für den Sturz. Ein Kommentar.

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Dieser schmerzvolle Sturz hat Richard Freitags Hoffnungen auf den Triumph bei der Vierschanzentournee auf brutale Weise beendet. Bei jedem der vier Springen drei, vier Pünktchen zwischen sich und dem polnischen Überflieger Kamil Stoch zu wissen, hätte den Weltcup-Führenden bei aller Sehnsucht nach dem ersten deutschen Gesamtsieger seit 2002 am Ende sicherlich auch geschmerzt. Aber nicht bis zum letzten Sprung in Bischofshofen am Samstag die Entscheidung selbst beeinflussen zu können, ist für einen Sportler eine unfassbare Enttäuschung.

Den ersten Erkenntnissen nach hat sich Deutschlands bester Skispringer des Winters nicht ernsthaft verletzt. Mit Blick auf die Spiele in Pyeongchang in gut einem Monat war dies noch die beste Nachricht.

Was bleibt, ist die Frage nach der Verantwortlichkeit für den Sturz. Über die Gefahren der Freiluftsportart Skispringen muss dabei nicht grundsätzlich diskutiert werden. Die Athleten kennen die Risiken. Die Funktionäre und Veranstalter sind davon getrieben, den Zuschauern eine gute Show zu bieten. Sie haben über die Jahre dazu gelernt, peitschen die Veranstaltungen nicht mehr auf Teufel komm raus durch.

Die Vorwürfe von Bundestrainer Werner Schuster an den Technischen Delegierten sind in der ersten Erregung und auch bei einer Analyse mit etwas mehr Abstand verständlich. Dass dem begnadeten Techniker Stoch aber bei gleichen Bedingungen nicht derselbe Fehler unterläuft, macht auf tragische Art noch mal deutlich, wer bei dieser Tournee das Glück und wer das Pech hat.

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