Juniorsportler-Wahl

Juniorsportler-Wahl: Das sind die ersten Sieger 2019

Badminton-Spielerin Finja Rosendahl im Einsatz.

Badminton-Spielerin Finja Rosendahl im Einsatz.

Foto: Naskrent/Funke

Essen.  Die Sieger in den Juniorsportler-Kategorien Mannschaft, Behinderten- und Gehörlosensport stehen fest: Die Mülheimerin Finja Rosendahl ist dabei.

Die Deutsche Sporthilfe ehrt am Samstag im Rahmen einer Abendveranstaltung den Juniorsportler des Jahres 2019, den besten Nachwuchssportler des Landes. Bis kurz vor Beginn der Veranstaltung kann noch abgestimmt werden. Doch vorab gab die Sporthilfe bereits die Sieger in den Kategorien Mannschaft, Behinderten- und Gehörlosensport bekannt.

Rosendahl trainiert in Mülheim mit Hörenden

Eine Auszeichnung geht dabei nach Mülheim. Die gehörlose Badmintonspielerin Finja Rosendahl gehört zur absoluten Weltspitze im Juniorenbereich. Diesen Sommer gewann die 16 Jahre alte Mülheimerin bei ihrer ersten Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften in Taipeh die Silbermedaille in der U18-Konkurrenz. Das Messen mit älteren Athletinnen ist die talentierte Gehörlosensportlerin von der GSV Düsseldorf gewohnt. Bereits 2018 errang sie als damals 14-Jährige den Europameistertitel bei den U18-Juniorinnen.

Mangels nationaler Konkurrenz trainiert und spielt Finja Rosendahl im Wettkampfbetrieb bei den Hörenden des 1. BV Mühlheim erfolgreich im Jugendbereich. Die besondere Herausforderung dabei: Während sie dort mit Hörgerät trainieren und spielen kann, muss sie sich bei den Gehörlosen stets wieder auf das Spiel ohne Hörgerät umstellen.

Auf den Spuren von Markus Rehm

Die höchste Nachwuchsauszeichnung in Deutschland geht im Bereich des Behindertensports an den Para-Leichtathleten Léon Schäfer (22). Der Unterschenkel amputierte Weitspringer und Sprinter aus Bremen startet für den TSV Bayer Leverkusen, bei dem auch der Weltrekordhalter Markus Rehm trainiert. Gemeinsam mit Rehm gewann Léon Schäfer unter anderem 2017 in London WM-Gold mit der 4x100-Meter-Staffel. Nach langer Verletzungspause 2018 konnte der 22-Jährige in diesem Jahr bereits zweimal den Weltrekord im Weitsprung bei den Erwachsenen in der Startklasse T42 auf nunmehr 6,99 Meter verbessern.

Im Alter von zwölf Jahren musste Léon Schäfer wegen einer Knochenkrebs-Erkrankung der rechte Unterschenkel samt Knie amputiert werden. Doch seinen Traum vom Leistungssport gab der begabte Fußballer nicht auf und wechselte zur Leichtathletik. Für die Para-Leichtathletik-WM in Dubai im November zählt Léon Schäfer zu den Medaillen-Favoriten.

Miriam Welte hält Laudatio auf Bahnrad-Team

Auch die Auszeichnung für die beste Nachwuchsmannschaft steht bereits fest: Die Bahnrad-Juniorinnen im Teamsprint werden am Samstag ausgezeichnet. Das Team besteht aus Lea Sophie Friedrich (19, Dassow), die zuletzt auch bei der EM der Erwachsenen Medaillen gewonnen hatte, Emma Götz (19, Walschleben) und Alessa-Catriona Pröpster (18, Jungingen). Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2018 hatten die jungen Frauen Gold gewonnen. Die Laudatio auf die drei Athletinnen hält Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte, die Ende September ihre Karriere beendet hat.

Gemeinsam mit der Deutschen Post zeichnet die Deutsche Sporthilfe die Preisträger am kommenden Samstag im Areal Böhler in Düsseldorf aus. Sie ehrt mit der höchsten Auszeichnung im deutschen Nachwuchssport seit über 40 Jahren herausragende sportliche Talente, von denen sich viele zu internationalen Größen in ihrer Disziplin entwickelt haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Persönlichkeiten wie Michael Groß (1981), Franziska van Almsick (1992), Timo Boll (1997), Maria Höfl-Riesch (2004), Magdalena Neuner (2007/2008) und Laura Dahlmeier (2013) sowie der amtierende Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul. Im Behindertensport wurden in den Vorjahren unter anderem die Paralympics-Sieger Heinrich Popow (2002), Christiane Reppe (2004), Anna Schaffelhuber (2010) und Johannes Floors (2015) geehrt.

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